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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Mai 11 2020

Vorgestellt von Alexandra Kehr, Medienreferentin des Theaters Erfurt

Mariana Leky „Was man von hier aus sehen kann“

Mariana Leky „Was man von hier aus sehen kann“
Mariana Leky „Was man von hier aus sehen kann“

Klar, prägnant und humorvoll erzählt Mariana Leky von Schicksalen, Lieben, Fernweh, großen und kleinen Lügen des Alltags. Sie begleitet ihre Figuren über mehrere Jahrzehnte, arbeitet mit Rückblicken und Zeitsprüngen. Mit vielen klugen Gedanken zum Thema Tod und Verlust schafft Leky ein wundervolles, warmherziges Heimatporträt, das manchem Leser vielleicht auch Erinnerungen an seine Kindheit auf dem Land wiederbringt. Dieses Buch ist eines der schönsten, das ich je gelesen habe! Und jedem, der mich nach einem Buchtipp fragt, empfehle ich es garantiert auch.

Mai 10 2020

Vorgestellt von Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin und Autorin

Avi Primor „Weit war der Himmel über Palästina“

Avi Primor „Weit war der Himmel über Palästina“
Avi Primor „Weit war der Himmel über Palästina“

Avi Primor, dessen Mutter aus Frankfurt stammte, war in den neunziger Jahren israelischer Botschafter in Deutschland. Er, der sich einst strikt weigerte, Deutsch zu lernen, hat sich durch den Einfluss eines guten Freundes als junger Mann dann doch ein fließendes Deutsch angeeignet. Der Ex-Diplomat, der im April 85 Jahre alt wurde, schreibt seine Bücher indes auf Hebräisch. In seinen Werken plädiert er für Frieden im Nahen Osten. So, wie er sich stets für die Deutsch-Israelische Freundschaft einsetzte, unterstützt er im hohen Alter noch immer den Ausgleich zwischen Israel und den Palästinensern.

Mai 08 2020

Vorgestellt von Sigurd Schwager, Journalist im Unruhestand

Siegbert Kardach „Kluge Köpfe rollen am schnellsten“

Siegbert Kardach „Kluge Köpfe rollen am schnellsten“
Siegbert Kardach „Kluge Köpfe rollen am schnellsten“

Gäbe es eine Bestsellerliste der schlauen Buchtitel, dann wäre „Kluge Köpfe rollen am schnellsten“ ein aussichtsreicher, weil ziemlich gescheiter Kandidat. Die Neuerscheinung, deren öffentliche Premiere Ende März in Erfurt aus den weltweit bekannten Gründen ausfallen musste, ist der bereits fünfte Aphorismen-Band eines Mannes, den man eine Erfurter Instanz nennen darf: Dr. Siegbert Kardach - Arzt mit Leib und Seele für Generationen von Patienten, Autor und Literaturpreisträger, Freund der schönen Künste sowie, König Fußball betreffend, bekennender Royalist. 

Mai 07 2020

Vorgestellt von Stefan Schwarz, Schriftsteller

Vladimir Nabokov „Pnin“

Vladimir Nabokov „Pnin“
Vladimir Nabokov „Pnin“

Es gibt so Bücher, die zu ihrem Erscheinen noch gar nicht die Gültigkeit entfalten können, die in ihnen steckt. „Pnin“ von Vladimir Nabokow ist so eins. Der Roman über den in Amerika liebenswert verlorenen russischen Migranten Timofej Pnin beschert dem Leser eine Figur, die damals noch selten und skurril sein mochte, heute aber das Straßenbild jeder größeren westlichen Metropole prägt. Ein älterer Mann aus fremden Landen, der noch Kopf und Energie genug hat, um sich die Sprache seines Gastlandes verkehrsfähig zu machen, aber nicht mehr jung genug ist, um dessen Kultur so ganz zu verstoffwechseln.

Mai 04 2020

Vorgestellt von Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin und Autorin

Anne Enright „Die Schauspielerin“

Anne Enright „Die Schauspielerin“
Anne Enright „Die Schauspielerin“

Norah ist die Tochter einer einstmals berühmten Frau: Katherine O’Dell, geboren in England, aber durch ihren Namen als Irin identifiziert, erkämpft sich Schritt für Schritt ihre Karriere. Von kleinen Varieté-Theatern über größere Bühnen, dann erste Filme in England, schließlich Hollywood, wo sie in aufwendigen Produktionen erst Neben-, dann Hauptrollen übernimmt. Zwischen der berühmten Mutter und der Tochter besteht ein äußerst ambivalentes Verhältnis. Immer im Schatten des Stars, wächst Norah unter eigentümlichen Umständen heran. Schlimm wird es, als Katherine O’Dells Stern sinkt.

Mai 03 2020

Vorgestellt von Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin und Autorin

Patrick Quentin „Mord im Irrenhaus“

Patrick Quentin „Mord im Irrenhaus“
Patrick Quentin „Mord im Irrenhaus“

1936 erschien der erste Roman einer Serie, in der ein Broadway-Produzent namens Peter Duluth Fälle löst. In diesem ersten Buch lernt er seine zweite Frau Iris kennen, die dann später mit ihm gemeinsam Verbrechern das Handwerk legt. In „Mord im Irrenhaus“ weist sich Peter selbst in eine Nervenheilanstalt ein. Seine erste Ehefrau ist bei einem Hausbrand umgekommen, und er fühlt sich an ihrem Tod mitschuldig. Kummer und Selbstvorwürfe treiben ihn in den Alkoholismus. Er landet in der Anstalt eines gewissen, ein wenig sinistren Dr. Lenz, der berühmt ist für seine durchschlagenden Therapieerfolge.

Mai 02 2020

Vorgestellt von Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin und Autorin

Abbas Khider „Palast der Miserablen“

Abbas Khider „Palast der Miserablen“
Abbas Khider „Palast der Miserablen“

Abbas Khider stammt aus dem Irak. Als Student verhaftete man ihn unter dem Regime von Saddam. Er kam 1993 erstmals ins Gefängnis. Das „Verbrechen“, das man ihm zur Last legte, war, er habe regierungsfeindliche Flugblätter verteilt. Es gelang Khider nach seiner Freilassung 1996 den Irak zu verlassen. Nach vielen Umwegen kam er 2000 nach Deutschland, lernte Deutsch und veröffentlichte 2008 seinen ersten Roman „Der falsche Inder“.Nun liegt sein fünfter Roman vor, „Palast der Miserablen“. Auch hier verarbeitet Khider, der inzwischen in Berlin lebt, seine Erinnerungen an eine Zeit des Grauens.

Mai 01 2020

Vorgestellt von Torsten Unger, Kulturredakteur beim MDR

Andreas Platthaus „Auf den Palisaden“

Andreas Platthaus „Auf den Palisaden“
Andreas Platthaus „Auf den Palisaden“

Ab 1942 lebte Thomas Mann in Pacific Palisades, einem Stadtteil von Los Angeles. Mitten im Krieg baute der Nobelpreisträger, der seit 1933 im Exil war, sich auf den Hügeln über der Stadt ein Haus. Dort lebte er zehn Jahre, ehe ihm das Treiben in der McCarthy-Ära nach dem Zweiten Weltkrieg zu bunt wurde. Das Land, dessen Bürger er inzwischen geworden war, war in eine Kommunisten-Hysterie geraten. Thomas Mann selbst wurde sogar verdächtigt, ein „Radikallinker“ zu sein. Sein Haus am San Remo Drive 1550 aber ist inzwischen ein lebendiges Stück Literaturgeschichte geworden.

April 26 2020

Vorgestellt von Monika Rettig, Programmchefin der Erfurter Herbstlese

Markus Orths „Picknick im Dunkeln“

Markus Orths „Picknick im Dunkeln“
Markus Orths „Picknick im Dunkeln“

Das ist das ganz und gar ungewöhnliche und faszinierende Setting des neuen Romans von Markus Orths: Der Komiker und Freigeist Arthur Stanley Jefferson, besser bekannt als Stan Laurel, trifft auf den Scholastiker und Tiefgläubigen Thomas von Aquin. Fast siebenhundert Jahre trennen die beiden, und aus dieser zeitlichen Differenz speist sich ein Gutteil der Komik des Romans, wenn Stanley seinem ungleichen Kompagnon Dinge wie Film, Slapstick, Feuerzeug und Kamera erklären oder als der Schmalspurphilosoph, der er zeitlebens war, Kants Denken nahebringen möchte.

April 23 2020

Vorgestellt von Katja Kemnitz, Mitarbeiterin der Erfurter Herbstlese

Margaret Atwood „Die Zeuginnen“

Margaret Atwood „Die Zeuginnen“
Margaret Atwood „Die Zeuginnen“

Haarsträubend bigott und unvorstellbar sind die Umstände, in denen sich Desfred, eigentlich June, in ihrem neuen Dasein als „Magd“ wiederfindet. Reduziert auf die Aufgabe, sich schwängern zu lassen, hat es nichts mehr mit ihrem alten Leben als emanzipierte junge Frau und Mutter zu tun. So wie sie müssen sich alle Frauen im Staate Gilead fügen – als Dienstmädchen, Gebärmaschine oder Gefangene in mit Atommüll verseuchten Kolonien. Und dann gibt es noch die „Tanten“ – zuständig für die Ausbildung und Zucht der Mägde. Die schlimmste von allen, Tante Lydia, kann man nur verachten. Oder?

Über uns

Erfurter Herbstlese e.V. - Es lebe die Erfurter Herbstlese!

Unser Literaturverein organisiert seit 1997 die Erfurter Herbstlese, die zu den großen literarischen Veranstaltungsreihen in Deutschland gehört. Es lebe die Erfurter Herbstlese!

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