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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Nov. 30 2019

Hanns Zischler als Übersetzer eines Buchs, das Hannah Arendt gewidmet ist

Ein gelehrtes Vergnügen

Hanns Zischler, so das Urteil des Feuilleton, ist nicht nur einer der meistbeschäftigten Schauspieler Deutschlands, sondern ein Multiartist in fast jeder künstlerischen und intellektuellen Disziplin.
Hanns Zischler, so das Urteil des Feuilleton, ist nicht nur einer der meistbeschäftigten Schauspieler Deutschlands, sondern ein Multiartist in fast jeder künstlerischen und intellektuellen Disziplin.

Die Rolle, die den bekannten Schauspieler Hanns Zischler dieser Tage nach Erfurt führt, ist keine filmreife, sondern die des Übersetzers. Das Buch, um das es geht, vereint zwei Debüts. Zum einen hat der US-amerikanische Cartoonist Ken Krimstein in New York mit „The Three Escapes of Hannah Arendt“ seine erste Graphic Novel veröffentlicht. Zum anderen übersetzte Zischler erstmals einen solchen Comicroman. Er habe, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“, die Texte kraftvoll übersetzt. Sie brillierten in vielen Tönen, von düsteren Momenten der Verzweiflung bis zum trockenen Witz von Partykonversationen.

Nov. 19 2019

Ulrich Tukurs Roman-Debüt „Der Ursprung der Welt“ im Theater Erfurt

Die Seelenreise eines Träumers

Ulrich Tukur stellt sich auf der Bühne den Fragen von Alexander Solloch. (Foto: Holger John, Viadata)
Ulrich Tukur stellt sich auf der Bühne den Fragen von Alexander Solloch. (Foto: Holger John, Viadata)

„Der Ursprung der Welt“ hat nicht alle Literaturkritiker erfreut. Was der eine als kraftvolle Mahnung und intelligentes Lesevergnügen empfindet, ist für den anderen einfach nur anstrengend. Im Theater Erfurt spricht Moderator spricht Alexander Solloch den Autor auf das „Sperrfeuer des Feuilletons“ an. Ulrich Tukur duckt sich nicht vor Kritik, wehrt sich, verteidigt sein Buch. Er ist dabei sichtlich um sachlichen Ton und Gelassenheit bemüht, aber man merkt schon, dass ihn das nicht gleichgültig lässt. Der Saal stimmt mit den Händen ab: spontaner Applaus für den Autor.

Nov. 17 2019

Isländische Herbstlese-Premiere mit Yrsa Sigurdardóttir

Mehr Krimiautoren als Mörder

2020 will die Krimi-Bestsellerautorin Yrsa Sigurdardóttir wieder ein Kinderbuch vorlegen. (Foto: Viadata)
2020 will die Krimi-Bestsellerautorin Yrsa Sigurdardóttir wieder ein Kinderbuch vorlegen. (Foto: Viadata)

Die Erfurter Herbstlese, die immer auch eine internationale ist, hat schon viel erlebt. Aber noch nie einen Gast aus Island. Das ändert sich nun: Eingeladen ist die über ihre Heimatinsel hinaus bekannte Kriminalschriftstellerin Yrsa Sigurdardóttir. Die Autorin, Jahrgang 1963, verheiratet, zwei Kinder, ist studierte Ingenieurin, und als solche arbeitet sie noch immer, allerdings in Teilzeit. Sie wolle damit auch nicht aufhören, erzählt sie. Nur schreiben, sei ihr zu einsam, sie brauche Kommunikation. Erst hat sie Kinderbücher geschrieben, später dann Krimis.

Nov. 16 2019

Andreas Pflüger stellt mit „Geblendet“ Band III seiner Jenny-Aaron-Trilogie vor

Eine höchst ungewöhnliche Heldin

Als gebürtiger Thüringer erzählt Andreas Pflüger bei seiner Lesung auch einen Witz, der zumindest ein bisschen im Freistaat spielt.
Als gebürtiger Thüringer erzählt Andreas Pflüger bei seiner Lesung auch einen Witz, der zumindest ein bisschen im Freistaat spielt.

Die Meinungen über das schriftstellerische Werk von Andreas Pflüger sind durchaus zweigeteilt. Für die einen gehört er mit seinen Romanen aktuell zu den besten deutschen Thriller-Autoren. Für die anderen ist er der beste. Mit dem dritten Buch „Geblendet“ über die blinde Elitepolizistin Jenny Aaron kommt Andreas Pflüger als Gast in die Bibliothek am Erfurter Domplatz. Thüringen ist für ihn - der im Saarland aufwuchs und in Berlin lebt - eine Annäherung an seine Wiege. Denn das Licht der Welt erblickte er im Oktober 1957 in Bad Langensalza. 

Nov. 13 2019

Rolf Seelmann-Eggebert und Tochter Adele berichten über ein Reporterleben

Adel verpflichtet

Das Gespräch mit Rolf Seelmann-Eggebert und Tochter und Ko-Autorin Adele führte Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch.
Das Gespräch mit Rolf Seelmann-Eggebert und Tochter und Ko-Autorin Adele führte Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch.

„Ich war nie Monarchist und ich werde nie einer sein.“ Der Mann, der dies von sich sagt, ist Deutschlands bekanntester Adelsexperte, d i e royale Reporterinstanz. „Königsfritze“ etikettiert er sich selbstironisch, um das Image ein wenig auf Distanz zu halten. Wohl vergeblich. Nach Erfurt kommt Rolf Seelmann-Eggebert, 82, nicht allein, denn seine Memoiren „In Hütten und Palästen. Ein Reporterleben“ hat er mit Tochter Adele verfasst. Der dritte Stuhl auf der Bühne im Ratsgymnasium ist reserviert für den Moderator des Abends. Diese Rolle übernimmt Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch.

Nov. 06 2019

Stefan Schwarz erfreut als kleiner Gartenversager seine große Fangemeinde

Große Komische Oper II

Gern gesehener Stammgast: Stefan Schwarz im Theater Erfurt. (Foto: Viadata)
Gern gesehener Stammgast: Stefan Schwarz im Theater Erfurt. (Foto: Viadata)

Los geht es, bevor es losgeht. Während sich die Reihen des Theaters langsam mit erwartungsfrohen Besuchern zu füllen beginnen, gibt es schon die ersten Lacher, denn für den Herbstlese-Fotografen Holger John räkelt sich Stefan Schwarz in parodierend lässiger Pose auf dem Bühnentisch. Hinter selbigem wird er wenig später sitzen, die Techniker um mehr Licht bitten und das Publikum mit seinem Handy ablichten. „Das“, sagt er, „sind die Bilder, die ich mir anschaue, wenn ich verloren daheim an meinem Schreibtisch sitze und denke: Das will keiner lesen!“

Nov. 04 2019

Der lesesüchtige Thomas Thieme stellt seine Lieblingsbücher vor

„Ich habe eine Haltung!“

Einer wie Huck Finn habe er sein wollen, kein Tom Sawyer, gesteht Thomas Thieme. (Foto: Viadata)
Einer wie Huck Finn habe er sein wollen, kein Tom Sawyer, gesteht Thomas Thieme. (Foto: Viadata)

Immer wieder sonntags lädt die Herbstlese in das Kultur: Haus Dacheröden zu ihrer schönen kleinen Reihe „Mein Lieblingsbuch“. Selbiges stellen dort im munteren Wechsel kaum bekannte, bekannte oder sehr bekannte Menschen vor. Und es offenbart sich dabei immer wieder: Sage mir, was du liest, was zu lesen du liebst, und ich sage dir, wer du bist. Das gilt auch für den Schauspieler Thomas Thieme. Der kluge Büchernachmittag mit ihm hat Fußballspiellänge mit üppiger Nachspielzeit  - und ist nie langatmig. Trotz oder vielleicht gerade wegen der dargebotenen Gedankentiefe und Gedankenschwere.

Nov. 03 2019

Lucas Vogelsang, Joachim Krol und „Deutsche Grenzerfahrungen“

„Was wollen die denn hier?“

Kennen sich seit zehn Jahren: Der Journalist Lucas Vogelsang und der Schauspieler Joachim Krol. (Foto: Viadata)
Kennen sich seit zehn Jahren: Der Journalist Lucas Vogelsang und der Schauspieler Joachim Krol. (Foto: Viadata)

Zwei Autoren, zwei Generationen: Der eine, geboren in Herne, ist vier Jahre alt als die Mauer errichtet wird; der andere, geboren in Westberlin, ist vier als die Mauer fällt. Im Atrium der Stadtwerke stellen die beiden pünktlich zum 30-jährigen Jubiläums des Mauerfalls ihr Buch mit der schönen Titelfrage „Was wollen die denn hier?“ und der Unterzeile „Deutsche Grenzerfahrungen“ vor. Dafür sind sie durch Deutschland gereist. Der Schauspieler wird zum Reporter, und der eigentliche Reporter beobachtet ihn dabei, schreibt das Gesehene und Gehörte auf.

Okt. 31 2019

Daniela Dahn rechnet in ihrem neuen Buch mit der Deutschen Einheit ab

Feindliche Übernahme auf Wunsch der Übernommenen

Der Untertitel von Daniela Dahns neuem Buch verrät, wohin die Reise geht: „Die Einheit - Eine Abrechnung“
Der Untertitel von Daniela Dahns neuem Buch verrät, wohin die Reise geht: „Die Einheit - Eine Abrechnung“

30 Jahre nach dem Mauerfall schaut natürlich auch die Herbstlese mit ihren Autoren und deren neuen Büchern auf uns und unser Land. So verschieden dabei die Blickwinkel auch sein mögen. Die Bilder, die Befunde ähneln sich: enttäuscht, verunsichert, gespalten, zerrissen.  In der erwartbaren Jubiläumsflut zum Stand der Dinge ist eines der zornigsten Bücher ohne jeden Zweifel jenes von Daniela Dahn. „Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute“ heiß ihr neues Werk, und der Untertitel weist den Weg, wohin die Reise geht: „Die Einheit - Eine Abrechnung“. 

Okt. 29 2019

Eugen Ruge stellt in Erfurt seinen Jahrhundertroman „Metropol“ vor

Lotte in Moskau

Für den Herbstlese-Rezensenten ist „Metropol“ das deutschsprachige Buchereignis des Jahres 2019
Für den Herbstlese-Rezensenten ist „Metropol“ das deutschsprachige Buchereignis des Jahres 2019

Der Saal ist ausverkauft und die Erwartung groß, einen Höhepunkt der Herbstlese 2019 im Haus am Breitstrom zu erleben. Denn die Bühne betritt Eugen Ruge, ein studierter Mathematiker, dessen Dichterstern vor acht Jahren mit seinem Romandebüt "In Zeiten des abnehmenden Lichts" ebenso plötzlich wie hell aufleuchtete. Das Familienepos wird von den Lesern geliebt, von den Kritikern hochgelobt und von den Juroren mit bedeutenden Preisen gewürdigt. Acht Jahre später stellt der Autor in Erfurt seinen zweiten großen Roman vor. Wieder hat er die eigene Familie im Blick.

Über uns

Erfurter Herbstlese e.V. - Es lebe die Erfurter Herbstlese!

Unser Literaturverein organisiert seit 1997 die Erfurter Herbstlese, die zu den großen literarischen Veranstaltungsreihen in Deutschland gehört. Es lebe die Erfurter Herbstlese!

Öffnungszeiten

  • Di-Fr: 12.00 - 17.00 Uhr
    Sa: 10.00 - 15.00 Uhr

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