Erfurter Herbstlese

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April 24 2014

Isabella Straub bei der "Frühlingslese"

Das Leben ist kein Südbalkon

Isabella Straub bei ihrer Lesung im Klub Franz Mehlhose (Foto: Holger John, viadata)
Isabella Straub bei ihrer Lesung im Klub Franz Mehlhose (Foto: Holger John, viadata)

Innerhalb eines knappen halben Jahres hat die Kärtner Autorin Isabella Straub zwei Mal den weiten Weg von Klagenfurt nach Erfurt auf sich genommen, immerhin 11 Stunden Fahrtzeit mit der Bahn. Der Grund: Isabella Straubs erster Roman "Südbalkon" wurde beim Debütantensalon der letztjährigen "Erfurter Herbstlese" vom Publikum zum Debüt der Herbstlese gewählt. Insgesamt drei Autorinnen waren zum Salon geladen, Isabella Straubs Buch und ihr Auftreten überzeugten am meisten, und sie gewann. Neben einer schönen Grafik ist eine Sololesung in der folgenden "Frühlingslese" der Hauptteil des Preises, gesponsert von der Buchhandlung Hugendubel.

Und so waren gestern abend in der Mehlhose im Publikum einige Gäste, die Isabella Straub im November letzten Jahres zur Gewinnerin gekürt hatten und sich nun freuten, die Autorin in voller Lesungslänge und eben solo erleben zu können.

Mit ihrem charmanten österreichischen Akzent hatte Isabella Straub von Beginn an das Publikum auf ihrer Seite. Gekonntes Vorlesen und natürlich die Geschichte der Ruth Amsel, die voller Komik und satirischer Zuspitzungen steckt, taten ein Übriges.

Ruth scheint von Anfang an auf der Verliererstraße zu sein: Schon als Schülerin kann sie nicht mithalten mit der Selma-Bande und ihrer Wortführerin Linda, die täglich neue Designerklamotten trägt. Und das geht so weiter, nach einem abgebrochenen Medizinstudium folgt ein Langzeitpraktikum in einer Todesanzeigenredaktion. Ruth ist arbeitslos, kinderlos und über fünfunddreißig und damit ein klarer Fall für die "Gesellschaft für Wiedereingliederung", wobei sie sich fragt, ob sie überhaupt schon einmal eingegliedert war.

Den "Südbalkon" mit schöner Aussicht und viel Sonne wird Ruth Amsel wohl nie bekommen, aber der Blick der Außenseiterin auf die Gesellschaft ist entlarvend, kritisch, komisch, irrwitzig. In ihrem Roman sei wirklich alles erfunden, betonte Isabella Straub, inklusive der beschriebenen Wiener Straßen und Viertel. Was aber nicht erfunden ist, sondern mit viel Sprachwitz vorgeführt wird, ist unsere Gegenwart. "Südbalkon" ist Gesellschaftsanalyse, die Spass macht.

Isabella Straubs Hompage ist mit "Im Schreiben zu Haus" überschrieben. Ihr Debüt unterstreicht das und lässt auf mehr hoffen. Auf jeden Fall arbeitet die Autorin an einem neuen Roman, der 2015 erscheinen soll. Wir freuen uns darauf.

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