Erfurter Herbstlese

Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Aug. 31 2015

Programmchefin und Vereinsvorsitzender im Interview mit der Thüringer Allgemeine

„Ein überzeugendes Programm“

Das pralle Lesevergnügen: Dirk Löhr und Monika Rettig mit einigen Büchern aus dem Herbst-Programm
Das pralle Lesevergnügen: Dirk Löhr und Monika Rettig mit einigen Büchern aus dem Herbst-Programm

Besuch in der Marktstraße 6. Dort, wo es ab dem Samstag Herbstlese-Tickets zu kaufen gibt, erkundigte sich TA-Redakteurin Birgit Kummer nach dem Stand der Vorbereitungen auf das Literatur-Festival. Im Gespräch mit Programmchefin Monika Rettig und Herbstlese-Vereinsvorsitzenden Dirk Löhr ging es um das diesjährige Motto „Alles hat seine Grenzen?“, um Gäste und Veranstaltungsorte. Bei letzterem Thema blieben auch Fragen zur Zukunft des Vereins und seines Engagements für das Haus Dacheröden nicht aus.

Am 24. September soll das Literaturfestival beginnen. Wer kommt als Vorleser?

Monika Rettig: Wir stellen das Gesamtprogramm am Donnerstag vor und stellen es anschließend online unter www.herbstlese.de. Karten gibt es dann ab Samstag. Aber wir können ja vorab schon mal drei Gäste verraten. Hape Kerkeling kommt mit seinem Buch „Der Junge muss an die frische Luft“. Andreas Schmidt-Schaller wird da sein. Heiner Geißler holt seine im Frühjahr ausgefallene Lesung nach. Dazu präsentieren wir die erste Garde der Thriller- und Krimi-Autoren.

Bei einem Herbstlese-Rätsel wurde bereits verraten, dass auch der Sohn eines früheren Bundeskanzlers erwartet wird.

Ja, gut, das ist dann der vierte Name, den wir verraten. Matthias Brandt kommt mit seinem großartigen Partner, dem Pianisten Jens Thomas, ins Theater.

Wie viele Lesungen bereiten Sie vor und wie heißt da s diesjährige Motto?

Dirk Löhr: „Alles hat seine Grenzen?“ ist das Motto. Es ist hochaktuell – beim Blick auf Themen wie Flüchtlinge, die Belastung der Umwelt oder den Glauben an ein immer währendes Wirtschaftswachstum. Es trägt aber auch 25 Jahre deutsche Einheit in sich. 64 Lesungen stehen im Programm.

Die sind wieder über die Stadt verteilt?

Ja, wir sind mehrfach im Theater zu Gast, im Atrium der Stadtwerke, im Kaisersaal. Im Haus am Breitstrom oder im Klub Mehlhose. Und am Flughafen.

Und Sie sind in Haus Dacheröden am Anger, womit wir zu der Frage kommen: Wird das Dacheröden Literaturhaus oder nicht?

Die Herbstlese macht in dieser Saison in der Tat acht Mal am Anger Station. Wir haben für Haus Dacheröden ein ausführliches Konzept entwickelt. Seit längerem laufen dazu Verhandlungen mit der Stadt.

Das Thema war doch schon im Stadtrat. Im Amtsblatt steht, es gehe nur noch um den Betreibervertrag.

Monika Rettig: Wie schwierig das mit Verträgen ist, hat jeder schon am eigenen Leib erfahren. Bevor die Herbstlese anstelle der Stadt Betreiber des Hauses werden könnte, sind sehr viele Details zu klären. Mit unserem Konzept würde die Stadt sparen.

Hat Erfurt genug Literaturverrückte, um ein ganzes Haus zu betreiben?

Erfurt hat wie die gesamte Region viele Literaturfans. Aber das Haus würde wie bisher auch für andere Zwecke genutzt, Feiern, Firmentermine, Ausstellungen, Hochzeiten, andere Feste.

Würde die Gastronomie wiederbelebt?

Dirk Löhr: Zunächst nur begleitend zu den Veranstaltungen.

Sollen die Herbst- und Frühjahrslese, falls Sie das Haus als Betreiber übernehmen, dann komplett am Anger stattfinden?

Nein, wir würden bei unserem bewährten Konzept bleiben und große Veranstaltungen weiter in großen Sälen stattfinden lassen. Bürger- und Festsaal von Haus Dacheröden fassen nur jeweils 100 Besucher. Was uns vorschwebt ist, im Haus die Salonkultur wieder zu etablieren. Mit Gesprächen, Diskursen, Ausstellungen und Soziokultur.

Nächstes Jahr wird die Herbstlese 20 Jahre alt. Sehen Sie sich dann in Haus Dacheröden?

Monika Rettig: Bis dahin ist es noch ein Stück Weg. Auf Wünschen lassen sich keine Verträge gründen.

Das Literaturfestival hat inzwischen viele Kooperationspartner. Wer unterstützt Sie?

Allen voran die Stadtwerke, Hugendubel und das Hotel Krämerbrücke. Unterstützung kommt auch von der Universität, der Mediengruppe Thüringen und dem MDR. Neu an Bord sind die Zentralklinik Bad Berka und die WBG Einheit.

Die bisherigen Besucherzahlen lagen immer um die 15 000. Bleibt es dabei?

Dirk Löhr: Das hoffen wir sehr. Monika Rettig hat mit viel Hingabe wieder ein sehr überzeugendes Programm zusammengestellt.

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