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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Aug. 09 2021

Gespräch mit Christopher Schnell von der Jury des Hessus-Schreibwettbewerbs

„Es gibt so viel zu staunen“

Christopher Schnell leitet die Filiale von Thalia in Jena.
Christopher Schnell leitet die Filiale von Thalia in Jena.

„Schreib auf, was Dich bewegt!“ lautet das diesjährige Motto des Eobanus-Hessus-Schreibwettbewerbs. Die Stadt Erfurt und die Erfurter Herbstlese laden in Thüringen lebende junge Literaten und Literatinnen ein, sich mit ihren Texten um einen der Preise zu bewerben. Die Jury besteht aus sechs Mitgliedern. Mit Frances Theres Beier und Christopher Schnell ist die Jury nicht nur wieder komplett, sondern zeigt sich auch ein wenig verjüngt.

Was gibt es aus Ihrer Sicht über Christopher Schnell zu sagen?

Mein Lebensmotto ist und bleibt – „Weil die Liebe zu Büchern verbindet“. So kam es auch nach meiner Erfahrung als Vertriebsleiter und Key-Account Manager, dass ich lieber wieder jeden Tag Bücher um mich haben wollte. Der Weg führte mich über Thalia in Rudolstadt nun in die lebenswerte und liebenswerte Stadt Jena. Die Herausforderung, unser größtes Haus im Land übernehmen zu dürfen, der Wunsch nach Vielfalt und Eigenständigkeit – wie in meiner Selbstständigkeit mit meiner Buchhandlung in Weimar –, waren maßgeblich, dass ich mich beworben habe. Hier ist man dem Bücherhimmel ein Stück näher. Mein Leben selbst hat sich auch gewandelt, vom Stadtmensch zum Landburschen, mit meiner wachsenden Familie und 3 Hunden wohne ich im Weimarer Land. Mit 33 Jahren eben kein Unbekannter in der Bücherbranche.

Haben Sie sich schon einmal in einem Wettbewerb – auch abseits des Schreibens – ausprobieren können? Oder reichen Ihnen 240 Twitter-Zeichen aus?

Schreiben ist etwas, was bewegt und bleibt, ja, ich schreibe. Mal Tagebuch, mal Lyrik, mal Mails, mal Postkarten und Liebesbriefe. Die Welt rennt. Und wir folgen ihr blind. Mit 240 Zeichen? Niemals! Wir dürfen nicht den Kopf verlieren! Es gibt so viel zu staunen, träumen, rätseln und wundern. Letzteres am intensivsten. Um persönlich zu bleiben, Gedichte, immer wieder Gedichte und diese mit der Hand!

Die jungen Schreibenden können sich zwischen Prosa und Poesie entscheiden …

… macht das wirklich einen Unterschied, erheben beide Gattungen nicht denselben Anspruch? Poesie ist doch die Wahrheit, die in Schönheit lebt, und die Prosa aus dem Lateinischen­ – gerade heraus. Eine Mischung aus beidem steht jedem Buch, jeder These sicher ganz gut. Ich freue mich auf die Texte und die Gedichte gleichermaßen.

Haben es die jungen Schreibenden mit einem Buchhändler in der Jury besonders schwer?

Ich glaube, der Anspruch sollte nicht sein, mir oder meinem bevorzugten Genre gefallen zu wollen. Ich wünsche mir, dass sie alle frei sind von den Gedanken. Blaise Pascal sagte einst „Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand.“ Die jungen Leute sollten mit Liebe kreativ werden und ihrer Passion folgen. Das wünsche ich mir.

Haben Sie einen Lieblingsschriftsteller?

John Irving.

Sitzen Sie lieber zu Hause oder zieht es Sie hinaus? An welchem Ort lesen Sie am liebsten?

Zeitung lesen, mein Durst nach Wissen in vielen Bereichen, ist, glaube ich, mein schrägstes Hobby. Gut informiert sein! Der Ort der Stille, da halte ich es wie Cicero: "Wenn du einen Garten und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen." Am liebsten teile ich diese Orte mit meiner Lebensgefährtin. Auf uns wartet das Abenteuer, Eltern zu werden. Ich glaube, das treibt einen um, aber vor allem an.

Neben Christopher Schnell gehören auch Ingrid Annel (Schriftstellerin), Anke Engelmann (Autorin und Journalistin), Hildegard Seidel (Leiterin der Stadtbibliothek Nordhausen) und Frances Theres Beier, Volontärin bei der Funke Mediengruppe, zur Jury. Die Herbstlese ist im Gremium durch Programmchefin Monika Rettig vertreten.

 

Eobanus-Hessus-Schreibwettbewerb

Alle Informationen zum Wettbewerb, die Teilnahmebedingungen und Preise finden Sie hier.

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