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Juli 21 2021

"Literarische Mittagspause" mit Knut Elstermann und seinem Buch über die DEFA

Ostdeutsche Filmstars im Gespräch

Elstermanns Buch versammelt Gespräche mit Filmstars zum 75. Geburtstag der DEFA.
Elstermanns Buch versammelt Gespräche mit Filmstars zum 75. Geburtstag der DEFA.

Die Deutsche Film AG, besser bekannt als DEFA, wird 75 Jahre alt. Zum Geburtstag der ostdeutschen Traumfabrik, die in ihrem Babelsberger Studio neben Kinofilmen auch für das Fernsehen der DDR produzierte, gibt es landauf, landab viele Retrospektiven. Auch im Kultur: Haus Dacheröden läuft bis Jahresende im Monatsrhythmus unter dem Titel „Kino im Salon Extra“ eine von Michael Grisko kuratierte Filmreihe zum Jubiläum. Die Besonderheit hier: Das Publikum kann jeden Monat selbst entscheiden, welcher Streifen gezeigt wird und aus zwei Filmangeboten per Abstimmung auswählen.

Zu den gefragtesten Interviewpartnern anlässlich des Jubiläums gehört Knut Elstermann. Der in Ostberlin geborene Elstermann arbeitet als Moderator und Filmjournalist vor allem für den MDR und den RBB. 2019 mit dem Preis der DEFA-Stiftung ausgezeichnet, ist er ein exzellenter Kenner der DEFA und ihrer Geschichte und hat zahllose Gespräche mit den ganz Großen des ostdeutschen Films geführt.

Allein im Archiv des Filmmuseums Potsdam liegen, wie er im Gespräch mit Monika Rettig bei der „Literarischen Mittagspause“ sagt, ungefähr 70 Aufnahmen. Etliche der in sein aktuelles Buch aufgenommenen insgesamt 34 Gespräche sind im Filmmuseum Potsdam geführt worden. Mit dem Band „Im Gespräch. Knut Elstermann befragt ostdeutsche Filmstars“ möchte Elstermann eine Art Kompendium bieten, das möglichst viele Farben der DEFA zeigt.

„Ich wollte schon auch zeigen, dass die Künstlerinnen und Künstler ganz eigene Erfahrungen gemacht haben, die auch viel zu tun haben mit dem, wie es danach weiterging. Also wenn ich wie Corinna Harfouch danach eine ganz tolle Karriere gemacht habe und wirklich ein gesamtdeutscher Star geworden bin, dann sehe ich die DEFA vielleicht etwas kritischer, dann ist das nicht unbedingt nur die Heimat gewesen."

Wenn aber eine Künstlerin wie Christa Kożik, "diese wunderbare Kinderbuchautorin", die fantastische, liebenswerte, immer noch sehenswerte Kinderfilme geschrieben habe wie „Moritz in der Litfaßsäule“, mit fünfzig, am Ende der DEFA, so gut wie nichts mehr zu tun hatte, „dann verstehe ich sehr gut, dass sie sagt, die DEFA war meine Heimat, ich vermisse sie, sie war eine Stadt der Künste, und da einen anderen Blick hat“, meint Elstermann. Jeder Blick habe seine Berechtigung in diesem Buch, fügt er noch hinzu.

Die gesamte Bandbreite zu zeigen, das sei ihm bestens gelungen, bestätigt ihm die Herbstlese-Programmchefin. Die Schattenseiten des Monopolisten DEFA, die auch eine „Verhinderungsanstalt“ sein konnte, wie Winfried Glatzeder im Gespräch sagt, würden beleuchtet wie auch die bleibenden Filme gewürdigt, die ihren Platz in der Filmgeschichte gefunden haben wie „Jakob der Lügner“ oder „Die Legende von Paul und Paula“.

In der „Literarischen Mittagspause“ spricht Knut Elstermann insbesondere über zwei Filme, denen er in der DEFA-Geschichte einen hohen Stellenwert beimisst: „Die Schlüssel“ von Egon Günther mit Jutta Hoffmann und Jaecki Schwarz in den Hauptrollen sowie „Der Aufenthalt“ von Frank Beyer.

Mit einem Schmunzeln geht Knut Elstermann auf die Anmerkung von Monika Rettig ein, dass dieses Buch ja auch eine vorläufige persönliche Bilanz seiner dreißigjährigen Arbeit als Filmjournalist sei: „Es ist gar nicht so angenehm, sich selber so zu begegnen, in den 90ern zum Beispiel.“ Aber andererseits mache es ihn „zum Teil auch sehr glücklich, weil mir jetzt erst klargeworden ist: Du hast ja tatsächlich einige Leute getroffen, die Filmgeschichte geschrieben haben“, gesteht Elstermann ein.

Mit Eltermann steht die zehnte Folge der „Literarischen Mittagspause“ zur Verfügung. Sie ist über den YouTube-Kanal der Herbstlese „Caroline TV" sowie bei Spotify zu erleben. Mit den Angaben neben den Covern gelangen Sie zu unserem langjährigen Partner Hugendubel. Dort können Sie bei Bedarf die vorgeschlagenen Bücher direkt bestellen. 

 

 

Knut Elstermann

„Im Gespräch"
gebunden, Bebra Verlag, 352 Seiten
ISBN: 3861247488,24,00 €

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Bereits früher besprochen:
Ingo Schulze im Gespräch mit Franziska Schmidtke

„Die rechtschaffenen Mörder"
gebunden im S.Fischer Verlag, 320 Seiten
ISBN: 3103900015,21,00 €

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Valerie Schönian im Gespräch mit Franziska Schmidtke 

„Ostbewusstsein“
Piper Verlag, kartoniert, 272 Seiten
ISBN: 3492061877, 16,00 Euro

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Levi Israel Ufferfilge im Gespräch mit Monika Rettig

„Nicht ohne meine Kippa!"
Tropen Verlag, kartoniert, 208 Seiten
ISBN: 3608504125, 17,00 €

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Verena Keßler im Gespräch mit Monika Rettig

„Die Gespenster von Demmin“
Hanser Berlin, gebunden, 240 Seiten
ISBN: 3446267840, 22,00 Euro

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Alexander Osang im Gespräch mit Monika Rettig

„Fast hell“
Aufbau Verlag, gebunden, 237 Seiten
ISBN: 3351038585, 22,00 Euro

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Margarete von Schwarzkopf im Gespräch mit Monika Rettig

„Der Meister und der Mörder“
emons Verlag, Broschur, 336 Seiten
ISBN: 978-3-7408-0958-4, 13,00 Euro

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