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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Nov. 20 2013

Das Lied der Berge

Wenn Matthias Politycki von Mittelasien erzählt, ist zu spüren, wie sehr die Region und ihre Menschen den Schriftsteller faszinieren.
Wenn Matthias Politycki von Mittelasien erzählt, ist zu spüren, wie sehr die Region und ihre Menschen den Schriftsteller faszinieren.

Samarkand, die Perle an der Seidenstraße. 1987 reist Matthias Politycki zum ersten Mal nach Mittelasien. Es ist die Zeit Gorbatschows, Glasnost und Perestroika sind die Vokabeln der Saison. In Usbekistan spürt der Deutsche, dass sich etwas im Vielvölkerstaat Sowjetunion zusammenbraut. Lange geht das nicht mehr gut, denkt er. Bald schmeißen die Leute hier die Russen raus. Zurück in der Heimat will er ein Buch schreiben, so beeindruckt ist er. Der Verlag bremst: Lass dir Zeit.

Nov. 19 2013

Schuld bleibt immer, so oder so

Woher kam Gott? ist eine der Fragen, die Monika Maron mit feinem Witz und hintergründigem Humor in "Zwischenspiel" beantwortet. Foto: Holger John
Woher kam Gott? ist eine der Fragen, die Monika Maron mit feinem Witz und hintergründigem Humor in "Zwischenspiel" beantwortet. Foto: Holger John

„Von unten. Was sollen das denn für Bilder werden?“ Monika Maron schaut von ihrem Podest hinab zu dem Mann zu ihren Füßen. „Bitte lassen Sie das“, sagt sie und lacht. Der so Gescholtene trollt sich und macht seine Bilder nun von der Seite. Alles geschieht ohne Aufregung, leicht und locker. Schnell ist das Publikum wieder vom Lesefluss gefangen.

Nov. 18 2013

Die Kinder von Hauptmann Fuchs

Der gebürtige Erfurter Matthias Dell fand kaum Worte für den Tatort aus seiner Heimatstadt. Foto: Holger John
Der gebürtige Erfurter Matthias Dell fand kaum Worte für den Tatort aus seiner Heimatstadt. Foto: Holger John

Matthias Dell hasst schlechte Filme. So sehr, dass der Redakteur der Wochenzeitung „Der Freitag“ dagegen regelmäßig anschreibt. Noch schlimmer ist es für ihn, wenn für schlechte Filme gutes Geld ausgegeben wird; das Geld der Bürger: aus der linken Tasche die Steuern, aus der rechten die GEZ-Gebühren.

Nov. 16 2013

Von Waisen und Wundern

Caroline Flüh und Hans-Jochen Röhrig vor der Lesung  Foto: Holger John
Caroline Flüh und Hans-Jochen Röhrig vor der Lesung Foto: Holger John

Wer als Junge im Waisenhaus seine kranke Schwester besuchen will und dabei erwischt wird, muss mit zehn Rutenhieben auf den Rücken und einem Tag ohne Essen im dunklen Keller rechnen, so das Reglement des Waisenhauses in Potsdam, das Friedrich der Große für die Kinder seiner Soldaten errichten ließ. Eine vorbildliche Einrichtung, möchte man meinen.

Nov. 15 2013

Am Anfang waren die Felder

Assaf Gavron ist in seiner Heimat Israel nicht nur als Bestsellerautor bekannt, er genießt auch große Anerkennung als Übersetzter sowie als Sänger und Texter der Kultband "The Mouth and Foot". Foto: Holger John
Assaf Gavron ist in seiner Heimat Israel nicht nur als Bestsellerautor bekannt, er genießt auch große Anerkennung als Übersetzter sowie als Sänger und Texter der Kultband "The Mouth and Foot". Foto: Holger John

Assaf Gavron hat einen wunderbaren Roman geschrieben. Das literarische Quartett, das zu Beginn der Herbstlese exemplarisch vier Bücher bespricht und sich bisher in den seltensten Fällen auf die Qualität eines Werkes einigen konnte, spricht in diesem Fall ein einstimmiges Urteil: „Auf fremdem Land“ ist einfach großartig. Sie loben ein Buch über die großen Themen der Literatur: Über Familie, Liebe und Heimat, die Suche des Einzelnen nach seinem Platz in der Welt, über Gewalt und Ohnmacht. In drei Haupthelden werden diese großen Themen personalisiert: Da sind die beiden Brüder Roni und Gabi Kupfer, ein tief gefallener Börsianer und sein tiefgläubiger Bruder, und da ist Otniel, der Siedler.

Nov. 15 2013

Am Anfang waren die Felder

Assaf Gavron ist in seiner Heimat Israel nicht nur als Bestsellerautor bekannt, er genießt auch große Anerkennung als Übersetzter sowie als Sänger und Texter der Kultband "The Mouth and Foot". Foto: Holger John
Assaf Gavron ist in seiner Heimat Israel nicht nur als Bestsellerautor bekannt, er genießt auch große Anerkennung als Übersetzter sowie als Sänger und Texter der Kultband "The Mouth and Foot". Foto: Holger John

Assaf Gavron hat einen wunderbaren Roman geschrieben. Das literarische Quartett, das zu Beginn der Herbstlese exemplarisch vier Bücher bespricht und sich bisher in den seltensten Fällen auf die Qualität eines Werkes einigen konnte, spricht in diesem Fall ein einstimmiges Urteil: „Auf fremdem Land“ ist einfach großartig. Sie loben ein Buch über die großen Themen der Literatur: Über Familie, Liebe und Heimat, die Suche des Einzelnen nach seinem Platz in der Welt, über Gewalt und Ohnmacht. In drei Haupthelden werden diese großen Themen personalisiert: Da sind die beiden Brüder Roni und Gabi Kupfer, ein tief gefallener Börsianer und sein tiefgläubiger Bruder, und da ist Otniel, der Siedler.

Nov. 14 2013

Tränen gelacht

Root Leeb weiß, wovon sie schreibt: Sie ist mit fünf Brüdern und Schwestern aufgewachsen. Foto: Holger John
Root Leeb weiß, wovon sie schreibt: Sie ist mit fünf Brüdern und Schwestern aufgewachsen. Foto: Holger John

Hero ist kein hero, kein Held, nicht im herkömmlichen Sinne. Hero ist die Kurzform von Herwig, so wurde er schon als Bub gerufen. Der Name blieb ihm, bis zum Ende. Dennoch ist Root Leeb nicht ungehalten, wenn ihr dritter Roman „Hero“ mit dem englischen Wort hero benannt wird. Schließlich, erklärt sie im Café Nerly, wird dem Patriarchen ein weiteres Enkelkind geschenkt. Sein Sohn Johannes und dessen amerikanische Frau Cleo nennen den Jungen nach dem Opa, in ihm sind Hero und hero gleichsam glücklich vereint.

Nov. 13 2013

Die Kunst der Reduktion

Peter Stamm las drei Passagen aus seinem neuen Roman. Fotos: Holger John
Peter Stamm las drei Passagen aus seinem neuen Roman. Fotos: Holger John

Peter Stamm ist Schweizer. Man hört es, wenn er aus seinem neuen Roman „Nacht ist der Tag“ liest. Er schreibt auch so, wie man sich das schmucke Land in den Bergen vorstellt: Einfach, sauber, ruhig und schmuck – mit ganz viel Substanz unter der Oberfläche. Im Gespräch mit Eva Corino bei Hugendubel erklärt er, warum er es gar nicht anders kann.  Seiner Meinung nach gilt das für alle Autoren. Ein jeder von ihnen schreibe letztlich so, wie er lebt, wie er sich gibt, kurz, wie er ist.

Nov. 12 2013

Von Weimarern und Weimaranern

Wenn der Vater mit der Tochter: Juliane und Ulf Annel im Gewerkschaftshaus. Fotos: Holger John
Wenn der Vater mit der Tochter: Juliane und Ulf Annel im Gewerkschaftshaus. Fotos: Holger John

Es ist fast schon ein Ritual. Jedes Jahr muss die Herbstlese mit ein paar Veranstaltungen umziehen. Eine so nicht vermutete Nachfrage führt erst zu Wartelisten und – werden auch die länger und länger – zum Entschluss, sich einen größeren Raum zu suchen. So ist es vor Wochen mit Meike Winnemuth gewesen, so wird es am Samstag mit Matthias Dell sein.

Nov. 10 2013

#Erfurter#Spätlese

Blick in ein literarisches Wohnzimmer - die Sofa-Landschaft auf der Bühne der Schotte. Foto: Holger John
Blick in ein literarisches Wohnzimmer - die Sofa-Landschaft auf der Bühne der Schotte. Foto: Holger John

Traditionell gehört zur Herbstlese auch ein Abend für den literarischen Nachwuchs. Der Verein junge medien e.V. sichtet dafür die Texte der jungen Autoren und wählt die besten Einsender ein. Die Spätlese sucht noch ein wenig nach der geeigneten Örtlichkeitkeit, mit der Schotte ist man dem Ziel schon ganz nah. Beim Moderator sowieso: Ryo Takede machte wieder eine bemerkenswert unaufgeregte Figur. Zum Abend in der Schotte erreichte uns folgender Text der jungen medien:

Über uns

Erfurter Herbstlese e.V. - Es lebe die Erfurter Herbstlese!

Unser Literaturverein organisiert seit 1997 die Erfurter Herbstlese, die zu den großen literarischen Veranstaltungsreihen in Deutschland gehört. Es lebe die Erfurter Herbstlese!

Öffnungszeiten

  • Mo-Fr: 12.00 - 17.00 Uhr
    Sa: geschlossen
    Der Kartenvorverkauf für die Herbstlese 2019 beginnt am 31. August.

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