Erfurter Herbstlese

Es lebe die Erfurter Herbstlese!
April 12 2015

Der Herbstlese-Verein wählt seinen alten Vorstand neu und schaut auf das Jahr 2016 voraus

Warten auf den 200 000. Besucher

Ein Diagramm sagt mehr als 1000 Worte: Die Entwicklung der Besucher- und Veranstaltungszahlen bei der Erfurter Herbstlese.
Ein Diagramm sagt mehr als 1000 Worte: Die Entwicklung der Besucher- und Veranstaltungszahlen bei der Erfurter Herbstlese.

Im 18. Jahr nach ihrer Gründung ist die Erfurter Herbstlese aus dem Thüringer Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Nach der Buchmesse in Leipzig mit ihrem großen Begleitprogramm ist sie das wichtigste literarische Festival in den neuen Ländern. Seit einigen Jahren hat sie zudem eine kleine Schwester, die Frühlingslese. Mit diesem Selbstbewusstsein gingen die Mitglieder des Vereins Erfurter Herbstlese am Samstag in ihre Mitgliederversammlung. Sie bestätigten die bisherige Führungsmannschaft und steckten die Ziele für die kommenden Jahre ab. Dabei ragen zwei Vorhaben heraus: Die 20. Herbstlese im kommenden Jahr, zu der auch der 200 000. Besucher des großen Bücher-Festes erwartet wird, und die Verhandlungen mit der Stadt Erfurt über eine mögliche Betreibung des Hauses Dacheröden durch den Verein.

Im Rechenschaftsbericht des Vorstandes, dem außer ihm weiterhin Stellvertreter Jans Panse, Schatzmeister Bernhard Becher und die Beisitzerinnen Susan Bretschneider und Simone Burdach  angehören, verwies der alte und neue Vorsitzende Dirk Löhr noch einmal auf den schweren Schlag, der den Verein mit dem Tod seines Mitbegründers Michael John 2011 ereilte. Nach Jahren des kontinuierlichen Wachstums bei der Zahl der Veranstaltungen und der Besucher brauchte es für einen Neuanfang wie die Fortführung der Vereinsarbeit im Sinne des Verstorbenen die Mitarbeit aller Mitglieder. Auch wenn die statistischen Werte sich inzwischen wieder in etwa auf dem Niveau von 2011 bewegen, klingt der Verlust im Verein und beim Publikum bis heute nach, stellte Dirk Löhr in seinem Bericht dar.

Umso erfreulicher fiel dafür die Bilanz der vergangenen Jahre aus. Nur mit geringer Übertreibung lässt sich sagen, dass sich die Herbstlese zu einem Selbstläufer entwickelt hat. Inzwischen liegen die Besucherzahlen stabil um die 15 000er Marke, die sich im Mittel auf 65 Veranstaltungen verteilen.

Größere Probleme sind dagegen noch immer mit der Frühlingslese verbunden. Grundsätzlich werden die Angebote von Februar bis Mai vom Publikum etwas schlechter angenommen. Zudem trägt der Herbstlese-Verein einen Großteil der organisatorischen und publizistischen Last des kleinen Festivals, das ja auf ganz Thüringen ausstrahlen soll.

Alle Versuche, für dieses Anliegen einen Sponsor oder die Unterstützung durch die Öffentliche Hand zu finden, sind bisher leider gescheitert, gestand Dirk Löhr ein. In diesem Jahr rechnet der Verein bei 37 Veranstaltungen in zehn Thüringer Städten mit einem leichten Rückgang bei den Besuchern auf etwa 4500.

Vor diesem Hintergrund ist das Engagement der langjährigen Förderer und Partner der Literaturfestivals nicht hoch genug zu loben, führte der Vorsitzende weiter aus, und nannte namentlich die Hauptsponsoren Stadtwerke Erfurt Gruppe, die Buchhandlung Hugendubel, die Sparkasse Erfurt und das Hotel Krämerbrücke. Seinen Dank zollte er zudem den Bemühungen der Medienpartner von MDR Thüringen und der Mediengruppe Thüringen.

Wichtige Punkte in der anschließenden Diskussion waren die Vorbereitung der Jubiläumssaison 2016 sowie das angestrebte Engagement des Vereins für das Haus Dacheröden. Die Mitglieder nahmen dabei zur Kenntnis, dass das Konzept des Vereins für ein Kultur- und Literaturhaus am 7. Mai Thema im Kulturausschuss der Stadt sein soll. Sie hoffen auf schnelle Entscheidungen der Stadt, wäre der Umzug an den Anger doch auch mit einer Verlegung der Geschäftsstelle verbunden. Deren Stunde schlägt aber zum Ende der Sommerferien, wenn der Kartenvorverkauf für die 19. Herbstlese beginnt.

Dazu machte Programm-Chefin Monika Rettig in der internen Runde schon einige Aussagen, die dem breiten Publikum aber erst mit dem Gesamtprogramm zugänglich gemacht werden. Diese Verschwiegenheit hat bei der Herbstlese Tradition; nicht zuletzt, um die Chancengleichheit zu wahren, doch an die eine oder andere Karte der schnell ausverkauften Lesungen zu gelangen. Wahrscheinlich wird es auch in diesem Herbst wieder für der Abend mit Denis Scheck als erstes keine Tickets mehr geben, obwohl der Abschluss des Festivals dafür extra in das Theater Erfurt umgezogen ist.

In diesem Zusammenhang lässt sich Monika Rettig zumindest einen kleinen Hinweis entlocken. Sie rechnet mit mindestens fünf Veranstaltungen im Großen Haus. Nur mit wem, will sie nicht verraten. Außer: Es sind ein paar gute alte Bekannte des Erfurter Publikums dabei.

 

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