Erfurter Herbstlese

Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Nov. 16 2015

Die Herbstlese gedenkt der Opfer von Paris

„Wir lassen uns unsere Zweifel nicht nehmen.“

Vor Beginn des Abends mit Andrea Sawatzki wenden sich Monika Rettig und Dirk Löhr an die über 600 Menschen im Kaisersaal.
Vor Beginn des Abends mit Andrea Sawatzki wenden sich Monika Rettig und Dirk Löhr an die über 600 Menschen im Kaisersaal.

Was für ein eindrücklicher Moment: Vor dem Abend mit Andrea Sawatzki und Christiane Weber stehen über 600 Menschen im Kaisersaal auf, um mit einer Minute des Schweigens der Opfer von Paris und ihrer Angehörigen und Freunde zu gedenken. Zuvor hatten Vereinsvorsitzender Dirk Löhr und Programmchefin Monika Rettig für die Herbstlese deutlich gemacht: Wir lassen uns unsere Zweifel nicht nehmen. Wir glauben an die Kraft der Aufklärung.

Im folgenden dokumentieren wir ihre Erklärung.

 

Liebe Freunde der Erfurter Herbstlese,

mein Name ist Dirk Löhr, ich bin Vorsitzender des Vereins, der seit 1997 dieses Literaturfestival organisiert. Normalerweise steht Programmchefin Monika Rettig allein an dieser Stelle: zu einer kurzen Einführung in den Abend und zur Vorstellung unserer Gäste. Zwei Tage nach den schrecklichen Ereignissen von Paris ist allerding kaum etwas normal; nicht in Frankreich, nicht in Deutschland und auch nicht in Erfurt.

Der Brite Bertrand Russel, Mathematiker, Philosoph und 1950 mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt, stellte fest:

„Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher sind und die Klugen so voller Zweifel.“

Mit tiefer Bestürzung und mit Fassungslosigkeit schaut die Herbstlese nach Paris. Wir trauern mit den Familien und den Freunden der Opfer. Ihnen gilt unser ganzes Mitgefühl.

Aber wir lassen uns unsere Zweifel nicht nehmen. Wir zweifeln an denen, die alles ganz genau wissen. Wir zweifeln an den schnellen Antworten auf die komplizierte Frage, was jetzt geschehen muss. Wir zweifeln an allen Ideologen und Gotteskriegern, egal welcher Couleur und in wessen Namen auch immer sie zu handeln vorgeben.

Wir lassen uns unseren Zweifel nicht nehmen. Wir werden weiter Autoren wie David Foenkinos oder Ahmad Mansour einladen, die in den vergangenen Tagen unsere Gäste waren. Denn wir glauben an die Kraft der Aufklärung.

Wir bitten sie aus Respekt für die Toten von Paris, wie für alle Opfer sinnloser Gewalt, um eine Minute schweigenden Gedenkens.

Dirk Löhr,
Vereinsvorsitzender

Monika Rettig,
Programmchefin

der Erfurter Herbstlese

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