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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Okt. 05 2021

Im Für und Wider der Thüringer Optionsmodelle rät die Herbstlese zur Warteliste

Zwischen Skylla und Charybdis

Wie voll hätten Sie es gern? Die Erfurter Herbstlese tut sich mit den Thüringer Optionsmodellen für (Kultur-)Veranstaltungen in der Corona-Pandemie schwer.
Wie voll hätten Sie es gern? Die Erfurter Herbstlese tut sich mit den Thüringer Optionsmodellen für (Kultur-)Veranstaltungen in der Corona-Pandemie schwer.

Zum Glück geht es bei der Erfurter Herbstlese um Literatur. Der gleichnamige Verein muss daher nicht lange suchen, wenn es um die Beschreibung des Seelenzustands eines Veranstalters in Corona-Thüringen geht. Wie einst Homer seinem Odysseus, lässt das sogenannte Optionsmodell nur die Wahl zwischen zwei Übeln – wie auch immer die Entscheidung ausfällt, ein Teil des geschätzten Publikums wird verärgert.

Die Folge ist konsequente Inkonsequenz: Für den Moment bleibt es bei der Herbstlese beim Status Quo, weil alle, die bereits Karten gekauft haben, in der Abwägung etwas schwerer wiegen als jene, die bei einer Ausweitung der Kontingente vielleicht Tickets erwerben würden. Mit den folgenden Zeilen wird der Versuch unternommen, das Für und Wider in der Debatte um den Zugang zu Kultur aus Sicht des Vereins zu beleuchten. Also: 

Der Verein „Erfurter Herbstlese“ sieht sich als Veranstalter in der Corona-Pandemie zwei Prinzipien verpflichtet: Der Wahrung der gesundheitlichen Unversehrtheit der Besucherinnen und Besucher sowie der Mitarbeitenden und der Möglichkeit einer – wenn schon nicht uneingeschränkten – breiten Teilhabe aller interessierten Menschen an unseren Angeboten. Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang auch die Verantwortung gegenüber denen, die unsere Veranstaltungen erst möglich machen: den Künstlerinnen und Künstlern, den Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie den sonstigen in der Branche engagierten Männer und Frauen.

Vor diesem Hintergrund – mit sich zum Teil widersprechenden Intentionen – fällt eine Entscheidung über die Zugangsbeschränkungen zu unseren Veranstaltungen sehr schwer. Je nach Blickwinkel setzt sich der Verein verschiedenen Vorwürfen aus. Ein Beispiel macht das deutlich: Entschieden wir uns für das 2G-Modell, müssten wir alle abweisen, die sich nicht gegen das Corona-Virus impfen lassen wollen (in Thüringen sind das mehr als 40 Prozent der Bevölkerung). Verzichten wir indes auf 2G, empören sich all die, die bisher kein Ticket für eine der begehrteren Veranstaltungen ergattern konnten, die aber von der Verdoppelung der Kapazität profitieren könnten.

Noch komplizierter wird die ganze Angelegenheit, weil auch die Vermieter von uns genutzter Säle – zumindest bisher - nicht einheitlich agieren. Sie präferieren 2G oder wollen den Status Quo beibehalten. Das bedeutet aber, dass am Thüringer Frühwarnsystem festgehalten wird. Hier droht aber immer, und die Inzidenzen steigen ja weiter, die Gefahr einer Warnstufe, die sofort 3G vorschreibt. Nicht zuletzt ist noch unklar, wie sich das Gesundheitsamt bei der Prüfung der neu zu formulierenden Hygiene-Konzepte verhalten wird.

In Anbetracht dieser Lage sieht sich der Verein „Erfurter Herbstlese“ aktuell nicht in der Lage, eine Entscheidung zugunsten eines der Optionsmodelle zu fällen. Wir empfehlen dringend, sich bei Interesse für eine bereits ausverkaufte Veranstaltung auf die Warteliste setzen zu lassen. Sollten sich die Kapazitätsgrenzen im Vollzug der erwarteten neuen Landesverordnung verschieben, würden diese Wartelisten abgearbeitet, ehe weitere Kartenkontingente in den allgemeinen Verkauf kämen.

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