Erfurter Herbstlese

Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Okt. 18 2018

19:00 Uhr
Kultur: Haus Dacheröden in Erfurt

Vernissage - Ferne Heimat

Landbriefträger, Herchenhain 1951 (Foto: Georg Eurich)
Landbriefträger, Herchenhain 1951 (Foto: Georg Eurich)

Fotografien von Georg Eurich aus der Sammlung Schupmann

In Kooperation mit dem Evangelischen Kunstdienst Erfurt e.V.

Ausstellung vom 19. Oktober bis zum 22. November 2018 (Eintritt frei)

Vernissage am Donnerstag, 18. Oktober 2018, 19.00 Uhr 

Grußworte: Dr. Michael Schupmann −Sammler, Bad Hersfeld

Eric T. Langer – Leiter Evangelischer Kunstdienst Erfurt e.V.

Musik: Verena Fränzel

Der dörfliche Alltag, den die Fotografien Georg Eurichs festhalten, gehört einer vergangenen Epoche an. Die Zeiten änderten sich, die Technik, die Arbeits-abläufe, das Zusammenleben auf dem Lande. Auf den Aufnahmen Eurichs aber sind sie da – die Dorfbewohner, die Landschaften, die staubigen Straßen, die Fachwerkhöfe, die Karren und Kannen, die zum Leben auf dem Land gehörten.
Schneeberge im Winter, der Schwatz am Dorfanger oder die Handgriffe des Hufschmieds. Jede Aufnahme erzählt eine Geschichte. Wissend um die schnellen gesellschaftlichen Veränderungen, hielt Eurich viele aussterbende Berufe im Bild fest, dazu Hochzeitsbräuche, Beerdigungen, Firmungen oder Erntedank.
Parallel zu seinen Fotos schrieb er Berichte über Heimatgeschichte, Sitten und Bräuche, dörfliche Kultur. Er dokumentierte, was sonst verlorengegangen wäre.
Georg Eurich wurde 1920 im hessischen Vogelsberggebiet geboren, in Landen- hausen, das damals etwa 7000 Einwohner hatte. Mit 14 Jahren ging er an die Aufbauschule Friedberg, ein Internat für Jungen. Diese Zeit habe ihn stark
beeinflusst, erinnerte er sich an das Leben in der Gemeinschaft. Hier bekam er Anregungen zur kreativen Betätigung und zahllose Möglichkeiten, sich auszuprobieren – und erstmals auch eine Kamera in die Hand.
Die Leidenschaft für das Fotografieren sollte ihn nie mehr verlassen. Seinen Studienwunsch Regisseur durchkreuzte der Krieg. Auch seine Kamera kam ihm abhanden. Erst Ende 1946 kehrte er als 26-Jähriger aus der Gefangenschaft zurück. Eurich wurde Lehrer, stand vor Klassen, leitete Schulen −und fotografierte. Über die Jahre schuf er das umfangreichste private Fotoarchiv im oberhessischen Raum. Für seinen Einsatz bekam er das Bundesverdienstkreuz. Sein Archiv übernahmen nach seinem Tod im Jahr 2008 seine Angehörigen.
Von gestellten Aufnahmen hielt Georg Eurich nichts, alles sollte aus dem Leben gegriffen sein. »Am besten gar kein Gesicht machen«, lautete sein Rat an die Fotografierten. Vom Glück, eine Situation zu erfassen, das passende Motiv zu finden und Menschen zu überzeugen, sich fotografieren zu lassen, erzählte er als betagter Mann in einem langen Gespräch Dr. Michael Schupmann. Der Allgemeinmediziner gehört zu jenen (wenigen) privaten Kunstsammlern in Deutschland, die das Sammeln nicht als eine besondere Form der Wertanlage und Wertespekulation verstehen, sondern eine intrinsische Motivation verwirklichen.
Rund 700 Werke gehören zu seiner Sammlung westdeutscher Fotografen und Fotokünstler. Mit über 300 Abzügen zeigt die Kunsthalle Erfurt unter dem Titel »Analog & Schwarzweiß« vom 14.10.2018 bis zum 6.1.2019 einen repräsentativen Querschnitt durch diese Sammlung, während das Kultur: Haus Dacheröden und der Evangelischen Kunstdienst in der gemeinsamen Reihe »Erfurter Salon der Kunst« mit den Aufnahmen Eurichs einen Künstler aus der Sammlung Schupmann in einer gesonderten Ausstellung zeigen.
 

 

Datum Donnerstag, 18. Oktober 2018 - 19:00 Uhr
Preis Freier Eintritt
Ort

Anger 37, 99084 Erfurt, Thüringen, Deutschland

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