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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Juni 07 2020

11:00 Uhr
Kultur: Haus Dacheröden in Erfurt

Literatur-Andacht zu Ehren Höderlins: "Dich lieb‘ ich, Erde!" Anne-Dore Krohn und Denis Scheck feiern Friedrich Hölderlin

Anne-Dore Krohn und Denis Scheck (Foto: privat)
Anne-Dore Krohn und Denis Scheck (Foto: privat)

In Kooperation mit dem Evangelischen Kirchenkreis Erfurt laden wir sehr herzlich zu einer Literatur-Andacht ein, bei der Denis Scheck und Anne-Dore Krohn Friedrich Hölderlin vergegenwärtigen. Der Eintritt ist frei, und wir bitten um eine Spende für das Kinder- und Jugendbuchprogramm der Erfurter Herbstlese.

Bitte melden Sie sich unbedingt an, wenn Sie teilnehmen möchten, da wegen der Hygienevorschriften die Platzanzahl begrenzt ist: Unter herbstlese@herbstlese.de oder Telefon 0361-644 123 75 sind wir erreichbar. Einlass kann nur mit einem Mund-Nasen-Schutz gewährt werden.

Seit Friedrich Hölderlin wissen wir: Es ist zum Verrücktwerden in Deutschland mit der Dichtung. Hölderlin revolutionierte die Poesie in einer Zeit, in der in Paris erst Freiheit, Gleichheit Brüderlichkeit entdeckt wurden und kurz darauf der Terror tobte. Mit Hegel und Schelling bildete er in Tübingen die berühmteste WG der Welt. Bis auf den heutigen Tag ist keine Biographie und kein Werk geheimnisvoller geblieben als Leben und Schreiben von Friedrich Hölderlin. Und doch dichtete er so verständliche Verse wie „Dich lieb‘ ich Erde! trauerst du doch mit mir!“

Mit Hölderlin im Tornister zogen deutsche Soldaten in zwei Weltkriege. Für Martin Heidegger war Hölderlin kein Mann von gestern, sondern „der Dichter, der in die Zukunft weist“. Doch schon Robert Walser ahnte - man muss Hölderlin vor seinen Bewunderern in Schutz nehmen: „Hölderlin hielt es für angezeigt, d.h. für taktvoll im 40. Lebensjahr seinen gesunden Menschenverstand einzubüssen, wodurch er zahlreichen Menschen Anlass gab, ihn aufs Unterhaltendste, Angenehmste zu beklagen. Rührung ist ja etwas überaus Bekömmliches, mithin Willkommenes. Über einen grossen und zugleich unglücklichen Menschen weinen, wie schön ist das! Wieviel zarten Gesprächsstoff liefern solche unalltägliche Existenzen."

Die Literaturkritiker Anne-Dore Krohn vom rbb und Denis Scheck ("Druckfrisch", "Lesenswert") beleuchten Größe, Glück und Unglück Friedrich Hölderlins und sorgen in ihrer Hölderlin-Revue dafür, daß der Dichter im Jahr seines 250. Geburtstags nicht vergessen wird.

Datum Sonntag, 7. Juni 2020 - 11:00 Uhr
Preis Freier Eintritt
Ort

Anger 37, 99084 Erfurt, Thüringen, Deutschland

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