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Boris Reitschuster

Boris Reitschuster (Foto: Michael Kappeler)
Boris Reitschuster (Foto: Michael Kappeler)

Boris Reitschuster erlag nach einem Jugendaustausch mit der Sowjetunion 1988 der Faszination Russlands. Er lernte im Eigenstudium die Sprache des Landes, mit dem ihn außer seinem Vornamen zuvor nichts verband. Nach dem Abitur 1990 zog er als Student zu seiner Jugendliebe nach Moskau, mit zwei Koffern und seinen gesamten Ersparnissen. In einer Gastfamilie und in leeren Geschäften lernte er Russland abseits der Ausländer-Ghettos kennen. Nach einer Dolmetscher-Ausbildung arbeitete er als Deutschlehrer und Übersetzer. Gleichzeitig berichtete er für verschiedene deutsche Tageszeitungen aus Russland. Nach fünf Jahren in Moskau machte Reitschuster 1995 ein Volontariat bei der „Augsburger Allgemeinen“ und arbeitete dann für die Presseagenturen dpa und AFP in München. Als Leiter des Moskauer FOCUS-Büro kehrte Reitschuster 1999 zurück in das Land, das seine zweite Heimat geworden ist. Nach Anfeindungen und Drohungen musste er 2012 Russland verlassen und leitete das Moskauer Focus-Büro bis Februar 2015 von Berlin aus. Heute lebt er als Publizist in Berlin, und reist regelmäßig nach Moskau und in andere Staaten der früheren Sowjetunion.

2008 wurde er mit der Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichnet - "angesichts seines außerordentlichen Engagements, mit dem er sich seit vielen Jahren kritisch mit dem politischen System Russlands auseinandersetzt und vor Ort mit hohem persönlichem Einsatz für die Meinungs- und Versammlungsfreiheit und damit für die Wahrung von Bürger- und Menschenrechten kämpft".

Reitschuster gilt laut Cicero als "einer der frührenden Russland-Experten Deutschlands". Die "Welt" schrieb: „Besser als er hat noch keiner das russische Machtsystem beschrieben. Boris Reitschuster, einer der schärfsten Putin-Kritiker in Deutschland, kann stolz auf sich sein.  Der russische Präsident höchstselbst hat den von Reitschuster stark mitgeprägten Begriff "Demokratur" mindestens einmal in den Mund genommen.“

 

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