Kellertreppe, Himmelsleiter
Treppen werden als Gegenstand der Literatur stark unterschätzt. Zu Unrecht! Auf ihnen wird geflüchtet, geschmachtet, geknutscht, gestolpert, getanzt, gefochten, mit den Nachbarn geplaudert und gebohnert. Sie können gruselig knarzen oder heimtückisch glatt sein. Sie können großzügig repräsentieren oder sich auf engstem Raum bis in den Himmel wendeln. Sie erzwingen Aufmerksamkeit: Stufe. Um. Stufe.
Paketboten hassen sie, es sei denn, sie betrachten sie als kostenlose Trainingseinheiten auf dem Weg zu stählernen Waden und langem Atem. Für andere sind sie empfindliche Seismografen. Je älter man wird, je schwerer man trägt, um so beschwerlicher wird der Auf- und Abstieg. Ab einem bestimmten Alter nimmt man nicht mehr zwei Stufen auf einmal oder rutscht – hui! – das Geländer hinab.
Am Samstag zählen wir sie alle. Stufe um Stufe hangeln wir uns am Geländer empor und ignorieren tapfer den Aufzug. Vielleicht entdecken wir vergessene Treppenwitze? Nach jedem Absatz verschnaufen wir und basteln an einem Stufenplan zur Klärung der Frage aller Fragen: Warum sich hinaufquälen, wenn man am Ende doch wieder hinuntersteigt? Immerhin: Wer ganz oben steht, kann tief nach unten sp…-, gucken. Ich freu mich drauf!
Das Kreative Schreiben unter der Leitung von Anke Engelmann (Büro für angewandte Poesie, Weimar) findet regelmäßig im Kultur: Haus Dacheröden statt. Alle, die ihre Schreiberfahrungen mit anderen teilen und diskutieren, Neues lernen und sich in der Kunst des Schreibens ausprobieren möchten, sind herzlich eingeladen.
Nähere Informationen zu Anke Engelmann gibt es unter www.poesiebuero.de.
Anmeldung:
Mail an: engelmann@poesiebuero.de