ABSCHLUSS DER FILMREIHE 80 JAHRE DEFA

Pressemitteilung
today Samstag, 25.07.2026
location_on Kultur: Haus Dacheröden
Der Film „Tanz auf der Kippe“ thematisiert die zunehmende Wut und Ohnmacht eines Jugendlichen in den letzten Tagen der DDR (c) DEFA Stiftung, W. Pathenheimer, M. Leupold
Mit der Reihe „DEFA im Salon“ blickte das Kultur: Haus Dacheröden auf 80 Jahre ostdeutsche Filmgeschichte zurück

Kuratiert vom Literatur- und Medienwissenschaftler Michael Grisko verband das Format Filmvorführungen mit Einführungen und Gesprächen in persönlicher Salonatmosphäre. Den Abschluss der Reihe bildet am Dienstag, 3. November 2026, der Film „Tanz auf der Kippe“ von Jürgen Brauer. Im Anschluss an die Vorstellung spricht der Kurator mit Jasper Robeck, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Erfurter Stadtrat.

Der DEFA-Film erzählt vor dem Hintergrund der Umbruchzeit 1989 die Geschichte eines jungen Mannes, der zunehmend mit den gesellschaftlichen Verhältnissen seiner Zeit in Konflikt gerät. Er entstand nach dem Roman Augenoperation von Jurij Koch. Das Projekt wurde in der DDR zunächst nicht genehmigt und konnte erst nach dem Mauerfall realisiert werden.

Im Zentrum steht der 17-jährige Gerat Lauter, der am 7. Oktober 1989 auf einer Müllkippe Opfer eines gewaltsamen Übergriffs wird. Sein Gesicht gerät in ätzende Lauge, er erblindet. Parallel dazu laufen im Fernsehen die Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR. In Rückblenden wird erzählt, wie Gerat sich nicht anpassen will, nach Wahrheit sucht und dabei mit Familie, Lehrerin, Betrieb und Gesellschaft in Konflikt gerät.

„Mit der Abschlussveranstaltung endet eine erfolgreiche Filmreihe, die das DEFA-Erbe als lebendigen Bestandteil deutscher Kulturgeschichte erlebbar gemacht und neue Perspektiven auf die Filme und ihre Themen eröffnet hat“, zieht Dacheröden-Leiterin Juliane Güttler Bilanz. Gerade die Gespräche nach den Vorführungen hätten gezeigt, wie aktuell die in den Filmen verhandelten Fragen nach individueller Freiheit, gesellschaftlicher Anpassung und persönlicher Verantwortung bis heute seien. „Die Filme erzählen von ihrer Zeit, regen aber zugleich dazu an, über unsere Gegenwart nachzudenken“, so Güttler.

 Das Kultur: Haus Dacheröden zeigt zum Abschluss der Reihe

„DEFA im Salon“ den Film „Tanz auf der Kippe“ von Jürgen Brauer

mit einem anschließenden Gespräch von Kurator Michael Grisko und Jasper Robeck (Grüne)

Dienstag, 3. November 2026, 19.30 Uhr
Kultur: Haus Dacheröden, Anger 37, 99084 Erfurt
Eintritt 8,00 Euro im Vorverkauf
sowie 11,00 Euro an der Abendkasse

Gefördert von der Thüringer Staatskanzlei.

Karten gibt es in der Herbstlese-Geschäftsstelle im Kultur: Haus Dacheröden, bei Hugendubel am Anger und im Thüringen Park sowie bei allen VVK-Stellen des Ticketshop Thüringen; dazu im Internet über die Webseiten dacheroeden.de und ticketshop-thueringen.de.