NACH DER HERBSTLESE IST VOR DER FRÜHLINGSLESE
Wenn die Herbstlese zum Finale ruft und Denis Scheck zum letzten Streifzug durch den Literaturkosmos des Jahres ansetzt, ist auch die Frühlingslese nicht mehr weit. Traditionell gehen mit dem Auftritt des beliebten Literaturkritikers die ersten Veranstaltungen des Frühjahrs in den Vorverkauf – in diesem Jahr sind es sogar fast alle. Zum ersten Mal wird die Frühlingslese von Galina Haak verantwortet, der Nachfolgerin von Monika Rettig. Die hatte zum Abschied, in Zusammenarbeit mit Katja Kemnitz, dem Publikum mit 46 spannenden Veranstaltungen – darunter Lesungen, Poetry Slams, moderierte Gespräche und Diskussionsformate – ein großartiges Angebot hinterlassen, wie die Statistik des Festivals zeigt.
Musikalisches, Lustiges wie Nachdenkliches und Zukunftsweisendes war in der diesjährigen Herbstlese vertreten, genauso wie große Namen und bisher eher unbekannte Stimmen. Die Statistik weist 12.620 zahlende Besucherinnen und Besucher aus. Das entspricht den Zahlen des Vorjahres. Mehr als die Hälfte der Termine waren zudem ausverkauft – ein klares Zeichen dafür, dass die Herbstlese zu den wichtigsten kulturellen Fixpunkten der Thüringer Landeshauptstadt gehört.
Natürlich klingt im Abschluss dieser erfolgreichen Saison auch ein wenig Wehmut mit. Seit 2012 liefen die Fäden der Herbstlese bei Monika Rettig zusammen – mit großem Erfolg, den auch die Jahre der Pandemie im Rückblick nicht trüben konnten. Vor allen Zahlen ist zunächst ein Dankeschön angebracht: für Jahre außerordentlich verantwortungsvoller Arbeit, für den gelungenen Schulterschluss mit dem Publikum und die besondere Atmosphäre, die sie im Team und rund um das Festival geschaffen hat. „Es bleibt nur ‚Danke, Monika‘ zu sagen“, fasst der Vorsitzende Dirk Löhr die Gefühlslage beim Herbstlese-Verein zusammen. Galina Haak als neue Programmleiterin hat nun seit August die Verantwortung übernommen – das ganze Team wünscht ihr dabei viel Freude und Geschick.
Wer noch nach einem schönen Geschenk für das Fest sucht, kann bei der Frühlingslese schnell fündig werden. Im Programm finden sich vom 27. Februar bis zum 30. April 2026 die Namen von Jasmin Schreiber und Rebekka Endler, Sarah Bosetti, Daniel Schreiber und auch der des aktuellen Shootingstars der deutschen Literaturszene, Nelio Biedermann. Außerdem wird Cecelia Ahern aus Irland anreisen und auf ihrer Lesetour in Erfurt Station machen. Bekannte Namen wie Michel Friedman, Axel Prahl und Irina Scherbakowa werden ebenso erwartet wie die diesjährige Preisträgerin des Deutschen Sachbuchpreises, Ulli Lust. Bei ihr kann sich das Publikum mit „Die Frau als Mensch“ auf eine ganz besondere Begegnung mit der Comicwelt freuen.
Doch nicht nur prominente Namen prägen das Programm. Auch aufstrebende Talente wie Hannah Lühmann mit „Heimat“, Bijan Moini mit „2033“ oder Leon Engler mit „Botanik des Wahnsinns“ bereichern die neue Frühlingslese und schlagen Brücken zwischen Literatur, Politik und Gegenwart. Mit drei Schwerpunkte möchte Galina Haak für Struktur und Fokus in der Jubiläumsausgabe – es ist die 20. Frühlingslese – sorgen: Unter den Überschriften „Liebe! Ein Aufruf“, „Frauen – Leben – Freiheit“ und „Demokratie // Utopie“ darf das Publikum Stichworte und Einladung zugleich verstehen, das Programm zu entdecken und eigene Fragen an Gegenwart und Zukunft zu stellen. Insgesamt dürfen die Gäste gespannt sein auf 23 Lesungen, zwei politische Salons, eine Literaturpreis-Verleihung sowie zwei Dacheröden-on Tour-Events. So setzt die Frühlingslese 2026 den starken Herbst fort.
Tickets zur Erfurter Frühlingslese 2026 können gebucht und gekauft werden im Kultur: Haus Dacheröden, bei Hugendubel am Anger und im Thüringen-Park sowie an allen VVK-Stellen des Ticketshops (Pressehäuser, Tourist-Infos etc.). Die Öffnungszeiten im Kultur: Haus Dacheröden sind: Dienstag bis Freitag von 12.00 bis 17.00 Uhr und Samstag von 10.00 bis 17.00 Uhr.