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Johannes Pinneberg ist kein Held – und gerade deshalb trifft seine Geschichte so ins Mark. Er ist jung, voller Hoffnung, frisch verliebt in das „Lämmchen“ Emma, und er möchte eigentlich nur eins: ein einfaches, ehrliches Leben aufbauen. Doch als die beiden heiraten und ein Kind erwarten, geraten sie in einen Strudel aus sozialem Druck, Existenzängsten und beruflicher Unsicherheit. Pinneberg verliert seine Stelle, neue Anstellungen bringen Demütigungen statt Sicherheit – und das Versprechen eines besseren Lebens scheint mit jedem Monat weiter zu zerbröseln.
Der Film „Kleiner Mann – was nun?“ (1967) nach dem weltberühmten Roman von Hans Fallada begleitet Pinneberg und Lämmchen durch den Alltag einer jungen Familie, die zwischen Hoffnung und Verzweiflung versucht, nicht unterzugehen. Was zunächst wie eine intime Liebesgeschichte beginnt, entfaltet sich als schonungsloser Blick auf eine Gesellschaft, in der Menschlichkeit oft am Geldbeutel gemessen wird: Arbeitslosigkeit, soziale Ausgrenzung, Abhängigkeit und die Kälte einer Zeit, in der „Tüchtigkeit“ als einziges Recht auf Würde gilt.
In ruhigen Bildern, mit präzisem Blick für Details und einer eindringlichen Nähe zu seinen Figuren erzählt der Film von der Zerbrechlichkeit bürgerlicher Sicherheiten – und von der Frage, wie man sich in einer Welt behauptet, die den Einzelnen verschlingt. Pinneberg bleibt dabei kein abstraktes Symbol, sondern ein zutiefst menschlicher Charakter: unsicher, oft überfordert, manchmal naiv – aber getragen von einer Liebe, die stärker ist als die Angst.
„Kleiner Mann – was nun?“ ist damit weit mehr als ein Zeitdokument: Es ist ein emotionaler und aktueller Film über gesellschaftliche Abstiegserfahrungen, über das Ringen um Würde und über die fragile Kraft von Partnerschaft, wenn alles andere ins Wanken gerät.
Licht aus und Film ab – einmal im Monat zeigt das Kultur: Haus Dacheröden ausgewählte Literaturverfilmungen mit kurzer Einführung. Wer eine intime, gemütliche Atmosphäre einem großen Kinosaal vorzieht, ist hier genau richtig. Erleben Sie die Filme bei Kerzenschein, einem kühlen Getränk und ein paar Snacks, präsentiert werden Verfilmungen klassischer und zeitgenössischer Literatur – von „Tschick“ bis „Nackt unter Wölfen“, von neu bis alt. Eine kurze Einführung vor Beginn der Vorstellung durch die Erfurter Filmemacherin und Kuratorin der Veranstaltungsreihe Susanne Aßmann gibt einen Überblick über die Hintergründe des Filmes.
Länge: 233 Minuten
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