today Mittwoch, 10.06.2026 - 19:30 Uhr
place Kultur: Haus Dacheröden

Kino im Salon | Erlesene Filme: Mittagsstunde

Der Einlass beginnt in der Regel 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn.
Kino im Salon | Erlesene Filme: Mittagsstunde
Foto: Majestic / Christine Schroeder

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Ingwer Feddersen hat es geschafft: raus aus dem Dorf, rein ins akademische Leben. In Kiel arbeitet er als Dozent, führt ein ruhiges, geordnetes Dasein – bis ein Anruf alles verändert. Seine Großeltern, die ihn großgezogen haben, kommen allein nicht mehr zurecht. Ingwer nimmt sich ein Sabbatjahr und kehrt zurück nach Brinkebüll, in jenes nordfriesische Dorf, aus dem er einst geflohen ist. Doch Brinkebüll ist nicht mehr das, was es einmal war: Häuser stehen leer, die Dorfkneipe verliert ihre Gäste, Gemeinschaft zerbröckelt – und mit ihr eine ganze Sprache, eine Kultur, ein Lebensgefühl.

Der Film nach dem Bestseller von Dörte Hansen (2018) ist ein melancholischer Blick auf das Verschwinden ländlicher Strukturen in Norddeutschland – erzählt mit trockenem Humor, feiner Beobachtung und einem Gespür für die stillen Dramen des Alltags. Zwischen Erinnerungen an Kindheit und Jugend und der Gegenwart, die von Pflege, Abschied und Veränderung geprägt ist, wird Ingwers Rückkehr zu einer Reise in die eigene Herkunft: Was bleibt von Heimat, wenn alles sich wandelt? Und was bedeutet Zugehörigkeit, wenn man längst gegangen ist?

Regisseur Lars Jessen inszeniert „Mittagsstunde“ als warmherziges, ruhiges Filmdrama voller leiser Zwischentöne. Charly Hübner spielt Ingwer mit norddeutscher Nüchternheit und innerer Zerrissenheit, an seiner Seite beeindrucken u. a. Peter Franke und Hildegard Schmahl als Großelternpaar, das zwischen Sturheit, Würde und Verletzlichkeit seinen Platz in einer neuen Zeit sucht. Ohne Pathos, aber mit großer Empathie erzählt der Film von Generationsbrüchen, vom Verlust vertrauter Welten – und von dem Versuch, im Wandel Halt zu finden.

„Mittagsstunde“ (2022) ist eine Literaturverfilmung, die berührt, weil sie so unaufgeregt erzählt: ein poetischer, zugleich sehr realistischer Film über das langsame Verschwinden eines Dorfes – und über das, was Menschen zusammenhält, wenn das Alte nicht mehr trägt.

Licht aus und Film ab – einmal im Monat zeigt das Kultur: Haus Dacheröden ausgewählte Literaturverfilmungen mit kurzer Einführung. Wer eine intime, gemütliche Atmosphäre einem großen Kinosaal vorzieht, ist hier genau richtig. Erleben Sie die Filme bei Kerzenschein, einem kühlen Getränk und ein paar Snacks, präsentiert werden Verfilmungen klassischer und zeitgenössischer Literatur – von „Tschick“ bis „Nackt unter Wölfen“, von neu bis alt. Eine kurze Einführung vor Beginn der Vorstellung durch die Erfurter Filmemacherin und Kuratorin der Veranstaltungsreihe Susanne Aßmann gibt einen Überblick über die Hintergründe des Filmes.

Länge: 97 Minuten

Preis Vorverkauf: 8,00 € Abendkasse: 11,00 €
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Sa: 10:00 – 17:00 Uhr

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