Hohe Kosten, leere Kassen: Immer mehr Menschen in Deutschland werden pflegebedürftig, aber an Pflegepersonal mangelt es – oft übernehmen pflegende Angehörige. Der Beruf erscheint nicht sehr attraktiv mit Schichtarbeit und Stress bei mittelmäßiger Bezahlung. Andererseits kann ein sozialer Beruf, in dem Menschen geholfen wird, viel zurückgeben. Darüber sprechen wir im Politischen Salon mit Helga Schubert (Autorin, u.a. „Der heutige Tag“), die jahrelang ihren Mann gepflegt hat, und Reinhard Hucke (Pflegekraft und Moderator bei Radio F.R.E.I.), für den Einsamkeit im Alter ein großes Thema ist. Das Publikum ist dazu eingeladen, ins Gespräch einzusteigen.
Helga Schubert, geboren 1940 in Berlin, war Psychotherapeutin und Schriftstellerin in der DDR. Sie zog sich aus der literarischen Öffentlichkeit zurück, bis sie 2020 mit der Geschichte „Vom Aufstehen" den Ingeborg-Bachmann-Preis gewann. Der gleichnamige Erzählband erschien 2021 bei dtv und war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. 2023 erschien „Der heutige Tag. Ein Stundenbuch der Liebe", 2024 wurde Helga Schubert mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Landeskulturpreis MV ausgezeichnet.
Reinhard Hucke ist Quereinsteiger in der Pflege. Er arbeitet seit 13 Jahren als Pflegekraft und Alltagsbegleiter in einem ambulanten Pflegedienst im Rieth. Seine Erkenntnis: Neben der Pflege - Verbände anlegen oder Insulin verabreichen - ist das große Thema Einsamkeit im Alter. Weitere Themen, die Reinhard beschäftigen: Die Ausbildung im Pflegeberuf ist zu lang und die Betreuungsangebote müssen verbessert werden. Reinhard moderiert außerdem bei Radio F.R.E.I. die Sendung "Generationenecho", eine Sendung für ältere Menschen.
Moderation: Ulrich Böhme (MDR)
Um 18 Uhr wird zunächst der Film „Who cares?“ (Stephan Witthöft, Mirko Hempel/Friedrich Ebert Stiftung, 52 Min.) gemeinsam geschaut, ab 19.30 Uhr beginnt zur gewohnten Uhrzeit das Podiumsgespräch.
Die Reihe „Nachgefragt. Der Politische Salon im Kultur: Haus Dacheröden“ möchte über Themen diskutieren, die gesellschaftlich relevant sind und die Menschen bewegen. Anders als in der politischen Arena, in der oft mit Verkürzungen und Zuspitzungen gearbeitet wird, soll in den Salons eine an der Sache orientierte und differenzierte Auseinandersetzung stattfinden, der streitbare, aber auch respektvolle Diskurs gesucht werden. Das Publikum ist ausdrücklich eingeladen, sich aktiv in das Gespräch einzubringen.
In Kooperation mit dem Katholischen Forum im Land Thüringen und dem MDR Thüringen