Die Erfurter Herbstlese wird 30. Die Hälfte der Zeit prägte ihr Mitbegründer Michael John als nimmermüder Organisator und Impresario das Festival. Neben den Büchern galt seine Leidenschaft auch dem Film und der Musik. Die kunstvolle, rabenschwarze französische Thriller-Satire „Gefahr in Verzug“ um den zwar mittellosen dafür aber umso attraktiveren Gitarrenlehrer David, uraufgeführt auf der Berlinale 1985, vereint beide Facetten vorzüglich und kann als einer seiner ganz besonderen Favoriten gelten. Im Konzert der Pianistin Olga Chelova kommt zu Michael Johns Ehren das Beste des Soundtracks mit Kompositionen von Granados und Schubert zum Klingen. Ergänzt wird das Konzert mit Stücken von Bach, Beethoven und Chopin.
Olga Chelova, geboren in Odessa, vereint in ihrem Spiel technische Brillanz, Tiefe und poetische Vorstellungskraft. Sie begann im Alter von vier Jahren Klavier zu spielen. Sie erhielt ihre Ausbildung an der legendären Stolyarsky-Schule in Odessa, die weltberühmte Musiker wie Emil Gilels und David Oistrach hervorbrachte. Im Alter von siebzehn Jahren schloss sie die Schule mit Auszeichnung ab und spielte Johannes Brahms' Klavierkonzert Nr. 2 in ihrem letzten Konzert – ein Ereignis, das den Beginn ihrer internationalen Karriere markierte. Nach ihrem Studium an der Universität für Musik, Drama und Medien in Hannover sowie an der Mozarteum-Universität Salzburg fand sie ihren entscheidenden Mentor in Professor Grigory Gruzman (Musikhochschule FRANZ LISZT Weimar).