Filmvorführung „Verriegelte Zeit“ mit anschließendem Gespräch
1989 hat das Leben in Ost und West verändert. Mit dem Mauerfall, der deutschen Wiedervereinigung und den Transformationen nach 1990 verbinden sich sehr unterschiedliche Erfahrungen und entsprechend vielfältige deutsch-deutsche Erinnerungen. Der fundamentale Umbruch des politischen Systems, das Ende des vertrauten gesellschaftlichen Gefüges und auch der institutionellen Eigentumsordnung Ostdeutschlands wird heute rückblickend ganz verschieden imaginiert.
In der gemeinsamen Filmreihe des Sonderforschungsbereichs „Strukturwandel des Eigentums“ und des Exzellenzclusters „Imaginamics“ möchten wir auf die größeren und kleineren Folgen von 1989 blicken: Auf die mit der Privatisierung und Deindustrialisierung der früheren Staatsbetriebe verbundenen tiefgreifenden Veränderungen der Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse, der Betreuungs- und Absicherungssysteme und der privaten Eigentumsarrangements; auf die Veränderungen der sozialen Beziehungen und politischen Kultur.
Anhand von literarischen Werken, Dokumentar- und Spielfilmen möchte die Veranstaltungsreihe Diskussionen über Erinnerungen an die 1990er mit einem breiten Erfurter Publikum und darüber hinaus anstoßen. Die ausgewählten Filme und Bücher sollen einen Bezug zu Thüringen haben und Einblicke in das Alltagsleben geben, sie sollen die Tradierung und Transformation politischer Orientierungen und Haltungen sichtbar machen, wie sie in Familien, Freundeskreisen oder unter Arbeitskollegen vertreten wurden, und so dabei helfen, die vergangenen Imaginationen der gemeinsamen Zukunft zu thematisieren.
Wir beginnen die Filmreihe am 19.11.2026 um 18 Uhr im Kultur: Haus Dacheröden in Erfurt mit dem Film „Verriegelte Zeit“ und einem anschließenden Gespräch zwischen der Regisseurin des Films, Sybille Schönemann, und Anne Barnert.
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft