Zwischenräume sind keineswegs leere Flächen – sie bergen Spannungen, Übergänge und ermöglichen neue Perspektiven. Auch die Ausstellung von Wolfgang Sobol und Lutz Gode macht solche Zwischenräume sichtbar. Aus einer Situation heraus entstanden, die eine kurzfristig abgesagte Ausstellung hinterließ, begegneten sich die beiden Thüringer Künstler und entwickelten einen gemeinsamen künstlerischen Dialog, in dem ihre Werke einander bewusst gegenübergestellt werden.
Lutz Gode schafft expressive und zugleich hochsensible großformatige Malerei, Porträts und Papierplastiken, in denen er sowohl Wunder als auch Abgründe der Welt thematisiert. Seine Arbeiten entstehen vorwiegend als Mischtechniken, die zwischen Abstraktion, grafischer Strenge und direkter, mitunter schriftbasierter Ausdrucksweise wechseln. Tägliche Skizzen, visuelle Tagebucheinträge widerspiegeln Wahrnehmungen und Wertungen seines Lebens. Lutz Gode wurde 1940 in Beuthen (heute Bytom, Polen) geboren. Nach dem Studium der Wandmalerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden begann Gode 1965 seine Lehrtätigkeit für künstlerisches Gestalten an der Pädagogischen Hochschule Erfurt und war später im Bereich Kunsterziehung an der Universität Erfurt tätig.
Wolfgang Sobols außergewöhnliche Sicht auf Landschaft zeigt sich in einer in Ansätzen analytisch-strukturellen, malerischen Verarbeitung seiner Erfahrungsräume. Im Zentrum steht für ihn die Darstellung struktureller Eigenarten, insbesondere von Baumformen. Blassfarbene Himmelsverläufe öffnen einen scheinbar endlosen Hintergrund – vielleicht auch den „Sobolschen Horizont“ –, vor dem entkleidete Baumriesen gestisch ihre Wesenszüge entfalten. Natur erscheint hier im weitesten Sinne als eine vom Verschwinden bedrohte Existenzform. Diese Perspektive – die permanente Vergänglichkeit allen Seins – ist tief in seinen Werken verankert. Wolfgang Sobol wurde 1952 in Blankenhain bei Weimar geboren. Er studierte Sportwissenschaften, beschäftigte sich mit Digitalfotografie und absolvierte Meisterkurse der Malerei an der Kunstakademie Bad Reichenhall. Heute lebt und arbeitet er in Altersbach (Thüringen).
Vernissage: 3. Juni 2026, 19 Uhr
Die Ausstellung ist vom 04. Juli – 26. September 2026 Dienstag bis Freitag 12 - 17 Uhr und Samstag 10 - 17 Uhr (ausgenommen Feier- Sonn- und Montage oder geschlossene Veranstaltungen) in den Galerieräumen des Hauses zu sehen. Die Ausstellung ist barrierefrei zugänglich, Informationen dazu finden Sie hier.