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Erfurter Herbstlese
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April 10 2021

Vanessas Blog: Die Erfurter Herbstlese und ich (Teil 7, März 2021)

Verpflückt und zugenäht

Die Autorin mit Maske und Büchern zum gut finden.
Die Autorin mit Maske und Büchern zum gut finden.

Im Vergleich zum legendären März 2020, der auf Grund seiner gefühlten Länge vermutlich in die Geschichtsbücher eingehen wird, rauschte sein Nachfolger im Jahr 2021 wie im Flug vorbei. Während man letztes Jahr noch gebannt die Tage zählte und die Zeit angesichts der neuen Lockdown-Situation gar nicht zu vergehen schien, wachte man diesen März eines Tages auf und musste feststellen: „Hm. Auch schon wieder fast Monatsende“. Immer noch Lockdown, immer noch Maßnahmen. Und die berechtigte Frage: Was ist eigentlich mit dem März passiert? Wohin sind die vielen Tage verschwunden? Zumindest in Bezug auf mein FSJ kann ich diese Fragen beantworten.

Der März startete mit re:boot – einer Aktion, die dazu dienen sollte, auf Kunst und Kultur im Lockdown aufmerksam zu machen. Daran beteiligten sich unzählige kulturelle Institutionen, indem sie vom 5. bis zum 8. März künstlerische oder kreative Ideen der Öffentlichkeit präsentierten. Selbstverständlich nahmen auch wir, das Kultur: Haus Dacheröden, daran teil.

Eigens für diese Aktion suchten zwei Mitarbeiterinnen Bücher aus dem Buchasyl zusammen, die letztlich von meiner Mit-FSJlerin und mir zu Buchpaketen verpackt wurden. Anschließend brachten wir sie am Eingangstor in unterschiedlicher Höhe an, damit sie von Passanten in unterschiedlicher Greifhöhe mitgenommen werden konnten. Bücherpakte zum Pflücken! Die Idee fand entsprechenden Anklang und die Bücher fanden allesamt ein neues Heim.

Ebenfalls zu Beginn des Monats durfte ich meinem ersten „Zwischen Tür und Anger“-Dreh beiwohnen. Dabei handelt es sich um eine Interview-Serie, die man sich auf dem YouTube-Kanal der Erfurter Herbstlese ansehen kann. Dass dazu viel Aufwand betrieben wird, ist klar: Allein die Tatsache, dass zu den gewöhnlichen Dreharbeiten die Problematik der Geräuschkulisse hinzukommt, stellt eine Herausforderung dar. Dank meiner Einblicke ist mir einmal mehr bewusst geworden, wie viel Arbeit sich in einem kurzen Video verstecken kann.

Doch der März verbarg auch eine neue Botschaft, die erst gen Ende hin verkündet wurde und wieder einmal alles verändern sollte: Home-Office. Nahezu alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses wurden nun, auf Grund der steigenden Corona-Infektionszahlen, dazu angehalten, in Zukunft von zu Hause aus zu arbeiten. Dafür wurden alle entsprechend ausgestattet. Zumindest bis zum 06. April soll das Home-Office andauern – danach werden wir weitersehen. Dennoch gibt es auch einige Arbeiten, die weiterhin innerhalb des Hauses anfallen und zu denen wir FSJler dort auch erscheinen dürfen – getrennt voneinander natürlich. So räumten wir beispielsweise kürzlich das Bücherregal mit den gesamten Herbstlese- und Frühlingslese-Lektüren seit 1997 um. Eine Aufgabe, die man definitiv nicht zu Hause vom Laptop aus erledigen kann.

Während des Home-Offices kam es dann auch zu meinem ersten freien Bildungstag, der (wer hätte damit rechnen können?) dieses Jahr digital stattfand. Ich besuchte einen Workshop zum Thema Audiodesign und saß aufnahmewillig vor meinem Laptop, um das versierte Wissen der Leiterin in mich aufzunehmen. Es war auf jeden Fall sinnvoll für mich, daran teilzunehmen und hat auch Spaß gemacht, obwohl sich in all unseren Köpfen immer wieder die Frage finden lässt: „Was wäre wenn?“. Unter normalen Bedingungen hätten wir im Rahmen des Workshops nämlich selbst kreativ werden und uns praktisch ausprobieren können – so beschränkte sich das meiste leider auf den theoretischen Teil, da das notwendige Material eben nicht bei jedem zu Hause stand. Aber entsprechend der Umstände war der Workshop wirklich gut umgesetzt.

Damit neigt sich nun also der März dem Ende zu und übergibt den Staffelstab an den April, von dem niemand weiß, was er bereithält.

Alle Folgen von Vanessas Blog lassen sich einfach per Klick aufrufen:

Teil 1, September 2020 „Wie ich gleich zur Legende wurde“

Teil 2, Oktober 2020 „Kein Wort über Campino“

Teil 3, November 2020 „Absage-Frust und Video-Lust“

Teil 4, Dezember 2020 „Hurra, es ist eine Randspalte“

Teil 5, Januar 2021 „Eye in the Skype”

Teil 6, Februar 2021 „Applaus, Applaus“

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