Erfurter Herbstlese

Es lebe die Erfurter Herbstlese!
April 25 2015

Die Frühlingslese machte in Erfurt im Haus des Wohnens, am Flughafen, in der Universität, bei KNV Logistik sowie der Zentralklinik Bad Berka Station

Lese-Marathon zum Buch-Welttag

Die Statistik zeigt, wo die Deutschen am liebsten lesen (Quelle: Statista).
Die Statistik zeigt, wo die Deutschen am liebsten lesen (Quelle: Statista).

Die Herbstlese versuchte sich bis vor einigen Jahren am Lese-Marathon. „Book around the clock“ hieß dieses besondere Ereignis, das einen Tag lang alle zwei Stunden eine eigene Lesung präsentierte. Die Idee war bestimmt nicht die schlechteste, doch überstieg der Aufwand leider die Kraft der Herbstlese-Organisatoren bei weitem, die ja in dieser Zeit auch noch den „Rest“ ihres Literaturfestivals zu stemmen hatten. Zum Welttag des Buches wurde nun ein neuer Versuch gewagt: ein, um im Lauf-Bild zu bleiben, Fünftel-Marathon.

Doch es ging nicht nur um ein neues Format. Vielmehr starteten die Herbstleser in der Frühlingslese einen Versuch, mit neuen Partnern den großen Aufwand auf mehrere Schultern zu verteilen, erklärt Vereinsvorsitzender Dirk Löhr das Vorhaben. „Das Prinzip des Tages entspricht der Entwicklung unserer Festivals“, fügt er hinzu. Will meinen, man fängt klein an.

Und hat doch dabei größere Zusammenhänge im Blick. Ziel sei es gewesen, die Orte, an denen die Deutschen am liebsten lesen, in den Fokus des Tages zu rücken. Glaubt man den Statistikern, ist das eine klare Sache. Mit Abstand am meisten greifen die Leser im eigenen Zuhause zum Buch: Fast 72 Prozent schmökern am liebsten auf dem Sofa oder in einem Sessel, gefolgt vom Bett (58 Prozent), und dem Balkon, Garten oder Park (53 Prozent). Jeweils ein Viertel hat ein Buch beim Reisen, am Strand oder beim Arzt dabei.

Diesen Lese-Orten spürte die Frühlingslese am Welttag des Buches also nach. Dabei machte sie zunächst im Haus des Wohnens der Wohnungsbaugenossenschaft „Einheit“ Station. Dort erzählte Vorstand Christian Büttner nicht nur von den eigenen literarischen Vorlieben, er stellte auch das Projekt Bücherspende vor. In den Kisten mit Büchern entdeckte der Schauspieler Martin Schink Dumas‘ „Der Graf von Monte Christo“, aus dem er dann zwei Passagen vortrug.

Vorgelesen und erzählt wurde auch am Flughafen, wo Christina Rommel und TA-Redakteur Ingo Glase ihre jungen Zuhörer mit nach Bullerbü nahmen. Zeitgleich waren danach Fabian Hagedorn und Alexandra Koball im Café Hörsaal 7 der Universität und TA-Redakteur Klaus Jäger im Saal der „Station 33“ der Zentralklinik Bad Berka zu erleben. Letzter stellte dabei auch den Anfang seines fünften noch unveröffentlichten Romans vor.

Noch nicht erschienen ist auch „Der Rote“ aus der Feder von Landolf Scherzer. Für diese Langzeitreportage will der Südthüringer seine Eindrücke der ersten 100 Tage von Rot-Rot-Grün in Thüringen verarbeiten. Er und Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erzählten im Werkstatt-Gespräch bei KNV Logistik in Mittelhausen über die Mühen des Schreibens, und wie es ist, wenn über einen geschrieben wird.

Wer keine Bücher liest, hat es schwerer im leben – meinen 43 Prozent der Deutschen. Seit diesem Lese-Marathon könnten in Erfurt noch mehr Menschen diese Meinung teilen. Auch wenn noch nicht bei allen Angeboten des Tages ein Besucher-Ansturm zu erleben war, wie er die meisten der Herbstlese-Angebote inzwischen auszeichnet, zeigten sich alle Partner doch zufrieden. Ein Anfang ist gemacht, der in wenigen Monaten im regulären Programm eine Fortsetzung findet, ist Dirk Löhr überzeugt.

In den kommenden Tagen werde man beraten, was zudem 2016 besser zu machen sei, denn „den Welttag des Buches wollen wir ganz bestimmt wieder gemeinsam feiern“, verspricht der Vereinsvorsitzende.

Welttag des Buches 2015

Fotos: Holger John, Michael Grübner und Marco Schmidt (Thüringer Allgemeine).

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