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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Sept. 03 2021

19:00 Uhr
Kultur: Haus Dacheröden in Erfurt

Literarischer Salon: Günter de Bruyn und Elke ErbAbgesagt

Literarischer Salon im Kultur: Haus Dacheröden
Literarischer Salon im Kultur: Haus Dacheröden

Der Termin muss leider verschoben werden. Ein neuer Termin wird zeitnah bekannt gegeben.

Günter de Bruyn und Elke Erb "Je älter man wird, desto mehr gewöhnt man sich an sich selbst“.

So urteilte Günter de Bruyn am Lebensabend. Er verstarb am 4. Oktober 2020 im Alter von 93 Jahren. Mit ihm verlor die deutschsprachige Literatur einen ihrer großen Erzähler.

Im Weltkrieg verletzt, arbeitete er in der jungen DDR als Neulehrer und Bibliothekar, ehe er sich 1961 als freier Schriftsteller in der Mark Brandenburg niederließ. Mit „ Buridans Esel“ (1968) erzielte er erste Erfolge; sein Eintreten gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns ließ ihn ins Visier der Staatssicherheit geraten: Fortan wurde er ständig observiert. Seine Romane und Erzählungen wie „ Neue Herrlichkeit“ oder „ Preisverleihung“ erhielten Publikationsverbot und erschienen anfangs nur in der Bundesrepublik. 1987 forderte er auf dem Schriftstellerkongress, zusammen mit Christoph Hein, die Abschaffung der Zensur; 1989 lehnte er den Nationalpreis der DDR ab.

Günter de Bruyn ist der Erzähler der Mark Brandenburg und steht damit, nicht ganz zu Unrecht, in der Tradition Theodor Fontanes. Seine detailgetreue und zwischen Humor und Resignation oszillierende Prosa ist einzigartig.

Elke Erb wurde 2020 der Georg Büchner- Preis für ihr vor allem lyrisches Werk verliehen. Ihre Gedichte, häufig mit Kommentaren versehen, erschließen sich dem Leser nicht unmittelbar. Häufig wurde ihr deshalb der Vorwurf gemacht, sie sei schwierig: „ Celans Unauflöslichkeit gepaart mit Brechtscher Eindeutigkeit“. Unsere Auswahl bahnt Wege des Verstehens.

Geboren war sie in der Eifel; 1949 holte der Vater die Familie in die DDR. Elke Erb studierte Sprachen und übersetzte Marina Zwetajewa aus dem Russischen. Weitere Übersetzungen aus dem Englischen, Italienischen und Georgischen folgten.

Schon mit ihrem ersten Gedichtband „ Kastanienallee“ (1988) erregte sie international Aufsehen: Ihre Sprache voller kreativer Neuschöpfungen und kühner Metaphern prägte auch hinfort ihre Gedichte. Als Teil der Dichtergruppe vom Prenzlauer Berg und durch ihre Ehe mit Adolf Endler geriet auch sie in die Fänge der Staatssicherheit. Einen Überblick über ihr Gesamtwerk bietet der Band „ Das ist hier der Fall“, erschienen aus Anlass der Büchner-Preis-Verleihung.

Datum Freitag, 3. September 2021 - 19:00 Uhr
Preis Freier Eintritt
Ort

Anger 37, 99084 Erfurt, Thüringen, Deutschland

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