Erfurter Herbstlese

Es lebe die Erfurter Herbstlese!
April 20 2017

Der Rechtsmediziner Michael Tsokos stellt seinen neuen True-Crime-Thriller „Zerbrochen“ im Gewerkschaftshaus vor

Eine ganz besondere Vorlesung

Mit seinem dritten True-Crime-Thriller war Deutschlands bekanntestem Rechtsmediziner zum zweiten Mal in Erfurt.
Mit seinem dritten True-Crime-Thriller war Deutschlands bekanntestem Rechtsmediziner zum zweiten Mal in Erfurt.

Der Saal im Gewerkschaftshaus ist voll. Man sieht mehr Männer als sonst bei den Lesungen. Michael Tsokos, gerade 50 geworden, lebt ein erstaunliches Leben. Der international gefragte Experte leitet an der Berliner Charité das Institut für Rechtsmedizin und die Gewaltschutzambulanz sowie das Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin in Moabit. Er ist Herausgeber wissenschaftlicher Publikationen, moderiert Fernsehsendungen, hat fünf Sachbücher verfasst sowie vier Krimis geschrieben. Tsokos geht in Talkshows und auf Lesereisen, trainiert Taekwondo und trägt den schwarzen Gürtel.

April 08 2017

Matthias Brandt und Jens Thomas reisen mit „Raumpatrouille“ und „Memory Boy“ durch den Kosmos ihrer Kindheit

„Besser als die Stimme von Pa aus Bonanza“

„Dieses Buch wäre ohne unsere Freundschaft in der Kunst und im Leben nicht entstanden.“ Sagt Matthias Brandt über „Raumpatrouille“ Jens Thomas.
„Dieses Buch wäre ohne unsere Freundschaft in der Kunst und im Leben nicht entstanden.“ Sagt Matthias Brandt über „Raumpatrouille“ Jens Thomas.

Den vielleicht intensivsten Abend ihre Geschichte verdankt die Herbstlese dem Schauspieler Matthias Brandt und dem Musiker Jens Thomas. Beängstigend gut hatten sie 2015  im Erfurter Theater einen Albtraum zelebriert, eine Feier der Künste auf den Flügeln der Angst. Das Publikum hielt den Atem an und war hin und weg. Jetzt sind Brandt und Thomas wieder auf selbiger Bühne zu erleben. Statt fremder Texte  gibt es dieses Mal eigene. Ganz klar, der wunderbare Schauspieler Matthias Brandt kann nicht nur mit dem Wort der Anderen ganz vorzüglich umgehen.

April 01 2017

Der Berliner Lese-Stammgast stellt im Haus Dacheröden sein neues Buch „Mein Abendland“ vor

Christoph Dieckmann liest immer

Christoph Dieckmann (Bild: ekmd, Nicole Sturz)
Christoph Dieckmann (Bild: ekmd, Nicole Sturz)

Als Herbstlese-Vereinschef Dirk Löhr den Autor begrüßt, bleibt im Ungefähren, wie oft schon der Berliner Publizist Gast der Lesereihe gewesen ist. Sechsmal? Jedenfalls ziemlich oft. Vermutlich so oft wie kein anderer. Pastorensohn Christoph Dieckmann, geboren 1956  in Rathenow, DDR, aufgewachsen am Harz, studierter Theologe und seit 1991 der Hamburger „Zeit“ schreibend verbunden, ist ein fleißiger Buchproduzent. Sein jüngstes Werk heißt „Mein Abendland“, hat den Untertitel „Geschichten deutscher Herkunft“ und zeigt passend dazu auf dem Umschlag die Wartburg.

März 29 2017

Nachwuchs ohne Haarwuchs: Christian „Kuno“ Kunerts Roman-Debüt „Ringelbeats“

Fast so schön wie Ringelpietz mit Anfassen

Auf der Bühne, mit seiner Gitarre, legt Kuno erst richtig los.
Auf der Bühne, mit seiner Gitarre, legt Kuno erst richtig los.

Der Mann, der mit Renft in den frühen Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts zu unvergänglichem Rockerruhm kam, debütiert nun kurz vor seinem 65. Geburtstag als Schriftsteller, als Romanautor. Sein Erstling trägt den schönen Titel „Ringelbeats“. Klar, dass er seit dem Erscheinen immer wieder gefragt wird, ob das eine verkappte Autobiografie und der ostdeutsche Held Jacobus „Cobu“ Kubisch vielleicht doch ein gewisser Christian „Kuno“ Kunert aus Leipzig sei. Ebenso klar immer wieder die Antwort: „Nein, das ist ein Roman.“ 

März 28 2017

Gespräch mit Lena Walter, der neuen Geschäftsführerin im Haus Dacheröden

„Zum Glück wurde ich gefragt“

Hereinspaziert! Lena Walter will den Erfurtern und ihren Gästen das Haus Dacheröden ganz weit öffnen.
Hereinspaziert! Lena Walter will den Erfurtern und ihren Gästen das Haus Dacheröden ganz weit öffnen.

Seit Beginn des Jahres steht der Herbstlese-Verein im Erfurter Haus Dacheröden in der Verantwortung. Schon zuvor war klar, dass mit dem bisherigen Personalbestand - anderthalb Stellen plus ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur – kaum die ehrgeizigen programmatischen Ideen umgesetzt werden können. Der Verein suchte nach einer Geschäftsführerin für die historische Immobilie – und wurde fündig. Mit der 29-jährigen studierten Literaturwissenschaftlerin Lena Walter greift die Herbstlese auf eine gute Bekannte zurück; man kennt und schätzt sich seit vielen Jahren.

März 28 2017

Mit dem Welttag des Buches startet am 23. April das reguläre Programm

Das Haus Dacheröden – neu entdeckt

Wiedersehen macht Freude. Das Künstlerpaar Rafik Schami und Root Leeb eröffnen die erste Ausstellung im Haus in der Herbstlese-Zeit.
Wiedersehen macht Freude. Das Künstlerpaar Rafik Schami und Root Leeb eröffnen die erste Ausstellung im Haus in der Herbstlese-Zeit.

Nach mehrjährigen, nicht immer einfachen Verhandlungen mit der Stadt Erfurt ist es nun endlich soweit: Die Herbstlese ist angekommen im Haus Dacheröden, und startet am Welttag des Buches, den 23. April, ab 11 Uhr mit dem Eröffnungsprogramm. Zuhören, Anschauen, Nachdenken, Reden - das Haus Dacheröden im Herzen Erfurts wartet darauf, als ein Ort der literarisch-kulturellen Begegnung, als ein Ort für alle Erfurterinnen und Erfurter neu entdeckt zu werden. Ein Blick in das Angebot lohnt sich!

März 25 2017

Alfred Grosser und die Ethik der Identitäten: Ein Abend mit dem französischen Kulturbüro

Pessimistische Zuversicht

Vor wenigen Wochen erst ist der hellwache Alfred Grosser 92 Jahre alt geworden.
Vor wenigen Wochen erst ist der hellwache Alfred Grosser 92 Jahre alt geworden.

Alfred Grosser, der Politik- und Menschenversteher, der Erklärer und Aufklärer, der Europäer aus Paris, ist ein gern gesehener Gast in Thüringen. Begegnungen mit ihm, ob im Erfurter Barocksaal, auf der Wartburg, im Schloss Ettersburg oder anderswo, sind immer ein intellektuelles Vergnügen. Ein solches erlebt man auch jetzt wieder, da er zur Frühlingslese in der Aula des Erfurter Ratsgymnasiums das zahlreich erschienene Publikum in den Bann seiner Gedankenwelt zieht. Zwei kurzweilige Stunden lang. Es scheint ganz und gar unmöglich, von diesem unabhängigen Geist nicht beeindruckt sein.

März 21 2017

Torsten Ungers „Auf den Spuren von Faust“ im Haus Dacheröden

Von Erfurt nach Moskau

Vor dem Beginn der Lesung: Dr. Unger und Herbstlese-Vereinschef Dirk Löhr.
Vor dem Beginn der Lesung: Dr. Unger und Herbstlese-Vereinschef Dirk Löhr.

Im November 2016 präsentierte MDR-Kulturredakteur Torsten Unger seine Spurensuche „Johann Wolfgang von Goethe in Erfurt“ dem Herbstlese-Publikum. Selbstverständlich ging es dabei auch um den „Faust“ und darum, welche Anregungen der Dichter durch die Erfurter Faust-Sagen erhielt.Zwei Jahreszeiten später ist aus dem Herbstlese- ein Frühlingslese-Publikum geworden, und die eine oder der andere im gut gefüllten Saal am Anger 37/38 wird sich an den Goethe-in-Erfurt-Abend am Anger 62 bei Hugendubel erinnert haben. Denn sein neues Buch wandelt „Auf den Spuren von Faust“.

März 14 2017

Dagmar Manzel und Knut Elstermann stellen "Menschenskind" vor – eine Autobiographie in Gesprächen

Frühlingslese mit einem großen Theaterkind

Ein Diva ohne Allüren. Dagmar Manzel kurz vor ihrem Abend im Collegium maius.
Ein Diva ohne Allüren. Dagmar Manzel kurz vor ihrem Abend im Collegium maius.

Autobiographie nennt man die Beschreibung des Lebens eines Menschen durch diesen selbst. Wobei das mit dem Höchstselbst so eine Sache ist bei Prominenten. Oft lassen sie schreiben oder sich für ein Buch von einem Journalisten ihres Vertrauens ausführlich interviewen. Letzteres gelangt dann als „Autobiographie in Gesprächen“ in die Hand des geneigten Lesers. Das neueste der autobiographischen Gesprächsbücher heißt "Menschenskind" und gehört aus Sicht unseres Kritikers Sigurd Schwager zu den unbedingt lesenswerten.

Feb. 14 2017

Gesamtprogramm der Thüringer Frühlingslese 2017 vorgestellt

52 Lesungen in elf Thüringer Städten

Auch 2017 erwartet das Frühlingslese-Publikum ein breites Spektrum an Lesungen.
Auch 2017 erwartet das Frühlingslese-Publikum ein breites Spektrum an Lesungen.

Die Frühlingslese, die kleine Schwester der Herbstlese, hat es nicht eben leicht, sich innerfamiliär zu behaupten. Nicht, dass das Frühjahr mit weniger bekannten Autoren oder nur mäßig interessanten Neuerscheinungen aufwarten würde, doch tut sich das Publikum zu Beginn des Jahres deutlich schwerer. Aber: Jammern hat noch nie geholfen. Herbstlese-Programmchefin Monika Rettig konnte auch für die neue Saison ein schönes Programm zusammenstellen. Mit dem Diary-Slam oder der Dacheröden-Neueröffnung bietet der Frühling sogar Angebote, die der Herbst gar nicht kennt.

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