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März 03 2020

„Drehort Thüringen" ist ab dem 5. März im Kultur: Haus Dacheröden zu sehen

DEFA-Ausstellung zeigt Thüringen als Filmort

Armin Müller-Stahl und Jenny Gröllmann am Erfurter Fischmarkt, ©DEFA-Stiftung/Klaus Goldmann
Armin Müller-Stahl und Jenny Gröllmann am Erfurter Fischmarkt, ©DEFA-Stiftung/Klaus Goldmann

Von Kathleen Kröger (*)

Zwischen 1946 und 1992 entstanden bei der DEFA etwa 700 Spiel-, 450 Kurz-, 950 Animations- und 2000 Dokumentarfilme. Rund 900 davon wurden in Thüringen gedreht. Eine neue Ausstellung im Haus Dacheröden zeigt „Drehort Thüringen. DEFA-Produktionen 1946-1992“ mit nun erstmals 20 Stationen dieses regionalen Stücks Filmgeschichte und nimmt nicht nur ausgewählte Spielfilmproduktionen in den Blick, sondern weist auf deren lokalen Entstehungszusammenhänge hin. Zwischen Weimar und Sondershausen, von der Wartburg bis nach Leinefelde soll so ein facettenreicher Rundumblick der DDR-Filmgeschichte entstehen. Die Schau eröffnet am Beispiel prominenter Kinoproduktionen und Filmschaffenden einen Einblick in zentrale Themenbereiche und Genres des DDR-Films, die vom „antifaschistischen Film“ und der Thematisierung des „literarischen Erbes“ über den Kinderfilm bis zur unterhaltsamen Auseinandersetzung mit der Gegenwart reichen. Zu den bekannten Filmen gehören beispielweise die Produktionen „Thomas Müntzer“ (1954), „Nackt unter Wölfen“ (1963), „Alfons Zitterbacke“ (1965), „Lotte in Weimar“ (1974) und „Moritz in der Litfasssäule“ (1983), die noch heute im Gedächtnis vieler präsent sind.

Die in Zusammenarbeit mit der Universität Erfurt entstandene Ausstellung hat demnach den Anspruch, Thüringen als authentischen Filmort zu präsentieren und darüber hinaus anschaulich aufzubereiten, inwiefern sie Identitäten prägten und den sozialistischen Alltag widerspiegelten. Auch das von der Sparkasse Mittelthüringen geförderte Rahmenprogramm bietet zusätzliche Einblicke in die Filmgeschichte des Freistaats:
 
5. März, 19 Uhr: Der Dokumentarfilm „Filmland Thüringen. Von der DEFA bis zum Kinderfilm“ geht mit Schauspielern, Kostümbildnern und Regisseuren an die Drehorte in Thüringen und erzählen die Filmgeschichten hinter den Kulissen und wird zur Vernissage gezeigt.
 
20. März, 19 Uhr: DVD-Premiere zu „Dr. med. Sommer II“. Gezeigt wird der 1970 von Lothar Warnecke in Greiz, Halle und Berlin gedrehte Film, der die Geschichte eines jungen Arztes mitsamt seinen Herausforderungen im medizinischen Alltags in einer Thüringer Kleinstadt auf die Leinwand bannte.
 
18. April, 14 Uhr bis 18 Uhr: Die Forschungsgruppe „Kino in der DDR“ bietet in einem Nachmittagsworkshop Ein- und Ausblicke in ihr bürgerwissenschaftliches Projekt rund um die jüngere Geschichte der Lichtspielhäuser in den neuen Bundesländern.

18. April, 19 Uhr: Es folgt die Filmvorführung zum Streifen „Die Flucht“ (1977) und damit einem in Erfurt gedrehten Film, der trotz der Mitwirkung des beliebten Schauspielers Armin Müller-Stahl kurz nach der Premiere im Giftschrank der Zensur verweilen musste.

Zur Ausstellung wird es ein Begleitbuch mit DVD geben, in dem wichtige Aspekte der Schau aufbereitet werden. „Drehort Thüringen. DEFA-Produktionen 1946-1992“ ist vom 5. März bis 2. Mai in den Galerien des Haus Dacheröden zu sehen. Die Vernissage findet am Donnerstag, den 5. März um 19 Uhr statt

(*) Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der „Thüringer Allgemeine“ vom 3. März 2020.

 

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