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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Dez. 24 2020

Die Herbstlese blickt etwas traurig auf 2020 zurück - und hoffnungsfroh nach vorn

Herzlichen Dank an alle Spender!

Wenn das Fest sich dem Ende zuneigt, schaltet die Herbstlese am 26. Dezember ab 19.30 Uhr noch einmal die Videos mit Denis Scheck, Lutz Seiler und - auf dem Bild zu sehen - Stefan Schwarz für einen Tag auf Caroline TV  frei.
Wenn das Fest sich dem Ende zuneigt, schaltet die Herbstlese am 26. Dezember ab 19.30 Uhr noch einmal die Videos mit Denis Scheck, Lutz Seiler und - auf dem Bild zu sehen - Stefan Schwarz für einen Tag auf Caroline TV frei.

Von Casjen Carl (*)

Seit Wochen hängt im Haus Dacheröden eine Ausstellung mit Fotos des Erfurter Fotografen Uwe Steinbrück. Aber keiner kann sie anschauen. Es ist ein Beispiel für das Dilemma dieser Tage, meint Herbstlese-Vereinschef Dirk Löhr.

Es ist keine Neuigkeit zu sagen, dass natürlich auch das traditionelle Erfurter Lesefestival und dessen Macher durch Corona gebeutelt wurde. Am Ende des Jahres ist das aber nun auch in Zahlen abzulesen. Die Hälfte der geplanten Veranstaltungen sind ausgefallen, wegen der strengen Hygieneregeln konnten aber auch die durchgeführten nur von deutlich weniger Kulturfreunden besucht werden. So landeten auch nur ein Drittel der geplanten Eintrittsgelder in der Kasse.

Womit Dirk Löhr aber zu einer der guten Nachricht in der schwierigen Zeit kommt. Rund 10.000 Euro blieben beim Verein, weil treue Herbstlese-Freunde ihre Karten nicht wieder eintauschten. Oder ein Teil davon sich Gutscheine ausstellen ließ. Für beides sei er sehr dankbar. Letzteres habe ja noch einen motivierenden Effekt. „Darin steckt das Versprechen, dass es von unserer Seite weitergeht“, sagt Dirk Löhr, „aber auch, dass die Leute wieder zu uns und unseren Veranstaltungen kommen wollen.“

Ganz in dem Sinne hat die Herbstlese-Team jetzt Karten drucken lassen. Rosa, zwei bekannte Augen. Darunter steht: „Heute ist nicht alle Tage“ und auf der Rückseite die Fortsetzung des Paulchen-Panther-Spruchs. Daran nämlich will der Herbstlese-Verein keinen Zweifel lassen, dass er wiederkommt mit den bekannten Veranstaltungsreihen. Die Frühlingslese aber, so sagt es Dirk Löhr, sei in den Mai geschoben, wo die Durchführung realistischer erscheint. Als Zeichen des Optimismus halte man aber an zwei Terminen für Buch-Premieren fest, die im März stattfinden sollen. Und man habe natürlich schon einige weitere Veranstaltungen in Planung. Etwa ein besonderes – und ganz gewiss literarisches – Gedenken an Herbstlese-Mitbegründer Michael John, dessen Tod sich im Mai zum zehnten Mal jährt.

Im Haus Dacheröden arbeitet man derzeit an einem Konzept, was hygienetechnisch nicht so schnell auszuhebeln ist. Eben mit verstärkt Freiluftveranstaltungen. Mit großen Marktschirmen könnten 80 bis 90 Besucher auch vor Regen geschützt im Hof corona-konform teilnehmen. Eine Größenordnung, die einiges möglich mache. Unter Umständen auch für andere Veranstalter. Ein Treffen mit Akteuren von Schotte bis Museumskeller sei wegen der aktuellen Verordnung geplatzt, soll aber im Januar stattfinden. Dann könnte der Dacheröden-Hof auch für Konzerte oder Theater genutzt werden.

Innerhalb des Herbstlese-Teams spürt Dirk Löhr weiterhin viel Enthusiasmus, um das Lesefest weiterleben zu lassen. Auch wenn das Jahr viel Kraft gekostet habe. „Es gab Veranstaltungen wie die mit Joachim Gauck, die haben wir dreimal vorbereitet und sie ist trotzdem ausgefallen.“ Zudem verschiebe sich die Arbeit. „Früher haben wir im Sommer Luft geholt für den Herbst“, so Löhr, „jetzt müsse man gerade die warme Jahreszeit nutzen, um Pläne umzusetzen.“

Denn eines haben die Erfahrungen aus diesem Jahr auch gezeigt. Die Leute wollen Kultur live erleben. Digitale Angebote, wie sie die Herbstlese auch auf „Caroline TV“ bei Youtube unterbreitete, blieben auch bei kleineren Zugriffszahlen.

Und so will das HD, wie sich das Haus gern selbst nennt, auch die Ausstellung mit Fotos von Uwe Steinbrück so lange hängen lassen, bis sie echte Besucher gefunden hat.

Die Herbstlese-Videos mit Lutz Seiler, Stefan Schwarz und Denis Scheck gibt es noch einmal am 26. Dezember 2020 ab 19.30 Uhr für gut 24 Stunden auf „Caroline TV“, dem Youtube Kanal der Erfurter Herbstlese, zu sehen.

(*) Dieser Artikel erschien zunächst in der Ausgabe der "Thüringer Allgemeine" vom 22. Dezember 2020.

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