Erfurter Herbstlese

Es lebe die Erfurter Herbstlese!
April 28 2018

Zum 4. Mal gab es zur Frühlingslese einen Diary Slam – dieses Mal im Kultur: Haus Dacheröden und auch mit leisen Tönen

Die mutigen Sieben

Diary Slam der vierte - zum ersten  Mal im Kultur: Haus Dacheöden.
Diary Slam der vierte - zum ersten Mal im Kultur: Haus Dacheöden.

Von Elisabeth Reck

Seit drei Jahren gibt es nun schon einen Diary Slam in Erfurt. Die Idee dahinter: Mutige lesen aus ihren ganz privaten Erinnerungen, die sie vorher nur ihrem Tagebuch anvertrauen wollten. Doch nach einigen Jahren entwickeln manche Passagen einen ganz eigenen Reiz. Was gestern noch zum Heulen tragisch schien, sorgt heute für einige Heiterkeit. So auch im Kultur: Haus Dacheröden, wohin der Diary Slam in dieser Frühlingslese umgezogen war. Sieben Männer und Frauen trauten sich und öffneten zum Vergnügen des zahlreichen Publikums ihre Tagebücher und Herzen.

Der Thüringer Diary Slam ist ein Kind der Frühlingslese – und des jeweiligen jungen Menschen, der bei der Herbstlese sein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur absolviert, in diesem Jahr also ich, Elisabeth. Trotz aller Aufregung im Vorfeld hat sich aus meiner Sicht der Aufwand gelohnt, der nun einmal mit solch einem Abend verbunden ist. Vortragende wie Zuhörer hatten einen unterhaltsamen wie vergnüglichen Abend. Dabei wurden von den sieben mutigen Vortragenden ganz unterschiedliche Texte geboten. So kehrte neben viel Heiterkeit auch Nachdenklichkeit und auch ein bisschen Traurigkeit in den Festsaal des Kultur: Hauses Dacheröden ein.

Eröffnet wurde der auf Tagebucheinträge spezialisierte Slam diesmal von Elsa aus Jena, die aus ihren extra von den Eltern in der Heimat angeforderten Annalen alte Liebesgeschichten zum Besten gab. Es folgten weitere sechs Poeten mit ihren Aufzeichnungen, die von Reiseberichten aus Sibirien über einige Beichten – wie das Geständnis von der Panik vor dem Zahnarzt oder weniger schöne Erinnerungen an den ersten Kuss – bis zu Betrachtungen darüber reichten, wie es ist, Vater zu werden.

Nach zwei Ausscheidungsrunden schafften es Franziska Biester, die Autorin des Blogs „stattstadtmädchen“, und Jakob Brückner ins Finale. Erfurt oder Leipzig, es konnte nur einen Sieger geben. Oder eine Siegerin: Das begeisterte Publikum wählte mit seinem Applaus die Thüringerin zur Gewinnerin des Abends. Neben jeder Menge Ehre gab es für sie das ausgelobte kleine aber feine Preisgeld. Doch auch die anderen Slammer gingen nicht leer aus. Alle erhielten neben der Bewunderung des Publikums noch ein Tagebuch geschenkt. Als kleines Dankeschön für ihre große Offenheit und die Wahrhaftigkeit, mit der sie an diesem gelungenen Abend ihre Seele vor dem Publikum ausgebreitet haben.

So wird es wohl nicht bei vier Diary Slams bleiben. Die FSJ-Stelle wird schon bald wieder neu besetzt, er oder sie können dann der fünften Auflage ihren oder seinen ganz persönlichen Stempel aufdrücken. Ich wünsche schon viel Erfolg dabei!

Diary Slam (4)

Fotos: Dirk Löhr

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