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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
März 16 2021

Gespräch mit Vanessa Kaupe über FSJ Kultur bei der Erfurter Herbstlese

„Herbstlese – da muss ich hin“

Vanessa während einer schöpferischen Pause im schönsten Treppenhaus von Erfurt.
Vanessa während einer schöpferischen Pause im schönsten Treppenhaus von Erfurt.

Mit dem September beginnt für auserwählte junge Menschen bei der Herbstlese auch immer das Freiwillige Soziale Jahr Kultur, kurz FSJ. Für zwölf Monate ist auch Vanessa Kaupe ein fester Teil des Teams. Die 19-Jährige kommt aus dem beschaulichen Ladenburg und will in Erfurt viele Ideen für sich und ihre Zukunft sammeln. Wie sie sich ihr eigenes Projekt vorstellt, welchen grammatikalischen Abenteuern sie in ihrem Nebenjob begegnet und wo sich ihre Lieblingsecken in Erfurt befinden, hat sie im Gespräch verraten.

Vanessa, Du bist keine Puffbohne, wie man in Erfurt die hier Geborenen bezeichnet, wo kommst Du her?

Aus Ladenburg. Das ist so klein, dass es kaum jemand kennt. Deshalb sage ich immer, dass ich aus der Nähe von Heidelberg komme.

Und da kennt man die Erfurter Herbstlese? Oder wie hat es Dich zum FSJ ausgerechnet zu uns verschlagen?

Ich wollte die Zeit nach dem Abitur gern für eine Orientierungsphase nutzen, um erstmal den Schulalltag hinter mir zu lassen und meinen Weg zwischen Ausbildung oder Studium zu finden. Da ich viel lese und kulturell interessiert bin, habe ich mich nach FSJs umgeschaut und bin bei meiner Recherche auf das FSJ-Kultur gestoßen. Das kannte ich noch gar nicht und war sofort interessiert. Bei der weiteren Suche im Internet bin ich dann recht schnell auf die Herbstlese gestoßen und habe gedacht „Da muss ich hin“.

Und dafür bist Du extra umgezogen, ohne zu wissen, ob Du nach dem Jahr bei uns in der Stadt bleiben willst?

Ja, das Angebot des Literaturfestivals hat mich so angesprochen und die Möglichkeiten sind so vielfältig, sodass ich mich direkt für Erfurt entschieden habe. Jetzt wohne ich erstmal ganz nah am Stadtzentrum und es gefällt mir wirklich sehr gut hier. Es kann schon sein, dass ich nach dem FSJ woanders hin ziehe, aber vielleicht bleibe ich auch einfach hier. Mal schauen, wie es kommt.

Was hast Du denn als Neue in der Stadt bisher entdecken können?

Die Krämerbrücke ist sehr schön. Aber das sagen vermutlich alle, die neu hier sind. Den Stadtpark mag ich aber auch sehr. Um im Grünen zu sein und zum Spazieren.

Wie waren denn Deine ersten Wochen im FSJ?

Alle sind sehr nett und erklären mir die üblichen Abläufe. Vor allem der Ticketverkauf und die Buchungen fallen mir am Anfang noch etwas schwerer, aber das gibt sich mit der Zeit. Ich merke, wie ich sicherer werde. Ich war auch schon bei Abendveranstaltungen dabei und konnte schauen, wie dort alles in der Vor- und Nachbereitung abläuft und was zu tun und zu beachten ist.

Hast Du schon Ideen für Dein eigenes Projekt?

Inhaltlich brauche ich noch etwas Zeit für konkrete Ideen. Aber ich denke, dass ich etwas mit dem Medium Film probieren möchte. Das interessiert mich sehr und hier habe ich die Chance, tolle Technik zu nutzen und Input von Experten zu bekommen.

Das klingt kreativ und gleichzeitig sehr vernünftig. Was treibst Du sonst so, wenn Du nicht gerade bei der Herbstlese bist?

Ich habe noch einen kleinen Nebenjob als Lektorin für wissenschaftliche Texte. Die stammen meistens aus dem Fachgebiet Psychologie. In den Aufsätzen suche und korrigiere ich die Rechtschreib- und Grammatikfehler.

Das klingt sehr anspruchsvoll.

Ja, ich lese auch immer etwas Literarisches zum Ausgleich, damit ich mich besser fokussieren kann und Abwechslung habe. Ich lese allgemein sehr viel und schreibe auch selbst gerade an einem Roman.

Oh, wirst Du Deine Zeit bei uns vielleicht nutzen, einer Öffentlichkeit etwas von Deinem Schreiben zu präsentieren?

Inzwischen ist mein Blog zu meinen Abenteuern im FSJ online. Das ist schon cool.

Hast Du zum Abschied noch eine Lebensweisheit für uns?

Da fällt mir spontan Franz Kafka ein: „Das Glück zu begreifen, dass der Boden, auf dem du stehst, nicht größer sein kann, als die zwei Füße ihn bedecken“. Aber das muss man jetzt nicht so ernst nehmen (lacht).

Wow. Danke, liebe Vanessa!

Das Gespräch führte Kathleen Kröger

Übrigens, was Vanessas Kollegin Cora von ihrem FSJ hält, ist hier zu lesen: „Einfach rangehen und machen“

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