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Erfurter Herbstlese
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Okt. 28 2022

Terbishdagva und Kunze lernten sich bei der „Trans Mongolia“ kennen

Zwei außergewöhnliche Freunde

Dendev Terbishdagva und Guido Kunze (c) Jens Vögele
Dendev Terbishdagva und Guido Kunze (c) Jens Vögele

Guido Kunze kann es einfach nicht lassen. Nach unzähligen erfolgreichen Rekordversuchen in faktisch allen Erdteilen zog es den 57-Jährigen in diesem Jahr mit seinem Rad in die Mongolei. Sein Ziel: Die Durchquerung des Riesenlandes von der russischen zur chinesischen Grenze in weniger als sechs Tagen. Natürlich hat es, trotz aller Widrigkeiten, wieder geklappt. Nach 5 Tagen, 21 Stunden und 59 Minuten erreichte er Baruun-Urt im Osten der Mongolei. Zwar sind es von dort aus noch gut 250 Kilometer bis zur Grenze zu China – „aber es gibt bis dahin nichts, was man noch annähernd als Straße bezeichnen könnte“, heißt es lapidar auf der Webseite des Mühlhäusers.

Trotz aller Anstrengungen und Quälerei blieb Guido genug Zeit für Begegnungen und tiefe Eindrücke in ein faktisch unbekanntes Land. Besonders freute ihn das Treffen mit Dendev Terbishdagva. Es legte den Grundstein für eine tiefe Freundschaft. Jetzt hat der Mongole ein Buch über sein Leben vorgelegt, für das sich Guido Kunze mit aller Kraft ins Zeug legt. Beide Männer sind nun im Kultur: Haus Dachröden zu erleben.

Im Gespräch wie im Buch erzählt Terbishdagva, der in einer Jurte geboren wurde, von seinem außergewöhnlichen Lebensweg. Er studiert in der DDR, wo er eine Zeitenwende erlebt. Ein Bröckchen der Berliner Mauer bewahrt er heute noch auf, in einen blauen Seidenschal gewickelt, einen Khadag, der für Mongolen nach buddhistischer Tradition heilig ist. In der bislang unbekannten Marktwirtschaft wird er zum erfolgreichen Unternehmer, geht jedoch nach einem Jahrzehnt in die Politik, will mitwirken, sein Land voranzubringen. Von 2002 bis 2004 ist er zudem Botschafter in Deutschland.

Doch der Mongole erlebt auch, wie Parteien zu „Schützengräben der Oligarchen“ mutieren und die Mongolei als Rohstofflieferant ausgeplündert wird. Er sieht, wie Gewinne privatisiert und Verluste vergesellschaftet werden. Als Mann der Praxis und der Politik erhebt er seine Stimme vom anderen Ende der globalisierten Welt und rückt damit Probleme in unseren Blickwinkel, die auch das Leben im Westen betreffen; er hat Botschaften, die berühren.

 

                        Dendev Terbishdagva

                        „Im Jahr des roten Affen.
                        Ein Nomade zwischen Jurte
                        und Brandenburger Tor“

                        Lesung und Gespräch mit
                        Extremsportler Guido Kunze

Donnerstag, 3. November 2022, 19:30 Uhr
Kultur: Haus Dacheröden, Anger 37, 99084 Erfurt

Eintritt: 5,00 Euro

 

 

Tickets und weitere Informationen, auch zu den Öffnungszeiten der Vorverkaufsstelle und den laufenden Ausstellungen, sind zu finden unter dacheroeden.de.

 

 

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