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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Juni 13 2019

Aufruf zum Eobanus-Hessus-Wettbewerb für junge Schreibende

Die Tradition lebt

Gaben den Startschuss für 2019: Lena Walter (Geschäftsführerin Kultur: Haus Dacheröden), Michael Helbing (Kulturredakteur „Thüringer Allgemeine“), Monika Rettig (Herbstlese-Verein) und Tobias Knoblich (Kulturdezernent der Stadt Erfurt).
Gaben den Startschuss für 2019: Lena Walter (Geschäftsführerin Kultur: Haus Dacheröden), Michael Helbing (Kulturredakteur „Thüringer Allgemeine“), Monika Rettig (Herbstlese-Verein) und Tobias Knoblich (Kulturdezernent der Stadt Erfurt).

Nach seiner Revitalisierung im vergangenen Jahr ruft der Eobanus-Hessus-Schreibwettbewerb auch 2019 wieder junge Schreibende dazu auf, ihre Texte einzusenden. Am 12. Juni starteten die Stadt Erfurt gemeinsam mit dem Herbstlese-Verein in die neue Saison. Gesucht werden wieder junge Texte, die zwei Kriterien erfüllen müssen.  Zur Teilnahme sind zum einen alle 18- bis 30-Jährigen zugelassen, die in Thüringen leben. Zum anderen gelten eine Obergrenze von 10.000 Zeichen für einen Text oder ein Maximum von drei Gedichten.

Erfurts Kulturdezernent Tobias Knoblich freut sich bereits auf die zu erwartenden Versuche der nachwachsenden Generation. „Sie erfahren durch die mögliche Lesung ihrer Texte bei der Herbstlese und der damit verbundenen Veröffentlichung eine besonders motivierende Anerkennung“, sagte er am Mittwoch zum Wettbewerbsbeginn. Quasi nebenbei wird so das literarische Netzwerk der Thüringer Landeshauptstadt noch enger geknüpft. „Das ist eine gute Nachricht für alle, die Literatur in all ihren Formen und Spielarten lieben“, fügte er hinzu.

Die von Namensgeber Eobanus Hessus (1488-1540) begründetet Tradition des feinen Schreibens werde so fortgesetzt und in die Zukunft getragen. Spätestens mit dem Siegeszug des Poetry Slam, der inzwischen als fester Bestandteil zum kulturellen Angebots Erfurts zählt, sind aus der Sicht von Monika Rettig Begriffe wie Poet oder Poetin wieder in aller Munde. Auch wenn nicht gleich alle Texte mit der Sprachgewalt des in die Zeit der beginnenden Reformation hineingeborenen Humanisten mithalten können, sind doch alle Versuche auch aller Ehren wert, machte die Herbstlese-Programmchefin dem schriftstellerischen Nachwuchs Mut.

Über die Güte der Texte und die Vergabe der Preise entscheidet auch 2019 eine prominent besetzte Jury. Unterstützung erfährt der Wettbewerb von neuen und wiedergefundenen Partnern. Neben dem Förderverein Humanistenstätte Engelsburg e.V., der den Schreibwettbewerb 2001 mit aus der Taufe gehoben hatte, zählen dazu auch die Sparkasse Mittelthüringen, der Friedrich-Bödecker-Kreis für Thüringen e.V., die Buchhandlung Hugendubel in Erfurt, die Literarische Gesellschaft Thüringen e.V., der Thüringer Literaturrat und der Schriftstellerverband Thüringen. Als Medienpartner schaffen die Thüringer Allgemeine, Radio F.R.E.I. sowie das „hEFt für literatur, stadt und alltag“ die nötige Öffentlichkeit.

Eobanus Hessus
Mitten hineingeboren in den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit und damit in einen epochalen Umbruch mit all seinen Erschütterungen im Denken und Fühlen der Menschen, entwickelte sich der Studiosus in Erfurt, wo er sich 1504 an der Universität immatrikulierte, zum "Dichterkönig" und maßgeblichen Vertreter des deutschen Humanismus. Der Professor für Sprache, Poesie und Rhetorik versammelte in der Engelsburg Freunde und Mitstreiter und machte sie zu einem Ort des lebendigen intellektuellen Austausches über Literatur, Politik und Zeitgeschehen, zu einer "Poetenburg", wie sie damals bald genannt wurde.

Der Wettbewerb
Der Schreibwettbewerb möchte junge Literatur in Thüringen fördern, ihre Bandbreite und ihr Potenzial zeigen. Eingeladen zur Teilnahme sind alle Schreibenden zwischen 18 und 30 Jahren, die in Thüringen leben. Es gibt kein übergeordnetes Thema, zu dem Texte verfasst werden sollen, lediglich die Eingrenzung auf die Gattungen Prosa und Lyrik. Prosatexte dürfen einen Umfang von maximal 10.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) haben, bei der Lyrik können bis zu drei Gedichte eingereicht werden.

Der Schreibwettbewerb steht im Geiste von Eobanus Hessus und der mit dem Humanismus verbundenen aufklärerischen Werte der Toleranz, individuellen Freiheit und Menschenwürde. Er soll ermuntern und ermutigen, sich mit unserer Zeit, ihren Herausforderungen und Widersprüchen literarisch auseinanderzusetzen und einen authentischen Ausdruck zu finden.

Erlaubt ist innerhalb der oben genannten Grenzen alles – ganz im Sinne des Voltaire-Wortes: "Jede Art zu schreiben ist erlaubt, nur nicht die langweilige." Es dürfen also witzige, traurige, ironische, wütende, satirische oder sonst wie ausgerichtete Texte sein. Ausschlaggebend für die Prämierung ist am Ende die literarische Qualität des Textes.

Die Preise
Vergeben werden folgende Auszeichnungen:

  • Drei Hauptpreise, jeweils mit € 400,00 dotiert
  • Drei Förderpreise in Form eines Büchergutscheins in Höhe von € 100,00
  • Ein Publikumspreis für die beste Textdarbietung bei der öffentlichen Preisverleihung am 6. Dezember im Kultur: Haus Dacheröden

Teilnahmebedingungen
Einsendeschluss ist der 1. September 2019. Alle Einsendungen sind bitte ausschließlich per E-Mail an eobanus-hessus@herbstlese.de zu senden. Die eingereichten Texte müssen anonymisiert sein, also ohne Nennung des persönlichen Namens. Außerdem ist ein Anschreiben erforderlich, dem Name, Adresse, E-Mail & Telefon, Geburtsdatum und der Titel des Textes bzw. der Gedichte sowie eine kurze Beschreibung zur Person und zu den bisherigen literarischen Aktivitäten zu entnehmen sind.

Die Jury
Die Jury liest alle eingereichten Texte, die die genannten Kriterien erfüllen. Sie setzt sich aus den folgenden Personen zusammen:

  • Ingrid Annel, Schriftstellerin
  • Anke Engelmann, Autorin und Journalistin
  • Michael Helbing, „Thüringer Allgemeine“
  • Monika Rettig, Erfurter Herbstlese e.V.
  • Ellen Scherzer, Friedrich-Bödecker-Kreis für Thüringen
  • Hildegard Seidel, Leiterin der Stadtbibliothek Nordhausen

Der Verein 
Der Verein Erfurter Herbstlese betreibt seit Anfang 2017 mit Unterstützung der Stadt Erfurt das Kultur: Haus Dacheröden als offenes Bürger- und Literaturhaus und bringt in dieses neue Projekt seine über viele Jahre erworbene Kompetenz als literarischer Veranstalter ein. Mit den Festivals "Erfurter Herbstlese" und "Frühlingslese" hat der Verein eine Erfolgsgeschichte geschrieben, die anhält und von der sowohl das Kultur: Haus Dacheröden als auch der Eobanus Hessus Schreibwettbewerb profitieren sollen.

Die Anbindung des Wettbewerbes an das Kultur: Haus Dacheröden mit seinen Lesungen, Diskussionsforen, einer offenen Lesebühne, Werkstätten für Kreatives Schreiben und Reihen, die sich mit literarischer Produktivität und dem Literaturbetrieb in all seinen Facetten befassen, eröffnet die Chance, junge Literatur aus Thüringen über den Wettbewerb hinaus zu präsentieren und zu diskutieren, zu fördern und zu vernetzen.

Die Preisverleihung
Die Preise werden am 6. Dezember 2019 im Rahmen des Festivals "Erfurter Herbstlese" während einer öffentlichen Lesung im Kultur: Haus Dacheröden vergeben. Die Texte des Wettbewerbes werden außerdem im Erfurter Magazin hEFt veröffentlicht und finden Eingang in die Anthologie der Preisträgerinnen und Preisträger, die in mehrjährigem Abstand erscheint.

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Unser Literaturverein organisiert seit 1997 die Erfurter Herbstlese, die zu den großen literarischen Veranstaltungsreihen in Deutschland gehört. Es lebe die Erfurter Herbstlese!

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