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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Sept. 23 2022

Zwei Abende sind dem Thema gewidmet mit Sabine Adler und Landolf Scherzer

Die Ukraine ist Thema bei der Herbstlese

Sabine Adler (c) Natascha Zivadinovic Janke
Sabine Adler (c) Natascha Zivadinovic Janke

Seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine bestimmt der Konflikt – spätestens seit dem Streit um steigende Energiepreise ­– die Debatte in Deutschland. Dabei erreichen die zum Teil mit scharfen Worten geführten Auseinandersetzungen gleichermaßen den Plenarsaal des Bundestags wie die heimischen Wohnzimmer. Ein literarisches Festival kann sich dieser Debatte im Eigeninteresse wie dem des geschätzten Publikums nicht entziehen. Bei der Herbstlese war der Krieg, seine Ursachen wie Auswirkungen, ein gewichtiges Argument für die Wahl des diesjährigen Mottos „Die Zeit heilt alle Wunden?“.

Wenn kommende Woche mit Sabine Adler („Die Ukraine und wir“) und Landolf Scherzer („Leben im Schatten der Stürme“) eine Autorin und ein Autor ihre Sicht vorstellen, eint beide fast nur ihre ostdeutsche Herkunft. Während die Journalistin (Jahrgang 1963) aus ihrer Empörung über das Vorgehen Putins und den aus ihrer Sicht zu nachsichtigen Umgang der deutschen Politik mit dem russischen Präsidenten keinen Hehl macht, ist ihr 81jähriger Kollege eher um Verständnis für die Russen bemüht; zumindest wenn es um den Prolog des aktuellen Krieges, die Annexion der Krim 2014, geht, die er fünf Jahre später bereiste.

Unterschiedlicher könnten die Sichtweisen wohl kaum sein. Lange wurde über den zweitgrößten Staat Europas hinweggeschaut und Russland hofiert. Mit fatalen Folgen, meint die Osteuropa-Expertin des Deutschlandfunks Sabine Adler. In ihren Augen hat Deutschland versagt. Ihre Analyse nimmt vor allem Deutschlands Rolle – wirtschaftlich, politisch, medial – in Bezug auf das von Russland überfallene Land in den Blick. Als langjährige und hellsichtige Beobachterin zieht sie eine kritische Bilanz: politische Versäumnisse, Lobbyismus, Doppelmoral und ein verlogener Pazifismus waren über weite Strecken bestimmend, so ihr Urteil.

Landolf Scherzers Buch weitet mitunter durchaus den Blick, räumt in der „Thüringer Allgemeinen“ Rezensent Michael Helbing ein. Doch er konstatiert: „Die vorgeblich unvoreingenommene Beobachterrolle verlässt es aber nur einseitig, zuungunsten des Westens, dem es Wirtschaftsblockade und gewissenlose Kriegsprovokation attestiert. Es artikuliert Unbehagen und es bereitet welches, es spricht vom Scheitern und es musste: scheitern.“

Ob dem so ist, darüber mögen auch im Publikum die Meinungen auseinandergehen. Es hat indes die Chance, sich beiden Argumentationen zu öffnen. Für die zwei Abende gibt es noch Karten.

 

26.9.2022, 19.30 Uhr:
 
Sabine Adler
„Die Ukraine und wir“


in der Kaufmannskirche, Moderation: Stefan Locke (FAZ)
In Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Thüringen,
dem Katholischen Forum und der Kaufmänner Gesellschaft
Tickets: 12,00 Euro (ermäßigt 10,00 Euro)

 

29.9.2022, 19.30 Uhr:
 
Landolf Scherzer
„Leben im Schatten der Stürme.
Erkundungen auf der Krim“


in der Kaufmannskirche und in Kooperation
mit der Kaufmänner Gesellschaft
Tickets: 12,00 Euro (ermäßigt 10,00 Euro)

 

Das vollständige Programm ist auf den Websites der Herbstlese und des Ticketshops Thüringen einzusehen. Tickets können gebucht und gekauft werden im Kultur: Haus Dacheröden, bei Hugendubel am Anger und im Thüringen-Park sowie an allen VVK-Stellen des Ticketshops (Pressehäuser, Tourist-Infos etc.).

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