Erfurter Herbstlese

Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Dez. 06 2017

Festival freut sich über gute Zahlen vor dem traditionellen Finale mit Denis Scheck

Fast 15.000 Literaturfreunde kamen zur 21. Herbstlese

Vor seinem Auftritt im Großen Haus schaute Gregor Gysi auch bei den Besuchern der Studiobühne vorbei.
Vor seinem Auftritt im Großen Haus schaute Gregor Gysi auch bei den Besuchern der Studiobühne vorbei.

Die 21. Erfurter Herbstlese geht am Sonntag mit Denis Scheck im ausverkauften Theater der Thüringer Landeshauptstadt zu Ende. Knapp 15.000 Besucher konnten in diesem Jahr zu den 63 Veranstaltungen begrüßt werden. Das macht einen Schnitt von 235 Literaturfreunden pro Lesung. Absolut und relativ ergibt sich daraus die drittbeste Saison seit 1997, als die Herbstlese zum ersten Mal an den Start ging. Das Organisationsteam um Festivalchefin Monika Rettig ist mit diesen Zahlen hochzufrieden.

Gleich aus mehreren Gründen. Geplant waren 66 Termine. Doch 2017 war die Herbstlese ein bisschen vom Pech verfolgt. Gleich zwei sehr bekannte und beliebte Jugendbuchautoren konnten nicht kommen. Kerstin Gier und John Boyne mussten leider absagen. Wolfgang Schorlau war zudem einfach nicht rechtzeitig mit seinem neuen Dengler-Krimi fertig geworden. Damit steht schon die erste Lesung im Frühjahr fest: Der beliebte Autor ist nun am 15. März in der Buchhandlung Hugendubel zu erleben.

Zumindest auf das numerische Ergebnis drückte der Wechsel in das Kultur: Haus Dacheröden. Zum einen banden Einrichten und Zurechtfinden organisatorische Ressourcen, zum anderen wollte die Herbstlese auch im neuen Domizil zeigen, was das Festival zu bieten hat. 20 Mal wurde so in die neue Adresse Anger 37 eingeladen; wohl wissend, dass Fest- und Bürgersaal nicht mehr als 100 Gäste auf einmal fassen.

Die Spielstätte hat sich dennoch glänzend bewährt. Egal, ob Kinder bei der Mottoparty mit Tanya Stewner in Kostümen und fantasievoll geschminkt durch das Haus wuselten, Deon Meyer aus Südafrika seinen neuen Krimi vorstellte, das Duo Nora Gomringer & Philipp Scholz Lyrik und Jazz bot oder das Begleitprogramm zu den Heinrich Böll-Ausstellungen lockte: Alle fühlten sich wohl. Kurz gesagt: Das Haus wird immer lebendiger.

Ein anderer Wert ließ sich wegen der räumlichen Beschränkung in diesem Jahr nicht ganz so schwer erreichen. Gut die Hälfte der Veranstaltungen war wieder ausverkauft. Dazu gehörte auch das Auditorium im Helios Klinikum, das zum ersten Mal als Leseort im Programm stand. Auch die lange Tradition des Umziehens mit einer Lesung wurde fortgesetzt. Nachdem die Warteliste immer länger wurde, ging der Politische Salon mit dem Trio Wolfgang Thierse, Daniela Dahn und Sergej Lochthofen bei den treuen Herbstlese-Unterstützern im Atrium der Stadtwerke über die Bühne.

Am ausverkauftesten, wenn dieser Ausdruck existieren sollte, war der Abend mit Gregor Gysi und Hans-Dieter Schütt im Theater. Es dauerte keine Viertelstunde am ersten Verkaufstag und alle 800 Karten für das Große Haus waren weg. Also gab es zusätzlich knapp 200 Tickets für die Studiobühne, wohin der Auftritt des Stammautors des Festivals übertragen wurde.

Wer waren die anderen Publikumslieblinge? Jan Weiler, Hannelore Hoger, Herta Müller, Petra Gerster und ihr Mann Christian Nürnberger, Rafik Schami und Ulrich Wickert sind da sicher zu nennen. Wie immer lebte aber auch dieses Festival nicht nur von den großen, prominenten Namen, sondern auch von spannenden Themen und Entdeckungen. Karsten Brensing ist hier beispielhaft zu nennen, der auf packende Art und Weise ins „Mysterium der Tiere“ entführte. Birgit Lutz brachte ihrem Publikum Grönland und die Kultur der Inuit nahe. Der Debütantensalon füllte auch in diesem Jahr die Mehlhose mit Neugierigen, die sich auf eher unbekannte literarische Stimmen einlassen wollten.

Die Herbstlese ist längst feste Größe und Tradition im Erfurter Kulturleben. Das wäre ohne bewährte wie verlässliche Kooperationspartner wie die Böll-, die Adenauer- oder die Ebert-Stiftung ebenso wenig möglich, wie ohne die Zusammenarbeit mit dem Institut Français, dem Theater Erfurt, dem Kaisersaal, dem Ratsgymnasium und der Kinder- wie der Regionalbibliothek.

Auch die Sponsoren hielten dem Festival die Treue. Ein ganz herzliches Dankeschön geht an die Stadtwerke Erfurt, an die Buchhandlung Hugendubel, das Hotel Krämerbrücke, die Zentralklinik Bad Berka, die Universität Erfurt und an die Medienpartner von MDR, TA und TLZ.

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