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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Sept. 20 2018

Mit Rap und Kurzgeschichten machte die Herbstlese bei Frau Korte Station

Herbstlese goes Erfurt-Nord

Voller Erwartung: Rapper und Autoren kurz vor knapp.
Voller Erwartung: Rapper und Autoren kurz vor knapp.

Station machen klingt ein wenig antiquiert, zumal wenn junge Autoren auf ein nicht zu altes Publikum treffen. Doch bei „Frau Korte“ passt es, schließlich trifft man sich hier in den Mauern des alten Erfurter Nordbahnhofes. Statt Fahrkarten und roter Dienstmütze bietet der etwas schräge Club direkt an den Gleisen Konzerte, Kunst – und eben auch Lesungen. Zum ersten Mal war jetzt auch die Herbstlese im „Hohen Norden“ der Landeshauptstadt zu Gast und präsentierte die Autoren Joshua Groß, Sascha Ehlert und Jan Wehn.

Immer mal entfernt sich die Herbstlese aus ihrer Komfortzone – und fühlt sich an fremdem Orten zumeist doch wohl. Wie gerade wieder bei Frau Korte, einem alternativen Klub, der eher selten Vertreter des Bildungsbürgertums begrüßen kann. Bei der jungen Szene hat sich die Korte inzwischen einen guten Namen gemacht; bei einer Flasche Bier oder – alles kommt wieder – einem Gin Tonic wird äußerst niederschwellig Kultur geboten.

Der Anfrage zur Kooperation kam die Herbstlese gern nach. Schließlich passten die Herren Schriftsteller gut zum ungezwungenen Ambiente, dem die relative Dunkelheit bei den traditionellen Festivalbesuchern die Eingewöhnung eher nicht erschwerte. Wie auch die Plattenaufleger der RabenBau Rap Crew aus Jena mit ihren Beats für eine freundlich-coole Grundstimmung sorgten. Anschließend gab es junge Literatur auf die Ohren.

Den Anfang machte Jan Wehn mit zwei Kurzgeschichten, später stellte Joshua Groß seine Erzählung „Flauschkontraste“ vor, mit der er auch schon beim Bachmann-Wettbewerb sein Glück versucht hatte. Nach den beiden nahm noch Sascha Ehlert auf dem früheren IKEA-Sofa Platz. Zu dritt gaben sie Einblicke in den Redaktionsalltag von „Das Wetter“, einer der jüngeren Publikationen zu Literatur, Kunst und Musik in deutscher Zunge. Ein Auftritt mit einigem Erfolg, gingen doch später einige Nummer des Heftes über den Büchertisch.

Eine Premiere mit Fortsetzung? Wenn wir die passenden Künstler finden, ist eine Neuauflage nicht ausgeschlossen, meinte Katja Kemnitz vom Herbstlese-Team. Sagte es, und nippt am Gin Tonic.

Frau Korte

Fotos: Holger John

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