Erfurter Herbstlese

Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Sept. 10 2016

Anja Schmidt ist die erste offizielle Herbstlese-Bloggerin der „Thüringer Allgemeine“

„Meine liebste Kritikerin ist meine Mom“

Gruppenbild mit Bloggerin: Anja Schmidt mit drei Vierteln des literarischen Herbstlese-Quartetts.
Gruppenbild mit Bloggerin: Anja Schmidt mit drei Vierteln des literarischen Herbstlese-Quartetts.

Ob Krimi oder Kinderbuch, junger Autor oder Bestseller-Star, für sie stehen das Buch selbst, seine Geschichte und deren Hauptfiguren im Mittelpunkt, schreibt die „Thüringer Allgemeine“ über Anja Schmidt. Ein bisschen lobt sich die Zeitung mit diesen schönen Worten selbst, schließlich hat sie die gebürtige Weimarerin zu ihrer allerersten offiziellen Herbstlese-Bloggerin auserkoren. Die 43-Jährige liebt Literatur, betreibt eine literarische Internetseite mit eigenen Geschichten und Buch-Vorstellungen – und das alles neben Beruf und Familie mit Mann und drei Kindern. Wie das alles zusammen funktioniert und was ihr neben dem Lesen noch Freude bereitet, erzählt sie im Gespräch mit herbstlese.de.

Sie sind offizielle Herbstlese-Bloggerin der „Thüringer Allgemeine“. Wie kam es dazu?

Mehr durch Zufall. Meine Mom hatte den Aufruf in der TA gelesen und schickte mir den Link mit der Frage: „Wäre das nicht etwas für Dich?“. Ich stöberte dann durch das Herbstleseprogramm, holte tief Luft –und habe das Bewerbungsformular ausgefüllt. Nach einer Weile rief mich Ingo Glase von der Redaktion an und sagte, das ich als TA-Herbstlese-Bloggerin unterwegs sein darf.

Von welchen Lesungen werden Sie berichten?

Aus ursprünglich vier bis fünf Veranstaltungen wurden letztendlich neun Lesungen, über die ich in den nächsten Wochen berichten werde. Auf den Eröffnungsabend mit dem literarischen Quartett „Felix Leibrock & Gäste“ freue ich mich schon sehr. Es folgen Melanie Raabe, Chris Carter, Claudia & Nadja Beinert, Andrea Sawatzki, Benedict Wells, Sebastian Fitzek, Heinz Rudolf Kunze & Co sowie Denis Scheck.

Nicht schlecht. Wer sind denn dabei ihre Favoriten?

Besonders gespannt bin ich auf Chris Carter, Benedict Wells und Sebastian Fitzek, die ganz oben auf meiner Wunschliste gestanden haben.

Entscheidend für die Zeitung war Ihr eigener Blog "Zwiebelchens Plauderecke". Ein kurioser Name . . .

. . . das stimmt. „Zwiebelchens Plauderecke“ feiert am 30. November seinen dritten Bloggeburtstag, worauf ich sehr stolz bin. Als ich an seinem Namen tüftelte, wollte ich mich damit unbedingt etwas von der breiten Masse abheben und es sollte sich richtig anfühlen.

Aber ausgerechnet „Zwiebelchen?

Das ist mein Spitzname, den mir vor vielen Jahren ein kleines Mädchen in Kanada gegeben hat. Ich war bei meiner Freundin zu Besuch, die Tageskinder betreute, darunter Emily. Sie war vier und mochte mich auf Anhieb, nur meinen Namen Anja konnte sie nicht richtig aussprechen. Als sie abends von ihrer Mom abgeholt wurde, rief sie ganz aufgeregt: „Mama, komm schnell. Das ist meine neue Freundin Onion.“  Daraus machten meine Freunde Zwiebelchen. Der Name blieb und war dann auch für den Blog irgendwie ein Muss.

Wann schreiben Sie an ihrem Blog?

Vor allem in den in den Abendstunden, wenn unsere drei Kinder im Bett sind, manchmal auch nachmittags an den Wochenenden. Ich versuche, zwei bis drei Mal in der Woche präsent zu sein, was ich aber nicht immer schaffe.

Drei Kinder und ein Mann. Da bleibt genügend Zeit?

Meine Familie unterstützt mich und hält mir den Rücken frei, so dass ich auch mal für zwei Tage zur Buchmesse nach Leipzig oder Frankfurt fahren kann. Manchmal schütteln sie aber auch genervt den Kopf, wenn sich die Bücher überall stapeln und ich ein neues Regal brauche. Ich kann mich von Büchern einfach nicht trennen.

Bleiben wir kurz bei den persönlichen Dingen. Was tun Sie, wenn Sie nicht in dicken Büchern schmökern?

Ursprünglich stamme ich aus Weimar, bin aber der Liebe wegen nach Lehnstedt gezogen, einen kleinen Ort hinter Mellingen . . .

. . . direkt an der A 4, Abfahrt Apolda . . .

. . .  genau. Als gelernte Finanzbuchhalterin arbeite ich jetzt seit fast zwei Jahren im Steueramt der Verwaltungsgemeinschaft in Mellingen. Da sind die Bücher und der Blog ein toller Ausgleich zum Alltag.

Würden Sie gern selbst ein Buch schreiben?

Mit neun Jahren fing ich an, Tagebuch zu schreiben. Da sind einige zusammengekommen. An Gedichten habe ich mich auch versucht, aber nicht wirklich ein Talent dafür. 2013 erfüllte ich mir einen großen Traum und veröffentlichte ein Kinderbuch „Piks – Abenteuer eines Igels“ im Zwiebelzwergverlag. Mittlerweile würde ich zwar einiges anders machen, dennoch bin ich stolz auf die Veröffentlichung. Sie war letztlich der Anstoß, für „Zwiebelchens Plauderecke“

Dann wird es ja Zeit für ein zweites Buch . . .

. . . die Ideen für weitere Bücher sind vorhanden, schmoren aber in der Schublade. Leider fehlt mir einfach die Zeit zum Schreiben. Ich mag keine halben Sachen, also muss das nächste Buch noch ein wenig warten.

Wie viele Bücher verschlingen Sie denn so?

In perfekten Zeiten lese ich schon mal ein Buch an einem Tag. Bei anderen benötige ich dagegen zwei Wochen. Im vergangenen Urlaub waren es zehn Bücher in 14 Tagen, wobei wir nebenher auch viel unternommen haben. Die Anzahl der Bücher im Jahr bewegt sich im dreistelligen Bereich.

Können Sie sich noch an Ihre ersten erinnern?

Spontan fallen mir „Nimmerklug in Sonnenstadt“ und „Nimmerklug in Knirpsenland“ von Nikolai Nossow ein.  Ach ja, und „Panni Pünktchen“ von Mária Szepes, das es heute wieder in der originalen Ausführung zu kaufen gibt.

Und ihre Lieblingsbücher?

Ich habe zwei absolute Lieblingsbücher - „Jane Eyre“ von Charlotte Brontë und „Anne of Green Gables“ von Lucy Maud Montgomery. Von meiner Mom bekam ich als Kind eines ihrer Trompeterbücher „Die Waise von Lowood“; ich hüte es heute noch wie einen Schatz. Damals wusste ich nicht, dass es sich dabei um die Anfangsgeschichte von „Jane Eyre“ handelt, war aber von der Handlung tief beeindruckt. Bei „Anne of Green Gables“ bin ich von der Verfilmung zum Buch gekommen. Ich wollte immer so sein wie Anne. Ihre Interpretation von „Die Lady of Shalott“ hat mich nachhaltig beeindruckt und auch meine Liebe zu Byron und Tennyson geweckt.

Wo holen Sie sich Ihre Anregungen? Gibt es eine Buchhandlung Ihres Vertrauens?

Anregungen hole ich mir beim Stöbern in Buchhandlungen, befreundeten Bloggern und auf den Buchmessen. Am liebsten fahre ich nach Weimar und bummle dort durch die „Die Eule“ oder „Thalia“, um nach neuen Büchern Ausschau zu halten. Meine liebste Kritikerin ist übrigens meine Mom. Ich mag konstruktive Kritik, und sie sagt mir ehrlich, was ihr nicht gefällt oder was ich besser anders schreiben sollte.

Bleibt neben „Zwiebelchens Plauderecke“ und der Familie noch Zeit für andere Hobbies?

Oh, da gibt es noch vieles, nur die Zeit reicht nicht immer aus. Ich liebe Tiere, sammle Notizbücher, Plüschtiere und Steine. Außerdem bastele ich sehr gern oder mache Handarbeiten. Ansonsten halten mich unsere drei Kinder – sie sind 4, 8 und 13 Jahre alt – ordentlich auf Trab.

Welchen Wunsch könnte Ihnen die Herbstlese erfüllen?

Ein Wunsch hat sich bereits erfüllt, da ich alle meine Wunschlesungen besuchen darf, auch wenn diese ursprünglich nicht auf der Auswahlliste der Zeitung standen. Ich freue mich auf interessante Begegnungen und hoffe auf spannende, witzige Abende und eine erlebnisreiche Zeit.

 

Mehr von und zu Anja Schmidt ist im Internet unter
http://zwiebelchens-plauderecke.blogspot.de

sowie auf der Seite der „Thüringer Allgemeine“ unter
http://www.thueringer-allgemeine.de/herbstlese

zu finden. Viel Spaß beim Stöbern!

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