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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Okt. 08 2015

Susanne Fröhlich im Atrium der Stadtwerke

Meine Sorgen sind eure Sorgen

Draußen ist es dunkel, drinnen ist die Fröhlich.
Draußen ist es dunkel, drinnen ist die Fröhlich.

Der Weg zum Glück ist einfach. Er führt in das Atrium der Stadtwerke in der Magdeburger Allee. Dorthin hat Andrea Fröhlich zur Lesung geladen. Allen Besucherinnen, denen der Name der Frankfurter Bestseller-Autorin noch nicht Programm genug ist, wird eine alternative Verheißung zuteil: „Wundertüte“ sind die neuen Abenteuer von Andrea Schnidt überschrieben. Ein großer Spaß für das Publikum – und selbstverständlich für Frau Fröhlich.

Sie ist krank. Sagt sie zumindest. Der Hals. Aber da am Morgen bereits die Aufzeichnung ihrer Sendung im MDR anstand, hat Susanne Fröhlich sich zusammengerissen. Sie hat in den letzten Tagen eingeworfen, was die Apotheken legal abzugeben haben. Sie hat in der Frühe in der Maske darum gebeten, mit Farbe nicht zu geizen. Jetzt ist sie da, gegen den Willen ihrer Mutter.

Die wollte, dass sie zu Hause bleibt, sich auskuriert, den paar Leuten in Erfurt absagt, erzählt Frau Fröhlich ihrem Publikum. Am Ende macht sie dann noch ein Beweisfoto für die Mutter, mit den über 400 Frauen im Saal. Jetzt begrüßt sie aber erst noch die Handvoll Männer. „Sie sind mutig, dass sie mitgekommen sind“, bestärkt sie die Herren. „Aber nicht mutig genug, sich in die erste Reihe zu setzen“, fügt die Blondine hinzu.

Sie weiß nicht genau, zum wievielten Mal sie in Erfurt liest. Ist es das achte? Man, besser Frau, kann da schon einmal durcheinander kommen. Die Abende sind sich gleich, immer ausverkauft, ein Wechselspiel von Vorlesen und Anmerkungen, dazwischen immer die Aufforderung, doch einfach zu unterbrechen und zu fragen.

Das macht kaum eine im Saal. Die Damen hören lieber zu, lassen sich die Seele streichen. Probleme? Hat doch jede? Sorgen mit dem Alter, der Figur? Das ist eben einmal so. Nötige Kompromisse bei der Männerwahl? Geht nicht anders. Motto des Abends: Meine Sorgen sind eure Sorgen.

Oder umgekehrt. Susanne Fröhlich weiß all das aus ihren eigenen Leben, sie kennt den Ärger mit der Aufzucht und den Schwierigkeiten, einen vernünftigen Kerl zu finden. Nach der Trennung vom Vater ihrer Kinder ist sie selbst wieder auf der Suche. Natürlich gibt es da draußen auch noch richtige Männer, aber viele in diesem Bereich ist einfach nur ein Elend.

Im Buch hat es Andrea Schnidt einfacher. Der neue Mann ist sogar schon bei ihr eingezogen. Dafür kommt jetzt dessen anstrengende Tochter ins Haus, im Hintergrund dräut die Ex und auch ihr Verflossener macht das Leben nicht gerade leichter. Mit dem Leben der Susanne Fröhlich hat das, beteuert sie, zwar etwas, aber nicht alles zu tun.

Verdächtig oft wabert ihr wahrer Ex-Mann durch die Lesung. Immer, wenn sie ihre praktischen Erlebnisse und Erfahrungen mit den neusten Erkenntnissen aus der Forschung untermauert, nimmt sie beim Wissenschaftsjournalisten Zuflucht. Östrogene oder die Pubertät, Herz und Hirn, er ist präsent. Aber so etwas von. Mal sehen, was daraus noch wird . . .

Denn Frau Fröhlich wird wiederkommen. Versprochen. Dafür gefällt es ihr in Erfurt (ganz anders als im Süden) viel zu gut. Das nächste Buch ist schon geschrieben, bald folgen auch weitere Abenteuer mit Andrea Schnidt. Die werden, wenn man die lange Schlange vor dem Signiertisch sieht, bereits erwartet.

Susanne Fröhlichs "Wundertüte"

Fotos: Uwe-Jens Igel

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