+49 361 644 123 75
Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Juni 23 2022

Dunkle Seiten der anderen Republik sind das Thema seines aktuellen Buches

Sascha Lange: „Our Darkness. Gruftis und Waver in der DDR"

Sascha Lange (c) Gert Mothes
Sascha Lange (c) Gert Mothes

Die alternativen Musikszenen waren in der DDR vielleicht nicht allgegenwärtig, doch fanden auch in der Republik der Arbeiter und Bauern düstere Stimmen wie die von Robert Smith, legendärer Frontmann der Band The Cure, beste Aufnahme. Die Musik für Gruftis und Waver kamen außer von der englischen Band, die später ausgerechnet mit dem eingängigen „Friday I‘m in Love“ einen Superhit landete, vor allem von Depeche Mode, den Sisters Of Mercy und Joy Division sowie Künstlerinnen wie Anne Clark und vielen anderen.

Äußerlich ließen sich ihre Fans im Straßenbild an den schwarzen Klamotten und den ausladenden Frisuren erkennen – wobei letztere in fast völliger Abwesenheit von Schaumfestiger oder Haargel eine ganz besondere Herausforderung darstellten. Die heiß geliebte Musik spielte im Spannungsfeld zwischen Depression und Melancholie, kannte aber auch poppigere Melodien.
Sie verstärkte bei vielen Jugendlichen ein ganz besonderes Lebensgefühl in der Zeit des Verfalls ihres Landes. Damit unterschieden sie sich rein gefühlsmäßig nicht sehr von ihren gleichaltrigen Zeitgenossen im Westen, denen sich in den 80er Jahren der Sinn des Lebens oft nicht recht erschließen wollte. So erweiterten das Bravo-Jugendmagazin (West) und der Radiosender DT64 (Ost) ab 1986/87 gleichermaßen den Horizont der Waver und Gruftis.

Die neuen „Anderen Bands“ brachten zusätzlichen musikalischen Input, eine eigene, selbst geschaffene kulturelle Heimat. Auch die zahlreichen Anfeindungen durch Faschos und den DDR-Sicherheitsapparat konnten die Ausbreitung dieser Jugendkultur nicht stoppen. Sascha Lange zeichnet mit „Our Darkness – Gruftis und Waver in der DDR“ ein vielschichtiges Bild von einer Jugendkultur am Ende der 1980er Jahre, für die die DDR kaum noch existierte und die sich längst international verortete.

Er stellt sein Buch jetzt auf der Sommerbühne im Kultur: Haus Dacheröden vor. Wie bei seinem vorangegangenen Auftritt in Erfurt, der sich noch ganz dem Kult um Depeche Mode in der DDR gewidmet hatte, dürfte ihm das Interesse seines mit ihm und seiner Musik jung gebliebenen Publikums sicher sein.

Die Lesung findet mit Unterstützung der Landeshauptstadt Erfurt und der Sparkasse Mittelthüringen im Rahmen des #erfurtkultursommer statt.

Lesung und Bildprojektion mit Sascha Lange
„Our Darkness – Gruftis und Waver in der DDR“
Samstag, 25. Juni 2022, 19:30 Uhr
Kultur: Haus Dacheröden, 99084 Erfurt, Anger 37
Eintritt: 12,00 Euro, ermäßigt 10,00 Euro


Karten gibt es hier:

Erfurter Herbstlese im Kultur: Haus Dacheröden (dacheroeden.de, Tel.: 0361-644 123 75)
Ticketshop Thüringen (ticketshop-thueringen.de, Tel.: 0361-227 5 227)
Hugendubel am Anger und im Thüringen-Park

Jetzt Artikel bewerten!

  • 0 / ø 0

0 KommentareNeuen Kommentar schreiben

  • Bisher wurden noch keine Kommentare geschrieben

Allgemein

Erfurter Herbstlese ist verantwortlich für die Moderation und das Löschen von Kommentaren.

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

Alle Kommentare werden, bevor sie erscheinen, von einem Moderator bzw. einer Moderatorin geprüft.

Datenschutz

Unsere Datenschutzerklärung beschreibt, wie Ihre persönlichen Daten erfasst und verarbeitet werden.

Neuen Kommentar schreiben

Bitte melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Über uns

Erfurter Herbstlese e.V. - Es lebe die Erfurter Herbstlese!

Unser Literaturverein organisiert seit 1997 die Erfurter Herbstlese, die zu den großen literarischen Veranstaltungsreihen in Deutschland gehört. Es lebe die Erfurter Herbstlese!

Öffnungszeiten

  • Haus Dacheröden:
    Mi - Fr 12.00 - 17.00 Uhr & Sa 10.00 - 15.00 Uhr
    Telefonische Erreichbarkeit:
    Mo - Fr von 9.00 - 17.00 Uhr & Sa 10.00 - 15.00 Uhr

Unsere Partner & Sponsoren

Gefördert durch