Erfurter Herbstlese

Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Sept. 17 2015

Das etwas andere Gespräch: Friederike Zimmermann mit sich im Interview

„Sie müssen doch einen Plan haben?“

Friederike Zimmermann ist in Leipzig aufgewachsen. Seit September absolviert sie bei der Herbstlese ihr Freiwilliges Soziales Jahr Kultur.
Friederike Zimmermann ist in Leipzig aufgewachsen. Seit September absolviert sie bei der Herbstlese ihr Freiwilliges Soziales Jahr Kultur.

Seit September absolviert Friederike Zimmermann ihr Freiwilliges Jahr Kultur in der Geschäftsstelle der Erfurter Herbstlese. Dabei erging es der fast 24-Jährigen wie all ihren Vorgängerinnen: Der Start in das Abenteuer Herbstlese fiel mit dem Beginn des Kartenverkaufs zusammen. Da ist erst einmal keine Zeit für lange Vorstellungsrunden. Die Telefone klingeln, Menschen möchten Karten kaufen, sich auf die Wartelisten setzen lassen oder einen Gutschein abholen. Jetzt, nach gut zwei Wochen, entspannt sich die Situation langsam. Friederike stellt sich dem obligatorischen Interview, allerdings auf ihre eigene Art. Eines wird dabei schnell klar: Die junge Frau kommt vom Theater. Aber lesen Sie doch bitte selbst.

 

Ich bin Friederike Zimmermann, fast 24, aufgewachsen in Leipzig.
Die nächsten Monate werde ich mein FSJ Kultur in der Geschäftsstelle der Erfurter Herbstlese absolvieren.

Nachstehend ein Zwiegespräch mit mir selbst; über meine Entscheidung, nach Erfurt zu ziehen.



Kopf: Frau Herz, schön, dass Sie sich Zeit nehmen konnten.

Herz: Vielen Dank für Ihre Einladung.

Kopf: Frau Herz, sie haben sich dazu entschieden, ein FSJ Kultur zu machen, wie kam es dazu?

Herz: Es fiel mir schon immer leichter, etwas für andere zu tun, als für mich selbst, und ich schätze soziale Kontakte in beruflichen Gefügen sowie kreative Entfaltung und Kultur im Allgemeinen. Theater, Film, Musik, Bücher . . . das ist meine Welt. Ich wollte mich noch einmal ausprobieren. Meine Grenzen ausloten. Da erschien mir ein FSJ Kultur einfach passend.

Bauch: Ich habe ein gutes Gefühl bei der Sache.

Kopf: Och nö, was machen Sie denn hier, Sie waren doch gar nicht eingeladen?

Herz: Ja Frau Bauch, gehen Sie weg.

Kopf: Also Ihre Entscheidung, ein FSJ zu machen, hatte nichts damit zu tun, dass sie ein Überbrückungsjahr brauchten?

Herz: Das wissen Sie besser als ich.

Kopf: Was hat Sie denn dazu bewegt, nach Erfurt zu wollen?

Libido: Also, da war so ein total attraktives . . .

Herz: Die Stadt ist wirklich sehr schön . . .

Kopf: Ach, hallo Frau Libido, schön, dass Sie auch mal vorbeischauen, man sieht Sie hier so selten.

Herz:  . . . wirklich sehr schön, insbesondere die Altstadt. Die hat mich sehr an die Stadt erinnert, in der ich geboren bin. Enge Gassen, vollgestopft mit Fachwerkhäusern. Ich habe mich von Anfang an sehr wohl gefühlt in dieser Stadt. Die Menschen hier wirken auf mich herzlicher, entspannter.

Libido: Ja, ja, die Menschen gefallen mir hier auch gut.

Herz: Ich will, dass Sie geht!

Kopf: Wer?

Herz: (schaut grimmig.)

Kopf: Ach so. Die ist schon wieder weg.

Herz: Außerdem hatte ich das Gefühl, dass es nach fast 24 Jahren mal Zeit für eine neue Stadt ist. Neues Umfeld, neue Umgebung. Ich wollte raus aus meinen Strukturen. Vor mir flüchten, um anzukommen.

Kopf: Warum ausgerechnet bei der Erfurter Herbstlese?

Herz: Literatur war schon immer ein großer Bestandteil meines Lebens. Ganz besonders die Lyrik. Mich von ihr berühren lassen, sowie mich selbst in ihr ausdrücken. Ich freue mich auf all die neuen Bekanntschaften. Literarisch sowie menschlich.

Kopf: Aha.

Herz: Warum finden Sie die Herbstlese denn gut?

Kopf: Des Wissens wegen. Was ich hier alles lernen kann.

Herz: Ich möchte auch noch dazulernen.

Kopf: Was machen Sie nach ihrem FSJ Kultur?

Herz: Das weiß ich jetzt noch nicht so genau.

Kopf: Sie müssen doch einen Plan haben?

Herz: Warum?

Kopf: Ich verstehe Sie nicht.

Herz: Das ist auch nicht Ihre Aufgabe.

Kopf: Ja, aber was wollen Sie denn vom Leben?

Herz: Also, ich möchte in erster Linie unabhängig sein, und gut auf mich aufpassen; zufrieden sein mit mir selbst und für mich da sein – genauso wie für andere auch. Ich möchte auch, dass andere Leute auf sich aufpassen, und dass es ihnen gut geht. Wenn ich meinen Teil dazu beitragen kann, ist das schön. Meine Erfahrung mitzuteilen, macht mich froh, genauso, wie mich selbst mitteilen zu können.

Kopf: Das heißt, Sie haben keinen Plan?

Herz: Was würden sie denn vorschlagen? 

Kopf: Na, Studium, Ausbildung, eine Arbeit aufnehmen, was man halt so macht!

Herz: Das muss sich ja nicht ausschließen.

Bauch: Wenn ich noch mal etwas anmerken dürfte . . .

Kopf und Herz(unisono ): NEIN.

Bauch: . . . ich habe Hunger.
 

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