Erfurter Herbstlese

Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Mai 10 2015

Ein musikalischer Abend in Mühlhausen im Zeichen des Saxofons

Tapas zur Frühlingslese

Vier Musiker, vier Saxophone.
Vier Musiker, vier Saxophone.

Kaum ein anderes Instrument - nicht mal das Fagott oder die Oboe, wie man bei den Beatles oder Stones hören kann - ist so vereint mit der Musik des Jazz und Swing, wie das Saxofon. Keins steht so singulär für eine Musikrichtung, ein ergreifendes Instrument, welches, als es sich selbst überlassen wurde, zu einem Lebensgefühl wurde. Und all das ist der Geschichte eines Mannes zu verdanken, der mit dem von ihm erfundenen Instrument Unsterblichkeit erlangte und dessen Erfindung seinen Namen trägt: Adolphe Sax. Ihm widmete die Frühlingslese am 7. Mai in der Stadtbibliothek Mühlhausen einen besonderen Abend.

Das Tapas Saxofon-Quartett ließ das Erbe des Instrumentenbauers lebendig werden, mit schleichenden Transformationen und Modulationen. Tapas, eine kleine Vorspeise, das sind die leidenschaftlichen Musiker keineswegs. Der Gothaer Zahnarzt Dr. Jens Köhler ist der Kopf und Vater des Quartetts. Der Berufsmusiker und Musikpädagoge Christian Georgi, der schon mehrfach mit Programmen unter anderem mit Anna-Kathrin Bürger bei der Erfurter Herbstlese zu Gast war, sowie die jungen Musiker Holger Strüber und Benedikt Jakobi komplettieren das Quartett, das an diesem Abend vom Percussionisten Christian Höppner unterstützt wurde.

In der bis auf den letzten Platz gefüllten Jakobikirche, die heute die Stadtbibliothek beherbergt, begeisterten die Musiker die Gäste mit einem abwechslungsreichen Programm. Sie brachten ihre Leckerbissen verpackt in die Musikgeschichte mit. Von Leonhard Bernsteins „Somewhere“, über Jim Hensens „Muppet Show Theme“ bis zum Queen-Klassiker „Bohemian Rhapsody“ reichte das Repertoire im 1. Teil. In Mühlhausen durfte natürlich Johann-Sebastian Bach - der ehemalige Kantor der Divi Blasii Kirche – nicht im Programm fehlen. Auch wenn es zu seiner Zeit das Saxofon noch gar nicht gab, so klangen die ausgewählten Interpretationen seiner Stücke, wie geschaffen für die Instrumente. Die Fugen aus dem BWV 1080 und 578 schmiegten sich geradezu an die Mehrstimmigkeit des Saxofon-Quartetts an.

Im Finale ließen die Musiker nochmal den Blues und Swing der 20-iger Jahre Revue passieren - ein Sound der ansteckt. Bei Glenn Millers „In the Mood“ swingte das Publikum und erklatschte sich anschließend mehrere Zugaben. Der Abend endete so zauberhaft, wie er begonnen hatte. Die Lehrerin Heike Fritzlar, die als Moderatorin zwischen den Musikstücken die Textpassagen zur Erinnerung an Adolphe Sax vortrug, bewies bei „Somewhere“ ihr musikalisches Talent, und bereicherte das Saxofon-Quartett mit ihrer Gesangseinlage. Ein schöner Frühlingsabend, den die Frühlingslese in Zusammenarbeit mit dem Westthüringer Kultursalon im Nachgang zum 200. Geburtstag des Erfinders des Saxofons in Mühlhausen auf die Bühne brachte. Zu diesem Anlass ist auch das Buch „Saxophone, ein Instrument und sein Erfinder“ (Nicolai-Verlag, 2014, ISBN: 978-3-89479-845-1) erschienen.

Saxophone in Mühlhausen

Fotos: Jens Panse

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