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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Aug. 31 2022

Das Festival steht 2022 unter dem Leitwort „Die Zeit heilt alle Wunden?“

Die Herbstlese geht in ihre 26. Saison

Collage (c) Erfurter Herbstlese
Collage (c) Erfurter Herbstlese

Die „Erfurter Herbstlese“ startet mit ihrem traditionellen Literarischen Quartett am 19. September in ihre 26. Auflage. Bis zu seinem ebenso gewohnten Ausklang mit dem Kritiker Denis Scheck am 13. Dezember führt das Festival insgesamt 61 Programmpunkte auf. Sie versprechen ein Wiedersehen mit bekannten Herbstlese-Gästen wie auch die Präsentation neuer Autorinnen und Autoren.

Hier finden Sie das Programmheft zum Download.

Dabei steht das Festival in diesem Herbst unter dem mit dem obligatorischen Fragezeichen versehenen Leitwort „Die Zeit heilt alle Wunden?“. Mit Blick auf die Stimmungs- und Gefühlslage gerade im Osten der Republik darf an diesem allgemeinen Versprechen einer Besserung der Lage durchaus gezweifelt werden, nennt Herbstlese-Vereinschef Dirk Löhr einen Grund für die Wahl des diesjährigen Mottos. Zugleich stellt sich mit ihm die generelle Frage, wie Menschen im privaten wie gesellschaftlichen Umfeld mit Verletzungen und Schicksalsschlägen umgehen. „Verluste ebenso wie Trauer, Empathie und Mitleid, die Hoffnung, im Unglück doch noch einen Schimmer Hoffnung erwischen zu können – als das zählt schon immer zu den Kernthemen von Dichtung und Literatur“, so der Vereinsvorsitzende.

Auch das diesjährige Programm spiegelt das aus seiner Sicht in vielen Facetten und die Genres übergreifend wider. Im dritten Corona-Jahr setzt Programm-Chefin Monika Rettig bei ihrer Planung auf eine – was Umfang sowie Breite und Vielfalt der Veranstaltungen angeht – fast „normale“ Herbstlese. Angesichts der vielen aktuellen Krisen ist das nicht nur thematisch eine ungemeine Herausforderung.

„Niemand weiß, welche Auswirkungen Corona im Herbst auf den Veranstaltungsbetrieb haben wird. Der Krieg gegen die Ukraine, steigende Lebenshaltungs- und Energiekosten, eine sich verschärfende Klimakrise und anderes mehr verunsichern zusätzlich und greifen in unser aller Leben ein. Wo bleibt da die Kultur, verändert sich ihr Stellenwert?“, blickt Monika Rettig auf die kommenden Monate.

Die Erfurter Herbstlese bangt zudem wie fast alle anderen Kulturveranstalter auch ein wenig um ihr Publikum. Mit einem interessanten, vielfältigen Programm und immer noch recht moderaten Eintrittspreisen versucht das Festival zu überzeugen und hofft auf die Treue des Stammpublikums, dass es wie in den vergangenen zwei Jahren unter erschwerten Bedingungen dennoch den Weg zu den Lesungen findet.

„Die Menschen müssen sich auch bei schwierigen Fragen eine eigene Meinung bilden können“, erläutert Dirk Löhr einen weiteren wichtigen Aspekt bei der Programmgestaltung. Für Teile des Herbstlese-Publikums mag der eine oder andere Abend vielleicht sogar eine Zumutung darstellen, räumt er ein. Aber es gehört aus seiner Sicht zur DNA des Festivals, bei aller Freude an guter Unterhaltung auch die unbequemen Dinge des Lebens und der Zeit anzusprechen. „Die Herbstlese will zeigen, dass auch bei unterschiedlichen Ansichten und Lösungsvorstellungen dennoch im offenen Gespräch ein fairer und ehrlicher Austausch zwischen den Schreibenden und ihren Leserinnen und Lesern möglich sein kann“, fügt er hinzu.

Aktuelle Romane, darunter der neue des Büchner-Preisträgers Martin Mosebach und das literarische Debüt das Schauspielers Matthias Matschke, spannende Sachbücher wie etwa das Debattenbuch von Richard David Precht und Harald Welzer zum viele Menschen aufregenden Thema Presse und (ver)öffentlich(t)e Meinung sowie attraktive Kinder- und Jugendbücher bilden den weiten programmatischen Bogen des Festivals.

Bei letzterem dürfen sich alle Fans auf ein Wiedersehen mit Jonathan Stroud freuen. Natürlich kommt auch das Krimigenre nicht zu kurz, das äußerst prominenten Zuwachs erfährt, denn Mark Benecke, der „bekannteste Kriminalbiologe der Welt“, schließt diese Lücke in seiner Publikationsliste und legt seinen ersten Kriminalroman vor.

Prominente Namen und Newcomer teilen sich wie immer die Herbstlese-Bühne, wobei die Newcomer schon seit einigen Jahren ein festes Forum bei der Herbstlese innehaben: den Debütantensalon, bei dem Marion Brasch drei Romandebüts vorstellt.

Ebenfalls zu den festen Größen des Festivals zählen der Highslammer, die öffentliche Präsentation der Preisträgerinnen und Preisträger des Eobanus-Hessus-Schreibwettbewerbes und die Aufzeichnung der MDR-Literatursendung „Fröhlich lesen“ im Kultur: Haus Dacheröden. Zur Tradition werden sollen auch die im letzten Herbst gestarteten neuen Formate „Gemischtes Doppel“ und „Gysi trifft in Erfurt…“.

Der streitlustige Politiker erwartet in dieser Saison Margot Käßmann zum Dialog. Hinter den „Gemischten Doppeln“ verbergen sich die Paare Root Leeb & Rafik Schami als Künstler- und Ehepaar, das schauspielernde Brüderpaar Sönke & Wotan Wilke Möhring sowie die besten Freundinnen und Bestsellerautorinnen Susanne Fröhlich & Constanze Kleis.

„Das Thema Ukraine kann und darf bei einem solchen Festival nicht fehlen“, weist Monika Rettig auf einen weiteren Schwerpunkt hin. Sabine Adler, Andrej Kurkow, Landolf Scherzer und Marc Sagnol blicken aus gänzlich unterschiedlichen Perspektiven auf diesen furchtbaren Krieg, seine historischen Wurzeln und seine Auswirkungen auf Gegenwart und Zukunft.

Nach einiger interner Debatte der Festival-Verantwortlichen ist bei der Herbstlese auch Uwe Tellkamp zu erleben. Sein lange erwarteter Roman wird vielerorts hart kritisiert, aber gleichzeitig gibt es auch Stimmen, die seine Prosa loben. „Am Ende überwog die Überzeugung, dass ein Festival ein solches Buch und seinen Autor aushalten kann und muss. Es ist vielleicht auch eine Art Probe aufs Exempel, ob auch von sehr unterschiedlichen Positionen aus noch vernünftige Gespräche möglich sind“, erklären Monika Rettig und Dirk Löhr unisono.

Kurz: Die Herbstlese bietet ein prall gefülltes Programm, das hoffentlich vom Publikum angenommen werden wird, allen Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten zum Trotz. Das kann nur mit verlässlichen Partnern gelingen. Den langjährigen Sponsoren, die auch in schwierigen Zeiten an Bord geblieben sind, zollt die Herbstlese großen Dank: dem Hauptsponsor, der Stadtwerke Erfurt Gruppe, der Buchhandlung Hugendubel, der Zentralklinik Bad Berka, der Universität Erfurt und den Medienpartnern Thüringer Allgemeine, Thüringische Landeszeitung sowie dem MDR Thüringen.

Alle Veranstaltungen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.


Vorverkauf ab dem 3. September:

Ab dem 31. August ist das vollständige Programm auf den Websites der Herbstlese und des Ticketshops Thüringen einzusehen. Tickets können gebucht und gekauft werden ab dem 03.09, 9.30 Uhr, im Kultur: Haus Dacheröden, bei Hugendubel am Anger und im Thüringen-Park sowie an allen VVK-Stellen des Ticketshops (Pressehäuser, Tourist-Infos etc.).

Die Geschäftsstelle der Herbstlese im Kultur: Haus Dacheröden bietet zum VVK-Start folgende Sonderöffnungszeiten an:

Sa, 03.09., von 9.30 Uhr bis 18.00 Uhr
Mo, 05.09. und Di, 06.09., von 12.00 bis 17.00 Uhr

Und wie gewohnt ab dem 07.09. von Mi bis Fr von 12-17 Uhr und Sa von 10-15 Uhr.


 

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Unser Literaturverein organisiert seit 1997 die Erfurter Herbstlese, die zu den großen literarischen Veranstaltungsreihen in Deutschland gehört. Es lebe die Erfurter Herbstlese!

Öffnungszeiten

  • Haus Dacheröden:
    Mi - Fr 12.00 - 17.00 Uhr & Sa 10.00 - 15.00 Uhr
    Telefonische Erreichbarkeit:
    Mo - Fr von 9.00 - 17.00 Uhr & Sa 10.00 - 15.00 Uhr

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