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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Juni 17 2020

Vorgestellt von Karen Lottegier, Buchhändlerin

Christian von Aster „Vier Füße für ein Halleluja“

Christian von Aster „Vier Füße für ein Halleluja“
Christian von Aster „Vier Füße für ein Halleluja“

Dieses Buch hat mir außerordentlich gut gefallen. Nicht nur die Geschichten sind genial, aber auch die Aufmachung. Ein hochwertiges Hardcover, das gut in der Hand liegt und dazu auch noch hübsch aussieht. Man wird neugierig und hat sofort Lust sich das Buch näher anzusehen. Sobald man es aber in der Hand hält, schafft man es nicht mehr, es wieder wegzulegen.

Die Geschichten sind grandios und haben mir viel Spaß beim Lesen bereitet. Sie handeln sich von schlauen Sündern und nicht so frommen Geistlichen, von Piraten und Marketingaktionen der Kirche. Kurzum sind die Texte sehr abwechslungsreich und zeigen damit das große kreative Talent des Christian von Asters.

Am besten gefallen haben mir „Die Beichtfabrik“, „Ein Fass aus dem Franzosenland“ und „Biedermanns Bilanz“. In der „Beichtfabrik“ lernen wir einen Mitarbeiter der Beichtfabrik kennen und folgen ihm während seines Arbeitstags. Ziemlich schnell wird klar, dass es die Kirche eher um einen guten Ruf und Geld zu tun ist, als um das Seelenheil der Menschen. Eine tolle, lustige Geschichte.

„Ein Fass aus dem Franzosenland“ habe ich geliebt. Am Anfang denkt man noch, es wird einen klassischen Text über den Teufel, der versucht eine Seele zu sammeln, und das ist es eigentlich auch. Wie die Handlung sich dann aber entwickelt, fand ich einfach großartig. Schön zu lesen, was Wein so alles bewerkstelligen kann.

Bei „Biedermanns Bilanz“ habe ich am Ende sehr laut gelacht. Es handelt sich um Herrn Biedermann, ein schonungsloser reicher Geschäftsmann, der im Sterben liegt. Im Augenblick seines Todes kommt der Teufel, um Biedermanns Seele einzusammeln. Schnell stellt sich aber heraus, dass es einige Komplikationen gibt. Die Handlung ist einfach großartig. Als Leser bleibt man die ganze Geschichte lang gespannt, wie es nun eigentlich ausgehen wird. Am Ende folgt dann die große Überraschung.

Die letzte Geschichte des Buches „Die besten Plätze“ hat mich eher nachdenklich gestimmt. Sie ist sehr kurz, nur etwa zwei Seiten, aber sie bleibt trotzdem im Kopf hängen. Ich fand es auf jeden Fall einen sehr schönen Abschluss für diese großartige Sammlung satirischen Kurzgeschichten.

Mein Fazit: „Vier Füße für ein Halleluja“ ist eine kleine, feine Sammlung satirischer Kurzgeschichten, in denen Kirche und Teufel zentral stehen. Die Geschichten sind abwechslungsreich, lustig und machen Spaß zum Lesen. Einfach großartig!

Empfohlen von Karen Lottegier, Buchhändlerin bei Hugendubel in Erfurt.

 

 

 

Christan von Aster „Vier Füße für ein Halleluja.
Kleine Sammlung klerikale Satire“
Edition Roter Drache, 147 Seiten, Hardcover,
ISBN: 978-3946425939,
13,00 Euro.

 

 

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