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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Dez. 17 2021

Vorgestellt von Anke Engelmann, Autorin und Dozentin für kreatives Schreiben

Ingrid Annel „Jonna im Labyrinth der Zeit"

Ingrid Annel „Jonna im Labyrinth der Zeit"
Ingrid Annel „Jonna im Labyrinth der Zeit"

Kein Internet. Nirgends - In „Jonna im Labyrinth der Zeit" schickt Ingrid Annel einen Teenager ins Erfurt von 1512

Was macht ein Teenager, der zufällig im 16. Jahrhundert landet? Genau: Erstmal das Handy zücken. In ihrem neuen Buch „Jonna im Labyrinth der Zeit" hat die Erfurter Autorin Ingrid Annel einen reizvollen Konfliktrahmen gefunden. Sie versetzt die vierzehnjährige Jonna aus der Gegenwart 500 Jahre zurück.

Am Anfang liegt eine Entfremdung. Jonna entdeckt, dass Ben, der Partner ihrer Mutter, nicht ihr biologischer Vater ist. Sie macht sich auf die Suche nach ihm und findet sich unversehens im Erfurt des Jahres 1512, als der historische Faust in der Stadt gewesen sein soll. Faust wiederum gleicht aufs Haar dem Mann, mit dem ihre Mutter einst eine Nacht verbracht haben will.

Ausgerechnet das konfliktreiche Jahr zwischen Kindheit und Erwachsensein muss die Vierzehnjährige nun durchstehen: in einer Welt ohne Waschmaschine und Fernheizung, ohne Mama, Ben und ihre Freundinnen, ohne Internet, TikTok, WhatsApp und Instagram. Schneidermeister Frank nimmt Jonna auf und die zeigt sich in ihrem unfreiwilligen Au-pair-Jahr erstaunlich anpassungsfähig. Mit dem Selbstbewusstsein eines modernen Mädchens findet Jonna immer wieder Mittel und Wege, dem herrschenden Rollenbild zu entkommen. Und dann ist da noch Jakob, der Sohn des Meisters, dem die Haare so interessant über die Augen fallen.

Die Handlung, märchenhaft, aber stets plausibel, fesselt, ohne grausam oder gruselig zu werden. Der umfangreiche Pageturner ist mehr als ein Mädchenschmöker. Neben der Frage: Wie kommt Jonna wieder in die Gegenwart?, halten weitere Konflikte die Spannung aufrecht und Jonna auf Trab. Wohltuend, dass weder Belehrungen noch Geschichtsstunden den Lesefluss stören. Wohltuend auch, dass die Autorin auf eine pseudo-altertümliche Sprache verzichtet. Gleichwohl spürt man ihre gründliche Recherche zu Alltag und Kultur der Renaissance.

Es reizt, Erfurt mit dem Buch in der Hand neu zu erkunden. Und vielleicht entdeckt man dabei eine kleine Tür im Domberg, die in eine fremde ferne Zeit führt?
Das Gedankenspiel der Autorin macht auch Erwachsenen Spaß. Doch in erster Linie spricht die Geschichte Mädchen ab 12 Jahren an.

Vorgestellt von Anke Engelmann, Autorin und Dozentin für kreatives Schreiben

 

 

Ingrid Annel „Jonna im Labyrinth der Zeit"
Bertuch Verlag Weimar 2021
ISBN: 3863971442

20,00 Euro

 

Das Buch kann unter diesem Link bei unserem langjährigen 
Partner Hugendubel erworben werden.

 

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