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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Nov. 21 2022

Vorgestellt von Kathleen Kröger, Journalistin, weder Bastel- noch Architekurmuffel

Zupagrafika - Ostmoderne als Bastelbogen

Zupagrafika. „Modern East. Build Your Own Modernist DDR“
Zupagrafika. „Modern East. Build Your Own Modernist DDR“

Brutalist Architecture: Vordergründig sind die Sets und Einzelteile des Bastelbogen-Fundus besonders für die stetig wachsende Ostmoderne-Community ein Muss. Doch mit dem Blick, dass auch „der Westen“ streitbare architektonische Maßstäbe setzte, wird das handwerkliche Fummeln und Friemeln mit Papier, Schere und Stift zu einem Spaß, den man auch als Architekturmuffel haben kann. Und wenn es nur um das Erfolgsgefühl eines fertig geklebten und nicht-umkippenden kleinen Kunstwerks geht.

Sept. 26 2022

Vorgestellt von Marlene Borchers, Literaturwissenschaftlerin

Anaïs Meier „Mit einem Fuss draussen"

(c) Volandt und Quist Verlag
(c) Volandt und Quist Verlag

Der Debütroman der Schweizer Autorin erschließt eine Gesellschaft von ihren Rändern her. Gerhard findet im See des Stadtparks einen Fuß. Der kann dort natürlich nicht bleiben -  der selbsternannte Kommissär muss den Frieden im Park wiederherstellen und macht sich daran, den Fall zu lösen. Was klingt wie der ungewöhnliche Start einer Kriminalgeschichte ist eigentlich ein Gesellschaftsbild – der Stadtpark wird nicht vordergründig zum Tatort, sondern zu einer Bühne für die Personen, die sonst keine haben.

Aug. 08 2022

Vorgestellt von Juliane Güttler, Geschäftsführerin Kultur: Haus Dacheröden

Marc Engelhardt „Ich bin dann mal nackt“

(c) Goldmann Verlag
(c) Goldmann Verlag

„Nackt sein liegt im Trend.“ Das meint zumindest Marc Engelhardt. Der Journalist und freie Auslandskorrespondent hat ein Buch über seine Reise(n) zu den unverhüllten Kulturen dieser Welt geschrieben. Also, was hat es mit der „Faszination Nackt“ sein auf sich? Nackt-Yoga-Sessions, unbekleideter Schaufensterbummel und Nacktwandern, all das hat er ausprobiert. „Ich bin dann mal nackt“ ist aber nicht nur eine amüsante Lektüre, sondern auch eine interessante Reise zu den verschiedenen Kulturen dieser Welt und erlaubt einen überraschenden Einblick in unsere Gesellschaft.

April 02 2022

Vorgestellt von Katharina Bucklitsch, Assistenz der Geschäftsführung

Marc-Uwe Kling & Astrid Henn „Der Ostermann“

(c) Carlsen Verlag
(c) Carlsen Verlag

Wer tatsächlich Marc-Uwe Kling noch nicht in die humorige Ecke seines Herzens gelassen hat, kommt mit dem Ostermann keineswegs drum herum. Alles ist wohl bemerkt in witzig-klugen Reimen geschrieben. Da lachen bei weitem nicht nur die Kleinen. Losgegackert werden kann ab etwa vier Jahren, nach oben sind typisch für Marc-Uwe Kling keine Grenzen gesetzt. Wer Interesse bekommen hat, kann sich in Vorfreude auf Ostern auch den Termin am 20. April 16 Uhr merken. Da wird  „Der Ostermann" als Bilderbuchkino im Kultur: Haus Dacheröden gezeigt und vorgelesen. Eine feine und runde Sache.

März 01 2022

vorgestellt von Judith Blatt, Literaturwissenschaftlerin

Daniela Krien „Der Brand"

Daniela Krien „Der Brand" (c) Diogenes Verlag
Daniela Krien „Der Brand" (c) Diogenes Verlag

Inmitten einer vielleicht banal anmutenden Krise zwischen zwei Menschen wirft Daniela Krien immer wieder kritische Fragen auf und spürt dem Einfluss von Gesellschaft und Politik auf Bedürfnisse und Ängste mehrerer Generationen nach. Drei Wochen Uckermark – der Urlaub soll zeigen, ob die Beziehung zwischen Rahel und Peter zu retten ist. Sie hat Angst, ihn zu verlieren. Doch der Mann, in den sie sich vor dreißig Jahren verliebte, hat sich schon lange zurückgezogen, ist still, aber freundlich, manchmal zu freundlich. Also fahren sie auf den Hof, auf dem Rahel große Teile ihrer Kindheit verbracht hat.

Dez. 17 2021

Vorgestellt von Anke Engelmann, Autorin und Dozentin für kreatives Schreiben

Ingrid Annel „Jonna im Labyrinth der Zeit"

Ingrid Annel „Jonna im Labyrinth der Zeit"
Ingrid Annel „Jonna im Labyrinth der Zeit"

In „Jonna im Labyrinth der Zeit" schickt Ingrid Annel einen Teenager ins Erfurt von 1512. Ausgerechnet das konfliktreiche Jahr zwischen Kindheit und Erwachsensein muss die Vierzehnjährige nun durchstehen:ohne Waschmaschine und Fernheizung, ohne Mama, Ben und ihre Freundinnen, ohne Internet, TikTok, WhatsApp und Instagram. Mit dem Selbstbewusstsein eines modernen Mädchens findet sie immer wieder Mittel und Wege, dem herrschenden Rollenbild zu entkommen. Die Handlung, märchenhaft, aber stets plausibel, fesselt, ohne grausam oder gruselig zu werden.

Feb. 24 2021

Vorgestellt von Anke Engelmann, Dozentin für Kreatives Schreiben

Ulrike Gramann „Meetchens Hochzeit"

Ulrike Gramann „Meetchens Hochzeit"
Ulrike Gramann „Meetchens Hochzeit"

In der Erzählung gibt die Literatur der Erzählerin Kraft, sich alten Verletzungen zu stellen. In einem Text aus dem 15. Jahrhundert entdeckt sie, „in der die Vergangenheit bohrt", die Geschichte von Meetchen. Von Gewalt gegen Frauen handelt sie und von Zorn, von weiblicher Stärke und Solidarität. Das Buch ist ein Fest für die Sinne: Die zarten Grafiken von Gudrun Tendrafilov strahlen eine dunkle Kraft und Energie aus. Papier, Schrift, Satz und sogar der Geruch: Alles stimmt. Ein wunderbares Buch, ansprechend und gut gemacht. Eines, das berührt und das man gern berührt.

Dez. 23 2020

Vorgestellt von Maja-Felicitas Kristan, Mitarbeiterin im Kultur: Haus Dacheröden

Timothée de Fombelle „Tobie Lolness“

Timothée de Fombelle „Tobie Lolness“
Timothée de Fombelle „Tobie Lolness“

Die Baumwelt, in die Tobie nach über zwei Jahren Exil zurückkehrt, ist von der Vernichtung bedroht - überall wuchern Moose und Flechten, Teile des Baumes sind bereits abgestorben. In diesem Jugendklassiker, einer der wenigen französischen, die auch ins Deutsche übersetzt wurden, erschafft Timothée de Fombelle eine einzigartige Welt, mit Farnenwäldern und Schluchten, mit tiefen Seen und Mooswiesen, die im Schatten von Stamm und Blättern verborgen sind. Mit viel Feingefühl weiß es de Fombelle die Abgründe und Verstrickungen einer Welt unter Zwang aufzuzeigen.

Dez. 22 2020

Vorgestellt von Heike Mahnert, Mitarbeiterin im Kultur: Haus Dacheröden

„Black Robe – Am Fluß der Irokesen“

„Black Robe – Am Fluß der Irokesen“
„Black Robe – Am Fluß der Irokesen“

Der kanadisch-australische Film von Regisseur Bruce Beresford thematisiert die französischen Missionsbestrebungen unter den Ureinwohnern des von Frankreich besetzten und besiedelten Teils der Neuen Welt. Alles beginnt in einer kleinen französischen Siedlung, dem Vorläufer der späteren Millionenmetropole Québec. Samuel de Champlain, Gründer der Siedlung im Stammesgebiet der Irokesen, entsendet den jungen Jesuitenpater Paul Laforgue zu einer Missionsreise - der Anfang einer gefährlichen Reise mitten durch die Wildnis des heutigen Kanadas bei Eis und Schnee.

Dez. 21 2020

Die Gewinner des Eobanus Hessus Schreibwettbewerb in Wort und Bild

Sechs Preisträger - sechs Videos

Sechs Preisträger - sechs Videos
Sechs Preisträger - sechs Videos

Der Dezember ist durch die Tradition des Eobanus-Hessus-Schreibwettbewerbs trotz des pandemiebedingten Fehlens von Lesungen ein literarischer Monat. Die sechs Gewinner des Wettbewerbs bekamen in diesem Jahr allerdings nicht bei geplanter Preisverleihung im Kultur: Haus Dacheröden eine Stimme, sondern in einem Video. Doch die Stammgäste des Ensembles am Anger werden sich freuen, im Hintergrund die Galerien des Kulturhauses wiederzuerkennen. Nach der Lesung der Siegertexte kommen die Literaten auch in einem Interview mit der Wettbewerbspatin Franzsika Wilhelm zu Wort.

Über uns

Erfurter Herbstlese e.V. - Es lebe die Erfurter Herbstlese!

Unser Literaturverein organisiert seit 1997 die Erfurter Herbstlese, die zu den großen literarischen Veranstaltungsreihen in Deutschland gehört. Es lebe die Erfurter Herbstlese!

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