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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!

Sehr zu empfehlen

Gelesen wird immer. Das gilt insbesondere, wenn andere Aktivitäten immer noch Einschränkungen unterliegen. Bücher spenden Trost, entführen in exotische Welten oder längst vergangene Zeiten. Was lesen Sie gerade? Welchen Autor können Sie empfehlen? Oder lauschen Sie lieber Hörbüchern? Dieser Blog will dazu einladen, Empfehlungen zu teilen. Schreiben Sie uns, was sich Ihrer Meinung nach wirklich lohnt. 300 Wörter wären schön.
Also, worauf lange warten: Los geht’s mit einer Empfehlung an kontakt@herbstlese.de

PS: Hier finden Sie auch Empfehlungen, die wir zuerst in unseren Advenstkalendern veröffentlicht hatten.

Mai 14 2020

Vorgestellt von Marlene Borchers, Literaturwissenschaftlerin

Carmen Stephan „Mal Aria"

Carmen Stephan „Mal Aria"
Carmen Stephan „Mal Aria"

Carmen Stephan erzählt in „Mal Aria“ nicht nur die Geschichte eines Insekts oder einer Urlauberin, sondern eine Geschichte der Menschheit. Eine Krankheit wie Malaria beeinflusst Kriege, formt die Gesellschaft und kostet vielen Menschen das Leben. Gleichsam wird auch das Leben derer verändert, die gesund bleiben. „Schlaft ein. Werdet wehrlos. Ich bin da.“ Ein Buch wie „Mal Aria“ ruft in Erinnerung, wie wenig „wir“ als Menschen unter Kontrolle haben und macht es möglich, sowohl das Weltgeschehen in der Vergangenheit als auch aktuelle Ereignisse zu reflektieren. 

Mai 13 2020

Vorgestellt von Elias Brandt, Restaurantfachmann

Mark Schnejder „Essen, Schlafen, Raven“

Mark Schnejder „Essen, Schlafen, Raven“
Mark Schnejder „Essen, Schlafen, Raven“

Mixtapes, Ecstasy und grelle Jogginghosen – so trafen sie sich im Steigerwald zum verbotenen Rave. Die Biografie des Berliner DJs „FoxVox“ (bürgerlich Mark Schnejder) zeichnet ein lebhaftes Bild von der Erfurter Techno-Szene in den 1990-er Jahren. Der parataktische, zugleich an Metaphern reiche Stil des Autors lädt dazu ein, in eigene Erinnerungen an das Erfurt dieser Tage abzugleiten. Schneider schwärmt von längst dicht gemachten Clubs und Bars, er begegnet Originalen wie Rosen-Rosi oder Mensa-Jürgen, und er durchstreift Bauruinen, die heute wieder in frischen Farben erstrahlen.

Mai 12 2020

Vorgestellt von Wolfgang Leißling, Kultur-Journalist

Michael Kirchschlager „Teuflisches Werkzeug“

Michael Kirchschlager „Teuflisches Werkzeug“
Michael Kirchschlager „Teuflisches Werkzeug“

Ein gar prächtiges Buch nimmt in die Hand, wer zu dem Text-Bildband „Teuflisches Werkzeug“ greift. Darin reisen die Herausgeber mit dem historisch interessierten Leser auf einer populär beschriebenen Route zu Thüringer Burgen in kriegerischen Zeiten. Auf den 180 großformatigen Seiten wird regionale Geschichte ebenso anschaulich wie detailreich und unter Einbeziehung jüngster Forschungsergebnisse erzählt. Die Rede ist von den Raubnestern der Friedensbrecher über Barbarossas Belagerungstürme bis hin zu den von Rittern umkämpften Burgen wie Creuzburg, Normannstein oder der kleinen Wysburg.

Mai 11 2020

Vorgestellt von Alexandra Kehr, Medienreferentin des Theaters Erfurt

Mariana Leky „Was man von hier aus sehen kann“

Mariana Leky „Was man von hier aus sehen kann“
Mariana Leky „Was man von hier aus sehen kann“

Klar, prägnant und humorvoll erzählt Mariana Leky von Schicksalen, Lieben, Fernweh, großen und kleinen Lügen des Alltags. Sie begleitet ihre Figuren über mehrere Jahrzehnte, arbeitet mit Rückblicken und Zeitsprüngen. Mit vielen klugen Gedanken zum Thema Tod und Verlust schafft Leky ein wundervolles, warmherziges Heimatporträt, das manchem Leser vielleicht auch Erinnerungen an seine Kindheit auf dem Land wiederbringt. Dieses Buch ist eines der schönsten, das ich je gelesen habe! Und jedem, der mich nach einem Buchtipp fragt, empfehle ich es garantiert auch.

Mai 10 2020

Vorgestellt von Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin und Autorin

Avi Primor „Weit war der Himmel über Palästina“

Avi Primor „Weit war der Himmel über Palästina“
Avi Primor „Weit war der Himmel über Palästina“

Avi Primor, dessen Mutter aus Frankfurt stammte, war in den neunziger Jahren israelischer Botschafter in Deutschland. Er, der sich einst strikt weigerte, Deutsch zu lernen, hat sich durch den Einfluss eines guten Freundes als junger Mann dann doch ein fließendes Deutsch angeeignet. Der Ex-Diplomat, der im April 85 Jahre alt wurde, schreibt seine Bücher indes auf Hebräisch. In seinen Werken plädiert er für Frieden im Nahen Osten. So, wie er sich stets für die Deutsch-Israelische Freundschaft einsetzte, unterstützt er im hohen Alter noch immer den Ausgleich zwischen Israel und den Palästinensern.

Mai 09 2020

Vorgestellt von Kathleen Kröger, Mitarbeiterin im Kultur: Haus Dacheröden

Axel Fröhlich „Die große Brocklaus“

Axel Fröhlich „Die große Brocklaus“
Axel Fröhlich „Die große Brocklaus“

Wie nennt man eigentlich die innere Unsicherheit, ob man sein Gegenüber nun siezt oder duzt? In welchem Labor wird zur Anatomie des Ohrwurms geforscht? Und was hat es mit der russischen Schwimmerin Olga Woskowskaya auf sich? Das von Axel Fröhlich, Oliver Kuhn und Alexandra Reinwarth „komplett erfundene Lexikon“ geht als durch keinerlei Tatsachen belegtes Pendant zu den bekannten Brockhauslexika diesen und anderen Fragen auf die Spur. Auf etwas über 400 Seiten gibt es Beiträge unterschiedlicher Länge rund um fiktive Persönlichkeiten und alltägliche Scheinprobleme.

Mai 08 2020

Vorgestellt von Sigurd Schwager, Journalist im Unruhestand

Siegbert Kardach „Kluge Köpfe rollen am schnellsten“

Siegbert Kardach „Kluge Köpfe rollen am schnellsten“
Siegbert Kardach „Kluge Köpfe rollen am schnellsten“

Gäbe es eine Bestsellerliste der schlauen Buchtitel, dann wäre „Kluge Köpfe rollen am schnellsten“ ein aussichtsreicher, weil ziemlich gescheiter Kandidat. Die Neuerscheinung, deren öffentliche Premiere Ende März in Erfurt aus den weltweit bekannten Gründen ausfallen musste, ist der bereits fünfte Aphorismen-Band eines Mannes, den man eine Erfurter Instanz nennen darf: Dr. Siegbert Kardach - Arzt mit Leib und Seele für Generationen von Patienten, Autor und Literaturpreisträger, Freund der schönen Künste sowie, König Fußball betreffend, bekennender Royalist. 

Mai 07 2020

Vorgestellt von Stefan Schwarz, Schriftsteller

Vladimir Nabokov „Pnin“

Vladimir Nabokov „Pnin“
Vladimir Nabokov „Pnin“

Es gibt so Bücher, die zu ihrem Erscheinen noch gar nicht die Gültigkeit entfalten können, die in ihnen steckt. „Pnin“ von Vladimir Nabokow ist so eins. Der Roman über den in Amerika liebenswert verlorenen russischen Migranten Timofej Pnin beschert dem Leser eine Figur, die damals noch selten und skurril sein mochte, heute aber das Straßenbild jeder größeren westlichen Metropole prägt. Ein älterer Mann aus fremden Landen, der noch Kopf und Energie genug hat, um sich die Sprache seines Gastlandes verkehrsfähig zu machen, aber nicht mehr jung genug ist, um dessen Kultur so ganz zu verstoffwechseln.

Mai 06 2020

Vorgestellt von Katja Kemnitz, Mitarbeiterin der Erfurter Herbstlese

Stefan Schwarz „Der kleine Gartenversager“

 Stefan Schwarz „Der kleine Gartenversager“
Stefan Schwarz „Der kleine Gartenversager“

Eine der besten Möglichkeiten, gut durch diese streng geregelte Zeit zu kommen, ist ein Garten. Die Gedanken kreisen nicht um unerfreuliche Nachrichten, der wintermüde Leib wird ordentlich bewegt und dem Gemüt tut das erste Frühlingsgrün auch wohl. Für Greenhorns wie mich, die nun erstmals ihr eigenes Gemüse anbauen wollen und Blumenparadiese für Bienen planen, gibt es unzählige Ratgeber. Diese wälze ich natürlich auch, aber die unterhaltsamsten Informationen enthalten zwei Bücher für mich: „Der kleine Gartenversager“ von Stefan Schwarz und Meike Winnemuths „Bin im Garten“.

Mai 05 2020

Vorgestellt von Kathleen Kröger, Mitarbeiterin im Kultur: Haus Dacheröden

Alexander Estis „Stellungnahmen zum Kulturbetrieb“

Alexander Estis „Stellungnahmen zum Kulturbetrieb“
Alexander Estis „Stellungnahmen zum Kulturbetrieb“

Verkehrt herum? Oder doch nicht? Wer den Kopf beim Lesen des jüngst erschienen Buches von Alexander Estis ein wenig schräg hält, liegt nicht ganz falsch. Nicht nur die Federzeichnungen des 1964 in Moskau geborenen Oleg Estis fordern den Geist, auch das Layout der cartoonesken Bilder regen zu neuen Leseperspektiven an. Ganz in schwarz-weiß gehalten, spielen die „Stellungnahmen zum Kulturbetrieb“ nicht nur mit den Blick- und Denkrichtungen, sondern präsentieren die Karikaturen des weltweit anerkannten Künstlers in einem modernen und zeitlosen Kontext.

Über uns

Erfurter Herbstlese e.V. - Es lebe die Erfurter Herbstlese!

Unser Literaturverein organisiert seit 1997 die Erfurter Herbstlese, die zu den großen literarischen Veranstaltungsreihen in Deutschland gehört. Es lebe die Erfurter Herbstlese!

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  • Kultur: Haus Dacheröden:
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