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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Dez. 23 2020

Vorgestellt von Maja-Felicitas Kristan, Mitarbeiterin im Kultur: Haus Dacheröden

Timothée de Fombelle „Tobie Lolness“

Timothée de Fombelle „Tobie Lolness“
Timothée de Fombelle „Tobie Lolness“

Die Baumwelt, in die Tobie nach über zwei Jahren Exil zurückkehrt, ist von der Vernichtung bedroht - überall wuchern Moose und Flechten, Teile des Baumes sind bereits abgestorben. In diesem Jugendklassiker, einer der wenigen französischen, die auch ins Deutsche übersetzt wurden, erschafft Timothée de Fombelle eine einzigartige Welt, mit Farnenwäldern und Schluchten, mit tiefen Seen und Mooswiesen, die im Schatten von Stamm und Blättern verborgen sind. Mit viel Feingefühl weiß es de Fombelle die Abgründe und Verstrickungen einer Welt unter Zwang aufzuzeigen.

Dez. 19 2020

Vorgestellt von Dori Diamant, Reisejournalistin und Schriftstellerin

Mariam Kühsel-Hussaini „Tschudi“

Mariam Kühsel-Hussaini „Tschudi“
Mariam Kühsel-Hussaini „Tschudi“

Berlin im Jahr 1896: Die Nationalgalerie Deutschlands erwirbt und zeigt als erstes Museum der Welt die Pariser Moderne. Als neuer Museumsdirektor widmet sich der Schweizer Hugo von Tschudi in einer Ausstellung den Werken von Manet, Renoir, Monet, Degas und Cèzanne und sorgt für den Skandal schlechthin. Der charismatische Intellektuelle kennt sie alle und ist fasziniert von den neuen Farben und Motiven, die er den Berlinern präsentiert. Aber nicht alle teilen seine Leidenschaft für das Impressionistische. Allen voran Kaiser Wilhelm II und die Deutschnationalen zeigen sich empört.

Aug. 31 2020

Vorgestellt von Kathleen Kröger, Mitarbeiterin im Kultur: Haus Dacheröden

Dominique Engler „Mutti, sind wir Stasi?“

Dominique Engler „Mutti, sind wir Stasi?“
Dominique Engler „Mutti, sind wir Stasi?“

Dominique Engler wächst in Erfurt und Weimar auf, bis sie mit sechs Jahren erfährt, dass sie mitihrer Familie nach Afrika gehen wird. Ist ein derartiger Schritt auch heute ein gravierender undaußergewöhnlicher Einschnitt im Leben eines kleinen Mädchens, ist es das umso mehr in der Biografie eines gerade eingeschulten Kindes in der DDR. In ihrem autobiographischen Roman „Mutti sind wir Stasi?“ hat die studierte Musikerin nun aufgearbeitet, wie es trotz aller Hürden für einen ausgewählten Kreis der Gesellschaft doch möglichwar, die DDR zu verlassen.

Aug. 06 2020

Vorgestellt von Monika Rettig, Programmleiterin der Erfurter Herbstlese

Maya Lasker-Wallfisch, „Briefe nach Breslau“

Maya Lasker-Wallfisch, „Briefe nach Breslau“
Maya Lasker-Wallfisch, „Briefe nach Breslau“

Was formt uns zu dem Menschen, der wir sind? Die Psychotherapeutin Maya Lasker-Wallfisch geht dem von Berufs wegen nach. Um diese Frage aber auch für sich ganz persönlich zu beantworten, bedurfte es einer langen und schmerzhaften Reise durch die eigene Familiengeschichte, die von Verlust, Tod, grauenvollen Erfahrungen in den KZs der Nazis und in der Zeit nach 1945 vor allem von Schweigen geprägt ist. Aber Maya Lasker-Wallfisch hat einen Weg gefunden, das Schweigen zu durchbrechen und damit sich selbst zu retten.

Aug. 02 2020

Vorgestellt von Marlene Borchers, Literaturwissenschaftlerin

Kazuo Ishiguro „Alles, was wir geben mussten‘‘

Kazuo Ishiguro „Alles, was wir geben mussten‘‘
Kazuo Ishiguro „Alles, was wir geben mussten‘‘

Hailsham scheint ein typisches, englisches Internat zu sein. Bei genauerer Betrachtung fallen jedoch einige Unstimmigkeiten auf: die Lehrer heißen Aufseher, von Eltern ist niemals die Rede und die Schüler werden stetig ermahnt, auf sich acht zu geben, um ihre ganz besondere Rolle später erfüllen zu können. Davon erzählt die Hauptfigur Kathy H. – sie ist die einzige, die überlebt hat und ihrem Schicksal dennoch nicht entgehen kann. Ishiguro entwirft mit seinem Roman keine Zukunftsdystopie, sondern vielmehr wird der Lesende in das Innerste des Menschlichen geführt.

Juli 30 2020

Vorgestellt von Kathleen Kröger, Mitarbeiterin im Kultur: Haus Dacheröden

Delphine de Vigane „Loyalitäten"

Delphine de Vigane „Loyalitäten"
Delphine de Vigane „Loyalitäten"

Was tun, wenn ein Schüler der Klasse von Woche zu Woche immer müder und ausgezehrter im Unterricht sitzt? Wen um Rat fragen, wenn der Vater sein Leben nach plötzlicher Arbeitslosigkeit nicht mehr allein bewältigen kann? Wie damit umgehen, wenn der beste Freund heimlich Alkohol trinkt und dabei die Promillezahl stetig steigt? De Vigans Roman seziert die Eigenarten und Sackgassen der modernen Gesellschaft, ohne in plumpe Analysen zu verfallen. Die französische Autorin webt ihre Geschichte um Freundschaft, Liebe, Verlust und Hilflosigkeit aus den Perspektiven dreier Figuren:

Juli 28 2020

Vorgestellt von Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin und Autorin

Guillermo Martínez „Der Fall Alice im Wunderland“

Guillermo Martínez „Der Fall Alice im Wunderland“
Guillermo Martínez „Der Fall Alice im Wunderland“

Zum zweiten Mal lässt Guillermo Martínez einen argentinischen Studenten zusammen mit seinem Professor Arthur Seldom in Oxford in einem komplexen Fall recherchieren. Vor sechzehn Jahren erschienen „Die Oxford-Morde“, die nur mit Hilfe mathematischer Formeln entschlüsselt werden konnten. Der zweite Roman spielt 1994. Der Student, nur G. genannt, ist noch immer in Oxford. Eine Kommilitonin, die sich mit dem Leben Lewis Carrolsl befasst, stößt bei ihren Recherchen auf einen Zettel, der alle bisher bekannten Theorien über Carrolls Vita in Frage stellen könnte.

Juli 26 2020

Vorgestellt von Karen Lottegier, Buchhändlerin

Nana Kwame Adjei-Brenyah „Friday Black”

Nana Kwame Adjei-Brenyah „Friday Black”
Nana Kwame Adjei-Brenyah „Friday Black”

Nana Kwame Adjei-Brenyah schafft es auf schonungslose Weise gesellschaftliche Probleme auf konfrontierende Weise darzustellen. Er beschreibt, urteilt aber nicht. Die Texte im Buch sind sehr unterschiedlich. Es gibt Geschichten, die sehr nah an der Realität sind und andere die eher phantastisch sind. Aber alle gehen unter die Haut und lassen den Leser nachdenklich zurück. Obwohl der Klappentext ziemlich gut zusammenfasst, worum es in dem Buch geht, hatte ich etwas ganz anderes erwartet. Ich war auf jeden Fall nicht darauf vorbereitet, dass es mich so mitnehmen würde.

Juli 24 2020

Vorgestellt von Anke Engelmann, Autorin und Dozentin für Kreatives Schreiben

Regina Jarisch „Herzflug“. Mit Grafiken von Jost Heyder

Regina Jarisch „Herzflug“. Mit Grafiken von Jost Heyder
Regina Jarisch „Herzflug“. Mit Grafiken von Jost Heyder

Das sind mir die liebsten Gedichte: Leicht wie ein Schwarm Schmetterlinge brauchen sie Zeit, müssen sich setzen können. Und dann entfaltet sich ein Bild und lässt einen nicht mehr los: „an einem gewöhnlichen morgen / fiel ein satz ins wasser / mit dem brühte ich meinen kaffee“. Sätze wie diese finden sich im Band „Herzflug“ von Regina Jarisch, der im März dieses Jahres im Leipziger Literaturverlag erschienen ist. Das Ausdeuten und das Spiel mit den Bedeutungen der Wörter sind typisch für die Weimarer Lyrikerin, die mit „Herzflug“ ihren dritten Gedichtband vorlegt.

Juli 22 2020

Vorgestellt von Marlene Borchers, Literaturwissenschaftlerin

Paul Auster „4321“

Paul Auster „4321“
Paul Auster „4321“

Was für ein interessanter Gedanke, sich vorzustellen, wie für ihn alles anders sein könnte, auch wenn er selbst immer derselbe bliebe. Ja, alles war möglich, und nur weil etwas auf eine bestimmte Weise geschah, hieß das noch lange nicht, dass es nicht auch auf eine andere Weise geschehen konnte.“ Ein Roman erzählt meistens eine Geschichte, die einen bestimmten Verlauf nimmt. Aber warum muss die Geschichte gerade so erzählt werden? Jede Geschichte hat Potential für mehr, für andere Entscheidungen, andere Erlebnisse und andere Enden.

Über uns

Erfurter Herbstlese e.V. - Es lebe die Erfurter Herbstlese!

Unser Literaturverein organisiert seit 1997 die Erfurter Herbstlese, die zu den großen literarischen Veranstaltungsreihen in Deutschland gehört. Es lebe die Erfurter Herbstlese!

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  • Mi-Fr: 12.00 - 17.00 Uhr
    Sa: 10.00 - 15.00 Uhr

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