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Erfurter Herbstlese
Es lebe die Erfurter Herbstlese!
Mai 26 2020

Vorgestellt von Katharina Raschdorf, Thüringer NaturFreundin

B. K. Lampasiak „Naturfreund sein heißt Mensch sein"

B. K. Lampasiak „Naturfreund sein heißt Mensch sein"
B. K. Lampasiak „Naturfreund sein heißt Mensch sein"

Am 08. Mai 2020 haben wir den 75. Jahrestag des Endes des Faschismus und des Krieges gefeiert. Für viele war dieser Tag ein Tag der Befreiung. Auch für den Verband „NaturFreunde“. Hervorgegangen aus der Arbeiter*innenbewegung kämpften sie seit 1895 für ein freies Wegerecht und dafür, die Privilegien des Adels und des Bürgertums zu brechen. In den 20er Jahren stellten sie unmissverständlich klar: „Der Touristenverein ,Die NaturFreunde‘ ist die internationale Wanderorganisation des arbeitenden Volkes“ und rückten somit in auch in das Visier der Nationalsozialisten und wurden 1933 verboten.

Mai 25 2020

Vorgestellt von Michael Helbing, Kulturredakteur

Nancy Hünger „4 Uhr kommt der Hund“

Nancy Hünger „4 Uhr kommt der Hund“
Nancy Hünger „4 Uhr kommt der Hund“

Nein, das ist gerade definitiv keine günstige Zeit zum Schreiben. „Es herrscht eine große Sprachlosigkeit“, sagt die Dichterin Nancy Hünger am Telefon und spricht von Beobachtungen im Kollegenkreis. Außerdem sind vielfach die existenziellen Sorgen einfach zu groß. Sie selbst ist „gottseidank“ durch ihre halbe Stelle in Schillers Gartenhaus in Jena grundgesichert. Eine Viel- und Schnellschreiberin war sie ohnehin nie. Es gab immer große Pausen. In jener, die sich die Gesellschaft jüngst auferlegte, um einer Pandemie irgendwie Herr zu werden, hat sie „in erster Linie mit dem Denken zu tun“. 

Mai 24 2020

Vorgestellt von Kathleen Kröger, Mitarbeiterin im Kultur: Haus Dacheröden

John Connolly „Stan“

John Connolly „Stan“
John Connolly „Stan“

John Connolly hat sich dem Leben Stan Laurels gewidmet und es in kurzen, episodenhaften Kapiteln rekonstruiert. Von der Entdeckung seines Talents bis zur ewigen Konkurrenz mit Charlie Chaplin im Kampf um die vielversprechendsten Hauptrollen geht es in „Stan“ nicht ausschließlich um das Filmgeschäft des frühen 20. Jahrhunderts. Auch die durchweg als sehr innig und ehrlich beschriebenen Liebebeziehungen des Filmstars stehen im Fokus. Doch der wichtigste Mensch im Leben Laurels ist und bleibt ein Mann – Oliver Hardy, den er stets bei seinem Spitznamen „Babe“ nennt.

Mai 23 2020

Vorgestellt von Monika Rettig, Programmchefin der Erfurter Herbstlese

Michael Kumpfmüller „Ach, Virginia“

Michael Kumpfmüller „Ach, Virginia“
Michael Kumpfmüller „Ach, Virginia“

Virginia Woolf, eine der Großen der literarischen Moderne und Ikone der Frauenbewegung, nahm sich am 28. März 1941 das Leben. Wie sahen die letzten Tage der Schriftstellerin aus, als sie, fast sechzigjährig, zusammen mit ihrem Mann Leonard in Monk’s House in East Sussex lebte, deutsche Flugzeuge mit tödlicher Fracht über ihr Haus hinwegflogen und sie die Invasion fürchtete, in ihrem Inneren aber einen ganz anderen, verzweifelten Kampf gegen die psychische Zerrüttung führte? Michael Kumpfmüller beschreibt diese letzten zehn Tage in ihrem Leben in romanhafter, also fiktiver Manier.

Mai 22 2020

Vorgestellt von Lukas Freistedt, Buchhändler

Karen McManus „One Of Us Is Next”

Karen McManus „One Of Us Is Next”
Karen McManus „One Of Us Is Next”

Karen McManus überraschte 2018 mit ihrem Debütroman „One of us is Lying“. Dieser Krimi für Leser ab 14 besticht durch seine Handlung und stürmte die Bestsellerlisten des Jugendbuches auf Anhieb. Seitdem gehört dieser Krimi zu den meistverkauften Jugendbüchern in unserer Filiale und begeistert weiter Jung und Alt. Nun folgt der dritte Krimi der Autorin – eine Fortsetzung zu „One of us is Lying“. Das Buch kann auch ohne Vorkenntnisse zu den Geschehnissen des ersten Teils gelesen werden. Gefallen hat mir insbesondere, dass es kein zweiter Aufguss des ersten Teils ist. 

Mai 21 2020

Vorgestellt von Niklas Wagner, Leiter der Akademie des Bistums Erfurt

M. Drobinski und T. Urban „Johannes Paul II.“

M. Drobinski und T. Urban „Johannes Paul II.“
M. Drobinski und T. Urban „Johannes Paul II.“

Drobinski und Urban betten den Lebensweg Johannes Pauls II. kenntnisreich in den historischen Kontext ein. Dabei reihen sie nicht nur Fakten aneinander, sondern erwähnen auch Anekdotisches. Sie erläutern, wie er – teilweise bereits als junger Professor – zu seinen theologischen Positionen kam, diese konsequent vertrat und aus ihnen sein politisches Engagement ableitete. Umstrittene Themen - wie sein Festhalten an einer strengen Sexualmoral und sein Nein zur Weihe für Frauen - werden kritisch diskutiert. Ebenso deutlich wird sein Eintreten für Menschenrechte dargestellt.

Mai 20 2020

Vorgestellt von Reinhard Troschka, Kartograph

Steffen Mau „Lütten Klein“

Steffen Mau „Lütten Klein“
Steffen Mau „Lütten Klein“

Noch ein Buch zum 30-jährigen Jubiläum möchte man zunächst etwas überdrüssig sagen. Hört man doch allenthalben von der Enttäuschung, dass auch drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall die Aussicht auf ein Angleichen von Ost und West sich nicht, wie ursprünglich angenommen, verwirklicht hat. Diesen Zeitpunkt hat Steffen Mau mit seinem Buch genutzt, um diese Differenz, nach einer „historisch langen Frist“, einmal gesellschaftswissenschaftlich zu untersuchen. Es gelingt ihm mit Bravour. Für ein soziologisches Werk überraschend kurz, gleichzeitig sorgfältig und konkret.

Mai 19 2020

Vorgestellt von Karen Lottegier, Buchhändlerin

Hans J. Kugler et al. „Der Grüne Planet“

Hans J. Kugler et al. „Der Grüne Planet“
Hans J. Kugler et al. „Der Grüne Planet“

Die Vielfalt der Kurzgeschichten in dieser Anthologie fand ich grandios. Es gibt Texte, in denen Menschen wieder in Stämmen auf der Erde leben. Es gibt andere, in denen der Klimawandel viele Probleme verursacht, aber in denen man bemerkt, dass die Protagonisten noch immer nicht verstanden haben, worum es geht. Enthalten sind auch Erzählungen über Hoffnung, über gefundene Lösungen, den Klimawandel aufzuhalten. Oder über eine Art und Weise, mit ihm umzugehen. Der Band enthält auch Geschichten, in denen es für die Menschheit zu spät und ein Leben auf der Erde unmöglich geworden ist. 

Mai 18 2020

Vorgestellt von Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin und Autorin

Matthias Politycki „Das kann uns keiner nehmen“

Matthias Politycki „Das kann uns keiner nehmen“
Matthias Politycki „Das kann uns keiner nehmen“

Man soll nur auf Reisen gehen, wenn man wieder zurück nach Hause möchte“, hat Matthias Politycki einmal gesagt. Hans, der aus Hamburg stammende Protagonist, will wieder nach Hause, aber erst, wenn er sich seiner Vergangenheit gestellt hat. Seine Reise führt ihn zum Kilimandscharo. Ein niemals überwundenes Trauma verbindet ihn mit dem „Berg der Götter“. Er hofft, sich nach nunmehr fünfundzwanzig Jahren seinen Erinnerungen stellen zu können. Mara, die Liebe seines Lebens, hatte ihm einst auf dem Berg das Leben gerettet, ihn aber dann verlassen.

Mai 17 2020

Vorgestellt von Willy Römer, Kritischer Zeitgenosse im Vorruhestand

Tom Rachman „Die Unperfekten“

Tom Rachman „Die Unperfekten“
Tom Rachman „Die Unperfekten“

In seinem 1998 erschienen Roman „Das Magazin“ lässt Hellmuth Karasek einen kleinen Junge eine ganz große Frage stellen. Wieso passiert in der Welt immer gerade so viel, wie in die Zeitung passt? Zu den Antworten, die dieses Begehren nach Erkenntnis zwangsläufig nach sich zieht, gehört: Eine Zeitung ist ein Angebot an die Leser, aus den Themen des Tages, der Woche oder des Monats, die den Redakteuren zur Kenntnis gelangten und die diese interessant fanden oder die sie aus Mangel an Interesse, Kreativität oder einfach nur aus Faulheit dazu erklärten, sich etwas herauszusuchen.

Über uns

Erfurter Herbstlese e.V. - Es lebe die Erfurter Herbstlese!

Unser Literaturverein organisiert seit 1997 die Erfurter Herbstlese, die zu den großen literarischen Veranstaltungsreihen in Deutschland gehört. Es lebe die Erfurter Herbstlese!

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    Sa: 10.00 - 15.00 Uhr

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